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12.01.2018

Ausstieg: Noerr-Mandantin verschenkt Puma-Aktien im Milliardenwert

Die französische Mehrheitseigentümerin von Puma will ihr Aktienpaket im Wert von knapp vier Milliarden Euro verschenken. Dazu will Kering, seit 2007 am fränkischen Sportartikelhersteller beteiligt, 70 Prozent ihrer Anteile als Sachdividende an ihre Aktionäre ausschütten. Zu denen gehört auch die Artemis Holding, die dann zukünftig 29 Prozent an Puma hält. Für Puma ergibt sich durch die Transaktion die Chance, sich am Kapitalmarkt neu aufzustellen.

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Alexander Ritvay

Insgesamt gehörten dem Luxusgüter-Konzern Kering 86 Prozent des Unternehmens aus Herzogenaurach. Nach der Ausschüttung an die Aktionäre, die noch von der Hauptversammlung abgesegnet werden muss, wird Kering noch 16 Prozent an Puma halten. Dem Unternehmenswert von insgesamt rund 5,1 Milliarden Euro liegt ein Aktienkurs von 338 Euro zugrunde.

Dass sich Kering technisch auf dem Weg der Ausschüttung per Sachdividende von seiner Beteiligung trennt, überrascht nur bedingt. Sie entließ 2013 bereits das Sorgenkind Fnac, eine französische Handelskette, auf ähnlichem Weg in die Freiheit. Im August 2017 trennte sich dann auch Artémis von ihrer Minderheitsbeteiligung an Fnac.

Durch die Transaktion befinden sich in Zukunft wieder 55 Prozent der Puma-Aktien im Streubesitz, womit für Puma der Weg zurück in den MDax frei ist, aus dem sie 2013 wegen des geringen Streubesitzes ausgeschieden waren.

Kering, die bis 2013 noch unter dem Namen Pinault Printemps Redoute (PPR) firmierte, war 2007 bei Puma eingestiegen und hatte seine Anteile in der Folge sukzessive erhöht. Bereits seit längerem hielten sich Gerüchte, dass die Franzosen sich von ihrer Puma-Beteiligung trennen wollten. Der einstige Plan, mit Puma das Luxus- & Lifestyle-Geschäft des Konzerns zu ergänzen, zu dem auch Marken wie Yves Saint Laurent und Gucci gehören, war nicht aufgegangen. 

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Christophe Vinsonneau

Berater Artemis/Kering
Darrois Villey Maillot Brochier (Paris): Bertrand Cardi, Christophe Vinsonneau (beide Federführung), Jean-Michel Darrois, Ben Burman (alle M&A), Didier Théophile (Kartellrecht), Vincent Agulhon, Loïc Védie (beide Steuerrecht); Associates: Leila Dhouib, Paul Bertrand (beide M&A), Zoé Attali (Steuerrecht)
Noerr (München): Dr. Alexander Ritvay (Berlin), Dr. Michael Brellochs (beide Federführung; beide Corporate/Kapitalmarktrecht), Dr. Carsten Heinz (Steuerrecht; Berlin), Dr. Fabian Badtke (Kartellrecht; Frankfurt), Dr. Hans-Christoph Schimmelpfennig (Arbeitsrecht); Dr. Laurenz Wieneke, Dr. Julian Schulze De la Cruz (beide Aktien- und Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt); Associate: Susanne Rummel (Aktien- und Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt
Ogletree Deakins Nash Smoak & Stewart (Paris): Karine Audouze (Federführung); Associates: Marie Millet-Tauney (Arbeitsrecht)
Wachtell Lipton Rosen & Katz (New York) – aus dem Markt bekannt

Berater Puma
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Heiner Braun, Dr. Simon Schwarz (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Martin Schiessl (Steuerrecht), Dr. Thomas Müller-Bonanni (Arbeitsrecht; Düsseldorf); Associates: Kai Jungbluth, Dr. Nikolaus Bunting, Jörg-Peter Kraack (alle Corporate/M&A; Hamburg), Dr. Philipp Knoll, Dr. Christian Mehrens (Düsseldorf), Élodie Favre-Thellmann (alle Arbeitsrecht; Paris), Dr. Alina Paschke (Steuerrecht)
Inhouse Recht (Herzogenaurach): Dr. Raliza Koleva (Federführung), Dr. Jochen Lederhilger (General Counsel), Markus Berner (Arbeitsrecht)

Heiner Braun

Heiner Braun

Hintergrund: Die französische Kanzlei Darrois wird regelmäßig von Artémis und Kering mandatiert. Zuletzt stand sie der Beteiligungsgesellschaft Artémis etwa beim Verkauf ihrer Fnac-Anteile an die Metro zur Seite.

Für das Kering-Mandat zum Verkauf der Puma-Anteile hatte Darrois zusammen mit Noerr Ideen zur Exit-Strategie Kerings entwickelt. Beide Kanzleien verbindet eine langjährige Beziehung. Während Darrois die französisch-rechtlichen Aspekte der Transaktion beriet, wirkte Noerr mit den Partnern Ritvay und Brellochs mit Blick auf die deutschrechtlichen Bezüge.

Für die arbeitsrechtlichen Aspekte der Transaktion mandatierte Kering die Arbeitsrechtlerin Audouze von der Arbeitsrechts-Boutique Ogletree. Zu US-rechtlichen Fragen schalteten die Franzosen die New Yorker Kanzlei Wachtell Lipton Rosen & Katz hinzu.

Nachdem Kering im Anschluss an die Planungen zum Ablauf der Transaktion Puma informierte, mandatierten die Herzogenauracher die Freshfields-Partner Braun und Schwarz. Insbesondere Braun kennt das Unternehmen und ihre ehemalige Eigentümerin sehr gut. Bereits beim Kauf von Puma 2007 war er neben Dr. Christoph von Bülow federführend im Mandat von PPR. Und auch die Umwandlung Pumas zur europäischen Aktiengesellschaft beriet er federführend für die französische Eigentümerin. Für Puma war Braun letztmals tätig, als Puma bei Borussia Dortmund investierte. (Martin Ströder)

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