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27.03.2018

Neuer Kurs: Clifford-Mandantin 3i verkauft Fährreederei Scandlines an Konsortium

Die Ostsee-Reederei Scandlines wird für 1,7 Milliarden Euro verkauft. Käufer ist ein Konsortium aus den Investmentgesellschaften Hermes Investment und dem First State Investment, die dem britischen Investor 3i seine Anteile an der Reederei abgekauft haben. 3i selbst investiert erneut in Scandlines und ist damit weiterhin an der Reederei beteiligt.

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Markus Muhs

3i war zu 55 Prozent selbst und zu 45 Prozent über von ihr verwaltete Fonds in Scandlines investiert. Für ihre 55 Prozent an Scandlines erhielt 3i 744 Millionen Euro plus einen Aufschlag von 27 Prozent. Während First State in Zukunft 50,1 Prozent und Hermes 14,9 Prozent der Anteile an Scandlines hält, hat sich 3i den verbleibenden Anteil von 35 Prozent gesichert und rechnet für das erste Quartal 2019 mit einem Nettoerlös von 347 Millionen Euro.

3i ist seit 2013 alleiniger Eigentümer der Reederei gewesen. 2007 hatte der Investor zuerst 40 Prozent der Scandlines-Anteile gekauft, 2010 kamen weitere 10 Prozent von der Deutschen Seerederei hinzu. 2013 übernahm 3i dann die übrigen Anteile in Höhe von 50 Prozent vom bisherigen Miteigentümer Allianz Capital Partners. Jetzt verkauft 3i Scandlines für einen Eigenkapitalwert von 1,7 Milliarden Euro.

Wie aus dem Markt bekannt wurde, hatte auch der chinesische Investor CK Infrastructure (CKI) ein Kaufinteresse, unterlag jedoch im Bieterverfahren.

Scandlines betreibt zwei Fährrouten zwischen Dänemark und Deutschland. Mit acht Fährschiffen führt die Reederei über 42.000 Überfahrten pro Jahr durch. 2016 betrug der Umsatz von Scandlines 470 Millionen Euro

Berater 3i
Clifford Chance (London): Brendan Moylan (Federführung; Corporate/M&A), Markus Muhs (München), Dr. Kerstin Kopp (Frankfurt; beide Private Equity), Barbara Mayer-Trautmann (Finanzierung; München), Jenine Hulsmann, Marc Besen (beide Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Ines Keitel (Arbeitsrecht); Associates: Charlotte Madden (Corporate/M&A), Dr. Wenzel Richter, Regina Freckmann (beide Private Equity; beide München), Markus Fischer (Finanzierung; Frankfurt), Chandralekha Ghosh (Kartellrecht), Amrei Fuder (Immobilienrecht), Dr. Christopher Fischer (Arbeitsrecht; beide Frankfurt), Dr. Florian Wiesner (Kartellrecht/Außenwirtschaftsrecht;  Düsseldorf)

Nikolaus Reinhuber

Nikolaus Reinhuber

Berater First State Investment/Hermes Investment
Baker & McKenzie (London): Tim Sheddick (Federführung), Dr. Nikolaus Reinhuber (Frankfurt), Dr. Jon Meese (alle Corporate/M&A; München), Anahita Thoms (Außenwirtschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Janet Butler (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin); Associates: Tom Pound, Alexandra Desberg, Victoria Legg (alle Corporate/M&A; alle London), Dr. Tino Marz (München), Dr. Valesca Molinari (beide Corporate/M&A; Frankfurt), Dr. Ilya Levin (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin)

Berater Scandlines
Inhouse: Dr. Gerlinde Krieger (Leiterin Recht)
Gorrissen Federspiel (Dänemark): Finn Møller – aus dem Markt bekannt

Berater CK Infrastructure (CKI)
Ashurst
(London): Jason Radford, Nick Rainsford (beide Federführung), Dr. Maximilian Uibeleisen, Dr. Benedikt von Schorlemer (beide Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Clifford ist für 3i seit Langem tätig. So war sie 2007 dabei, als 3i bei Scandlines einstieg und auch 2013, als 3i die Anteile von Allianz Capital Partners kaufte. Clifford geriet jedoch 2013 als Beraterin von 3i und ACP in einen Konflikt, weswegen Freshfields Bruckhaus Deringer die Beratung von 3i übernahm. In Refinanzierungsfragen war Clifford aber weiterhin tätig und beriet auch bei der aktuellen Transaktion zu Finanzierungsfragen. Die Federführung lag in London.

Bei Scandlines unterstütze Krieger als Leiterin der Rechtsabteilung die Transaktion. Sie war auch schon 2013 mit von der Partie als 3i zum alleinigen Eigentümer wurde. Unterstützung holte sich Scandlines von der dänischen Kanzlei Gorrissen. Die Kanzlei wird regelmäßig von Scandlines mandatiert. Etwa auch 2012, als Scandlines einigen Fährrouten an Stena Line verkaufte.

Auf Verkäuferseite war Baker & McKenzie mit einem internationalen Team um den Londoner Partner Tim Sheddick für das Bieterkonsortium im Mandat. (Helena Hauser)

Wir haben den Beitrag am 10.04.2018 ergänzt.

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