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12.01.2018

Studentenwohnheime: 1.000 Appartments wechseln mit Dentons und Weisner den Besitzer

Der amerikanische Immobilieninvestor Harrison Street Real Estate Capital hat ein Portfolio von über 1.000 Studentenappartments in Deutschland übernommen. Verkäuferin ist die Hamburger Assetmanagerin MPC Münchmeyer Petersen Capital.

Sebastian Schmid

Sebastian Schmid

Die Studentenwohnheime, die unter dem Namen ‚Staytoo‘ betrieben werden, befinden sich in den Uni-Städten Berlin, Bonn, Kaiserslautern, Leipzig und Nürnberg. MPC hielt das Portfolio über den geschlossenen Fonds Student Housing Venture I, an dem neben institutionellen Investoren auch MPC als Co-Investor beteiligt war. Parallel zum Verkauf vereinbarten MPC und Harrison Street ein Joint Venture, das sich um den Erwerb und Betrieb von deutschen, österreichischen und niederländischen Studentenwohnheimen kümmern soll. Dieses Joint Venture erwarb auch das nun verkaufte Staytoo-Portfolio. Das Gemeinschaftsunternehmen soll künftig auch in anderen europäischen Ländern aktiv werden.

Die börsennotierte MPC übernimmt über seine Tochter MPC Micro Living Services auch weiterhin das Management der Appartments.

Harrison Street gehört mit mehr als 73.000 Betten in den USA und in Europa zu den größten privaten Investoren beim Thema studentisches Wohnen. Auf dem europäischen Markt ist Harrison Street seit der Eröffnung eines Londoner Büros 2015 aktiv. Soweit bekannt beschränkten sich ihre Aktivitäten aber bislang auf Großbritannien und Irland.

Sönke Friedrichsen

Sönke Friedrichsen

Berater Harrison Street
Inhouse Recht (Chicago): Michael Gershowitz (Director & Deputy General Counsel)
Dentons (Berlin): Sebastian Schmid (Federführung), Dr. David Lange (beide Immobilienrecht), Dr. Julia Zeitz-Krüger (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Michael Brill; Associates: Dr. Marius Hommer (beide Immobilienrecht),  Dr. Norman Hölzel (Kartellrecht), Michael Valentin (Immobilienfinanzierung), Laura Appell (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Victoria Prange (Gesellschaftsrecht/M&A)
DLA Piper (Luxemburg): Nicolas Marchand (Corporate/M&A)
EY (Eschborn): Jan Kiesel (Steuern)

Berater MPC Capital
Inhouse Recht (Hamburg): Dr. Karsten Markwardt (General Counsel), Imme Claussen
Weisner Partner (Hamburg): Dr. Sönke Friedrichsen (Corporate/M&A) – Joint Venture Agreement und Asset Management Agreement
Arendt & Medernach (Luxemburg): Carsten Opitz (Corporate/M&A) – Joint Venture Agreement)
Arnecke Sibeth (München): Alexander Lehnen; Associate: Laura Neugebauer (beide Steuern)

Berater Student Housing Venture I
Walch Rittberg Nagel (Hamburg): Dr. Mathias Walch (Corporate/M&A), Douglas von Rittberg (Immobilienrecht), Dirk Große-Klußmann (Corporate/Steuern/Investmentrecht); Associates: Alexander Fischer

Hintergrund: Der General Counsel von Harrison Street, Gershowitz, war vor seinem Wechsel zu dem Chicagoer Immobilieninvestor Partner bei DLA Piper. Die Kanzlei beriet das Private-Equity-Haus auch 2016 beim milliardenschweren Erwerb von Campus Crest in den USA. Bei der jetzigen Transaktion beriet ein Berliner Dentons Team um den Immobilien-Partner Schmid, der erst im Mai 2017 zum Partner ernannt worden war. Harrison hatte ihr Londoner Büro 2015 mit einem früheren Managing-director von AIG Global Real Estate Investment eröffnet. Zu AIG unterhielt Dentons bereits zu Salans-Zeiten europaweit gute Kontakte.

MPC-General Counsel Markwardt setzte bei dem Deal zwar auf eine noch junge Kanzlei, deren Gründer kennt er aber schon lange: Weisner Partner war erst im Dezember als Spin-off des Hamburger Büros von Honert + Partner entstanden. Mit Namenspartner Dr. Arnd Weisner hat MPC aber schon seit mehreren Jahren bei der Abwehr von Prospekthaftungsklagen sowie im Gesellschaftsrecht und bei Transaktionen zusammengearbeitet. Auch beim Kauf der deutschen und zyprischen Unternehmensteile der Reederei  C.F. Ahrenkiel 2014 beriet ein Honert-Team um Weisner MPC.

Für die steuerrechtliche Beratung zeichnete nun der Immobiliensteuerrechtler Lehnen verantwortlich, der im Sommer vergangenen Jahres mit seinem Team von Dr. Kleeberg & Partner zu Arnecke Sibeth gewechselt war. Die Kanzlei schloss sich zum Januar mit der traditionsreichen Hamburger Kanzlei Dabelstein & Passehl zusammen und firmiert demnächst unter Arnecke Sibeth Dabelstein.

Auf Verkäuferseite agierte zudem die Hamburger Immobilienboutique Walch Rittberg Nagel für den Fonds Student Housing Venture I. Auch bei dieser Hamburger Kanzlei hatte es im vergangenen Jahr eine personelle Veränderung gegeben: Der Investment- und Steuerrechtler Große-Klußmann wechselte von Jebens Mensching als vierter Partner zu Walch Rittberg Nagel.

Die Transaktion wurde von dem Hamburger Notar Dr. Markus Perz aus dem Notariat Alsterarkaden beurkundet. (Christine Albert)

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