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08.01.2018

Front gegen Google & Co.: Mandanten von Freshfields und Hengeler beteiligen sich an Auto-Joint-Venture

Der Navigationsdienst Here bekommt weitere Eigentümer. Nach den Autokonzernen Audi, BMW und Daimler sind nun auch die Zulieferer Bosch und Continental eingestiegen. Sie haben den deutschen Autoriesen, die die Mehrheit halten, je fünf Prozent abgekauft. Ein Kaufpreis dafür wurde nicht genannt. Auch der amerikanische Chiphersteller Intel bleibt weiter an Here beteiligt.

Thomas Meurer

Thomas Meurer

Daimler, BMW und Audi waren 2015 zuerst eingestiegen, als Nokia den Kartendienst verkaufte. 2,8 Milliarden Euro hatten sie damals dafür bezahlt. Im vergangenen Jahr schloss sich auch Intel dem Konsortium an. Gleichzeitig hatte auch eine asiatische Investorengruppe ihr Interesse an Here bekundet, darunter der chinesische Internetkonzern Tencent, der Kartenanbieter Navinfo und der Singapur-Staatsfonds GIC. Doch aus deren Einstieg wurde nichts, weil die amerikanische Aufsichtsbehörde für Investitionskontrolle (CFIUS) die zehnprozentige Beteiligung nicht genehmigte – sie erblickte darin eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA. Diese Politik führt nicht nur in den USA immer häufiger zur Problemen bei Transaktionen. Auch die europäischen Behörden greifen immer härter durch, wenn es um die Übernahme von europäischen Unternehmen durch chinesische oder russische Investoren geht.

Kartendienste wie Here, Tom-Tom oder Google Maps gelten als Voraussetzung für autonomes Fahren und viele digitiale Angebote in Fahrzeugen. Here dient den deutschen Autokonzernen und Zulieferern als Mittel, den großen Tech-Konkurrenten bei der Entwicklung von Roboterfahrzeugen Paroli zu bieten. Continental wird im Here-Konsortium vor allem Systeme für Fahrassistenz bereitstellen und Systeme zur dynamischen Aktualisierung von Karten durch Kameras in Fahrzeugen. Bosch steuert seine Kompetenz bei in der Datenvernetzung bei.

Marius Berenbrok

Marius Berenbrok

Berater Bosch
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Thomas Meurer, Dr. Martin Ulbrich (beide Federführung), Dr. Bernd Wirbel (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht), Dr. Vera Jungkind (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Matthias Scheifele (Steuern; München), Patrick Wilkening, Dr. Andrea Schlaffge (beide IP/IT); Associates: Dr. Florian Hassner, Dr. Benedikt Statz, Jesco Lindner, Tobias Schneiders (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Tobias Bieber (Kartellrecht), Dr. Deniz Tschammler (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Maximilian Wosgien (IP/IT), Vicki Treibmann (Arbeitsrecht) 
Dorsey & Whitney (Seattle): Lawrence Ward (Regulierung) – aus dem Markt bekannt
De Brauw Blackstone Westbroek – keine Nennungen
Inhouse Recht (Stuttgart): Martin Busch, Susanne Eisenmann

Berater Continental
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Marius Berenbrok (Federführung), Dr. Tobias Klose (Düsseldorf), Alexander Doorman (Amsterdam; alle Corporate/M&A); Associates: Dr. Moritz von Hesberg, Dr. Lutz Drallé, Dr. Aljosha Barath, Nikoloz Alikhanashvili, Dr. Alexander Klausmann, Dr. Arne Krawinkel (Düsseldorf), Thijs van Gammeren, Rosemarieke Uitdewilligen (beide Amsterdam; alle Corporate/M&A), Christian Klöpper (Finanzrecht), Dr. Sonja Bocek, Catharina Minners (beide Immobilienwirtschaftsrecht; alle Frankfurt), Dr. Lilly Fiedler (Berlin), Dr. Dominic Divivier (Düsseldorf; beide Kartellrecht), Benjamin Köpple, Maartje van der Molen (Amsterdam; beide Arbeitsrecht), Simge Soto Carril

Nicole Englisch

Nicole Englisch

Berater Here (Audi/BMWDaimler)
Clifford Chance (München): Dr. Nicole Englisch (Federführung; Gesellschaftsrecht), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht; Düsseldorf);  Associates: Nico Basener (beide Gesellschaftsrecht; München), Dr. Florian Wiesener (Kartellrecht; Düsseldorf) – aus dem Markt bekannt
Hogan Lovells (München): Dr. Volker Geyrhalter (Corporate/M&A), Florian Bortfeldt; Associate: Cornelius Naumann – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Hengeler wird als Panelkanzlei von Bosch regelmäßig bei Transaktionen mandatiert, meist wird dabei die M&A-Gruppe um Meurer und Wirbel aus Düsseldorf beauftragt. Im vergangenen Mai verkaufte der schwäbische Zulieferer-Riese mit den beiden Hengeler-Partnern seine Anlassersparte nach China. Diesmal war gemeinsam mit Meurer auch Jungpartner Ulbrich in der Federführung. Er hatte erst kürzlich den Zulieferer Stahlgruber beim Verkauf seiner Autoteilesparte an den amerikanischen Produzenten LKG bei einem grenzüberschreitenden US-Deal beraten. Da Here einen großen Teil seines Geschäfts in den USA hat, spielten nun auch US-rechtliche Aspekte eine größere Rolle. Beispielsweise führte Dorsey-Partner Ward die Verhandlungen mit der amerikanischen Investitionskontrollbehörde CFIUS.

Geyrhalter_Volker

Volker Geyrhalter

Auch Continental baute mit dem Hamburger Partner Berenbrok von Freshfields auf einen ihnen gut bekannten Berater. Berenbrok hatte Continental beispielsweise beim milliardenschweren Kauf des Kunststoffherstellers Veyance vertreten.

Ebenso eingespielt ist das Hogan Lovells/Clifford-Duo auf Seiten des Automobilkonsortiums. Beide Kanzleien sind seit dem Einstieg bei Here für das Joint Venture an Bord und begleiteten in derselben Arbeitsteilung schon den letzlich fehlgeschlagenen Einstieg der chinesischen Interessenten. Clifford-Partnerin Englisch ist dabei für die gesellschaftsrechtlichen Joint-Venture-Fragen zuständig, Hogan Lovells, diesmal mit ihrem Partner Geyrhalter, sorgt für die Beratung zum Transaktionspart. (Christiane Schiffer)

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