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10.01.2018

Jetzt auch Strom: Eversheds-Mandantin Shell übernimmt den Energieversorger First Utility

Der Öl- und Gaskonzern Shell steigt mit dem Kauf des britischen Energieversorgers und Kabelnetzbetreibers First Utility ins Stromgeschäft ein. Shell baut mit der Übernahme sein Angebot weiter aus. Der Kaufpreis wird Medienberichten zufolge auf maximal 340 Millionen Euro geschätzt.

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Sven Schweneke

Mit der Transaktion übernimmt Shell auch die 100-prozentige deutsche First Utility-Tochter mit Sitz in Hamburg. Diese vertreibt im Rahmen eines Kooperationsvertrags in Deutschland bereits seit 2015 Strom unter dem Namen ‚Shell PrivatEnergie‘.

Der Abschluss der Transaktion ist abhängig von behördlichen Genehmigungen, die aber bis Ende Februar erteilt sein sollen. Dann wird Shell rund 850.000 britische Haushalte mit Strom versorgen und gleichzeitig auch Kabelnetzanschlüsse anbieten. In den Kabelnetzanschluss-Markt ist First Utility erst kürzlich eingestiegen.

Für Shell ist die Transaktion ein weiterer Schritt hin zur Diversifizierung ihres Angebots. Erst im Oktober wurde bekannt, dass Shell New Motion gekauft hat, einen europäischen Betreiber von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Der niederländisch-britische Konzern Shell, der in Deutschland vor allem für seine 2.000 Tankstellen bekannt ist, plant auch auf dem deutschen Markt das Vertriebs- und Handelsgeschäft für Erdgas, Strom und CO² auszubauen.

Berater Shell
Eversheds Sutherland (London): Iwan Walters (Federführung; Corporate/Energierecht), Simon Crossley (Commercial), Sven Schweneke (M&A), Martin Bechtold (beide München), Ros Kellaway (beide Kartellrecht), Danny Blum (Arbeitsrecht), Dr. Lutz Schreiber (IT-Recht; Hamburg), Dirk Kramer (Corporate/M&A), Dr. Arndt Scheffler (Kartellrecht); Associates: Martin Sanftleben (Corporate/M&A), Dr. Thomas Barth (Arbeitsrecht; alle München), Sebastian Böhme (IT-Recht; Hamburg)
Inhouse Recht (London): Richard Hill (General Counsel)

Berater First Utility
Slaughter and May (London): Richard de Carle (Federführung; Corporate), Isabel Tylor (Kartellrecht), Jonathan Fenn (Arbeitsrecht), Mike Fenn (Steuerrecht); Associates: David Plant (Corporate), Katie Lewis (Arbeitsrecht), Jamshed Bilimoria (Steuerecht), Ellen Friend (Corporate), Alex Fisher, James Dow (beide Kartellrecht)

Hintergrund: Shell ließ sich bei der Transaktion von seiner Panelkanzlei Eversheds beraten. Federführend war Partner Walters mandatiert. Das deutsche Team um den Münchner Partner Schweneke war vor allem an der Due Diligence beteiligt. Dahingehend gestaltete sich die Bewertung bestehender Kooperationsverträge auch mit lokalen Energieversorgern als zeitaufwendig. Die Transaktion war die erste, die Eversheds für Shell übernehmen durfte, nachdem sie es Anfang 2016 erstmals aufs Shell-Panel geschafft hatte. Weitere Panelkanzleien sind: Allen & Overy, Clifford Chance, Norton Rose, Baker McKenzie und Reed Smith.

Die britische Kanzlei Slaughter and May beriet die Transaktion mit einem Team um den langjährigen Partner de Carle, ohne ihre deutsche Best Friend-Kanzlei Hengeler Mueller beteiligen zu müssen. (Martin Ströder)

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