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07.12.2017

Medizintechnik: Siemens bereitet mit Latham und Sullivan Riesen-IPO vor

Es wird der vermutlich größte IPO in Deutschland seit Langem: In der ersten Jahreshälfte 2018 soll Siemens ihre Medizintechniksparte im regulierten Markt in Frankfurt an die Börse bringen. Dazu wird die Siemens Healthineers AG gegründet. Auch nach dem Börsengang will Siemens die Mehrheit an Healthineers halten.

Oliver Seiler

Oliver Seiler

Analysten schätzen den Wert der Sparte auf 30 bis 40 Milliarden Euro. Auch wenn nur 20 Prozent des Unternehmens an die Börse gebracht würden, beliefe sich der Erlös auf sechs bis acht Milliarden Euro. Eine Aufnahme in den Leitindex Dax gilt als wahrscheinlich.

Die Medizintechniksparte von Siemens war 2015 in eine GmbH ausgegliedert worden. Das Unternehmen bietet Kliniken Software und Beratungsleistungen an. Im Geschäftsjahr 2016/2017 belief sich der Umsatz auf rund 14 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 47.000 Mitarbeiter.

Begleitet wird der IPO von einem Bankenkonsortium unter der Führung von Goldman Sachs, Deutsche Bank und JP Morgan. Weitere Konsortialbanken sind BNP Paribas, Bank of America Merrill Lynch, Citigroup und UBS.

Vorab wurde auch über einen Börsengang in den USA nachgedacht. Aus verschiedenen Gründen entschied man sich dann aber doch für Frankfurt, worüber sich unter anderem die Arbeitnehmer sehr freuten.

Berater Siemens
Latham & Watkins: Dr. Oliver Seiler (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. Rainer Traugott (Corporate/M&A; München; beide Federführung), David Boles (Kapitalmarktrecht; London), Dr. Dirk Kocher (Hamburg), Dr. Nikolaos Paschos (Düsseldorf; beide Corporate/M&A), Christoph Engeler (Regulierung; Hamburg), Thomas Fox, Ulf Kieker (beide Steuerrecht; München); Associates: David Rath, Dr. Camilla Kehler-Weiss, Jana Sichelschmidt, Lukas Greilich, Gregory Walker (alle Frankfurt), Shawn Anderson (London; alle Kapitalmarktrecht), Rieke Klie (Corporate/M&A; München), Tim Nobereit (Steuerrecht; Hamburg)
Inhouse Recht (München) Dr. Andreas Hoffmann (General Counsel), Anton Steiger (Chief Counsel, Corporate and M&A), Dr. Christian Bleiweiß (Head of Corporate, Venture Capital and Reorganization), Dr. Jürgen Mahr (Senior Legal Counsel, Corporate Legal & Compliance), Dr. Pascal Royla (Legal and Compliance Corporate, Capital Market & Strategy), Dr. Frank Lenhard (Legal and Compliance Corporate, Capital Market & Strategy)
Inhouse Steuern (München): Roland Hummel, Rainer Hackbarth (beide Controlling & Finance, Steuern)

Carsten Berrar

Carsten Berrar

Berater Siemens Healthineers
Linklaters: Dr. Ralph Wollburg (Federführung; Corporate; Düsseldorf); Dr. Marco Carbonare (Kapitalmarktrecht; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Erlangen): Dagmar Mundani (General Counsel), Christian Bindl (Head of Corporate Legal), Florian Stürwald (Senior Legal Counsel)

Berater Banken
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. Krystian Czerniecki, Dr. Clemens Rechberger (alle Kapitalmarktrecht)

Hintergund: Latham-Partner Traugott pflegt enge Beziehungen zu Siemens. Der Zugang des bekannten ECM-Partners Seiler, der Ende 2016 von Allen & Overy zu Latham kam, dürfte sich zudem positiv auf die Mandatsvergabe ausgewirkt haben.

Linklaters fungiert als Special Counsel, berät die Medizintechniktochter also in Spezialfragen im Hinblick auf den Börsengang. Das Mandat kam über Wollburg zustande.

Sullivan ist bei IPOs neben Hengeler Mueller und Freshfields Bruckhaus Deringer eine der gefragtesten Beraterinnen des Landes. Berrar hält beste Kontakte zu den Banken und ist insbesondere mit Goldman Sachs seit Langem verbunden. (Claudia Otto)