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16.01.2018

Erster IPO 2018: Dermapharm bringt sich mit Sullivan und Latham in Position

Der erste Börsengang des Jahres kündigt sich an: Mitte Februar dürfte der Arzneimittelhersteller Dermapharm aus Grünwald bei München den Sprung aufs Frankfurter Parkett wagen. Als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner fungiert Berenberg, Co-Lead Manager ist Oddo BHF.

Carsten Berrar

Carsten Berrar

Das Unternehmen könnte mit 1,5 bis 1,75 Milliarden Euro bewertet werden, das ergeben Schätzungen von Analysten der Emissionsbanken, die der Agentur Reuters vorliegen. 2016 hatten die Finanzinvestoren BC Partners und Nordic Capital bereits 1,1 Milliarden Euro für Dermapharm geboten. Doch Gründer Wilhelm Beier lehnte ab.

Über eine Kapitalerhöhung will sich das Unternehmen mit dem Börsengang jetzt 100 Millionen Euro holen, zudem plant die Eigentümerfamilie 15 Prozent ihrer Aktien abzugeben. Demnach würde der Streubesitz nach dem IPO bei 25 Prozent und das Emissionsvolumen bei 400 Millionen Euro liegen.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang will das Unternehmen zum einen bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren, zum anderen weiter expandieren und in eine neue Produktionsstätte in Österreich investieren.

Noch befindet sich das Unternehmen über die Themis Beteiligungs AG gänzlich in Besitz der Familie von Gründer Beier. Er hatte die Unternehmensgruppe 1991 aus mehreren mittelständischen Herstellern geformt. Seine wohl bekannteste Marke ist der Sonnencreme-Hersteller ‚Tiroler Nussöl‘. 2016 belief sich der Umsatz des Unternehmens auf 445 Millionen Euro, ab dem Geschäftsjahr 2018 plant die Geschäftsführung 50 bis 60 Prozent des Gewinns als Dividende auszuschütten.

Roland Maass

Roland Maass

Weitere Börsenkandidaten stehen in den Startlöchern

Bis Ostern wollen auch die Siemens-Medizintechniktochter Healthineers und der Immobilien-Entwickler Instone an der Frankfurter Börse gelistet sein. Marktbeobachtern zufolge drängen Börsenaspiranten derzeit aufs Parkett, da eine mögliche Erhöhung der Leitzinsen die Chancen auf eine gute Ausgangssituation eintrüben könnte.

Berater Dermapharm
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Federführung), Dr. Krystian Czerniecki; Associates: Dr. Felix Ganzer (alle Kapitalmarktrecht)
Milbank Tweed Hadley & McCloy (München): Dr. Norbert Rieger, Dr. Christoph Rothenfußer (beide Corporate/M&A)

Berater Banken
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Roland Maass, Dr. Oliver Seiler (beide Federführung), David Boles (London; alle drei Kapitalmarktrecht), Christoph Engeler (Regulierung; Hamburg); Associates: Dr. Camilla Kehler-Weiss, Lukas Greilich (beide Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Der prominente Kapitalmarktrechtler und Sullivan-Partner Berrar kam über eine Empfehlung ins Mandat. An der Seite von Milbank hat man Sullivan auch schon beim IPO von Sixt Leasing gesehen. Dem Vernehmen nach hat Milbank das Unternehmen auch schon in der Vergangenheit zu Transaktionen beraten.

Der jetzige Latham- und frühere Allen & Overy-Partner Seiler tritt bei ECM-Transaktionen häufig auf Bankenseite auf, wenn Sullivan die Emittentin berät. Nur ein Beispiel von vielen ist der IPO von Hello Fresh. Dass Latham aber auch selbst hochkarätige Emittenten zu ihren Mandanten zählt, belegt etwa der bevorstehende Healthineers-Börsengang. Dabei handelt es sich um den vermutlich größten Börsengang seit jenem der Deutschen Telekom 1996. Die Banken setzten bei dieser Transaktion auf Sullivan. (Claudia Otto)

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