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17.04.2018

IT-Outsourcing: T-Systems übernimmt Rechenzentren der Iuslake-Mandantin Sparda-Banken

Eine Gruppe von zwölf Sparda-Banken hat sich für das Outsourcing ihres Rechenzentrums entschieden. Bisher erbrachte die Sparda-Datenverarbeitung, eine Gesellschaft der Genossenschaftsbanken, die IT-Dienstleistungen für ihr Bankgeschäft. Künftig wird T-Systems die Großrechner und Serverlandschaften für die Banken bereitstellen. Der Vertragswert liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Andreas Hautkappe

Andreas Hautkappe

Der Vertrag mit T-Systems soll sieben Jahre laufen und enthält eine Verlängerungsoption um weitere drei Jahre. Im Rahmen des Vertrags übernimmt T-Systems zudem 120 der insgesamt rund 500 Mitarbeiter der Sparda-Datenverarbeitung (SDV-IT), die bisher in zwei Rechenzentren in Nürnberg tätig waren und die seit 1983 die zentrale IT-Dienste für die Sparda-Banken erbringen. Neben den Mitarbeitern übernimmt T-Systems im Rahmen des Outsourcing-Projekts auch die Hardware der Abteilung. 

Das Projekt ist eines der derzeit größten Outsourcing-Projekte in der deutschen Bankenwelt, die unter anderem auch wegen der Digitalisierung unter großem Druck steht. Weitere Gründe für den Schritt sind das aktuelle Niedrigzinsumfeld sowie die steigenden regulatorischen Anforderungen für Banken.

T-Systems ist die Großkundensparte der Deutschen Telekom. Mit 37.900 Mitarbeitern und einem Umsatz von 6,9 Milliarden Euro (2017) ist T-Systems einer der führenden herstellerübergreifenden Digitaldienstleister mit Sitz in Frankfurt. Sie setzte sich dem Vernehmen nach gegen andere Bieter durch.

Rolf_Christian

Christian Rolf

Berater Sparda-Banken/Sparda-Datenverarbeitung
Iuslake (Frankfurt): Dr. Andreas Hautkappe, Dr. Stephanie Schmidt-Ehemann; Associate: Julian Rübsaamen (alle Corporate/M&A)
Dierlamm (Kirchhain): Jürgen Dierlamm (IT-Recht)
Willkie Farr & Gallagher
(Frankfurt): Dr. Christian Rolf; Associate: Tim Bulian (Arbeitsrecht)

Berater Deutsche Telekom/T-Systems
Inhouse Recht (Deutsche Telekom; Bonn): Marion Ott (Senior Legal Counsel) − aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht
(T-Systems; München): Barbara Schubert (HR Project Manager & Legal Adviser Labor Law) − aus dem Markt bekannt
Holthausen Maaß Steffan (Köln): Dr. Ralf Steffan (Arbeitsrecht) − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der ehemalige Willkie-Partner Hautkappe hatte sich 2016 unter eigenem Namen selbstständig gemacht. Als er 2017 seine frühere Kollegin Schmidt-Ehemann als Partnerin aufnahm, nannte er die Kanzlei in Iuslake um. Hautkappe berät die Sparda-Gruppe und deren Beteiligungsgesellschaften bereits seit fast zwei Jahrzehnten. Noch für Willkie hatten er und Schmidt-Ehemann eine Gruppe der Sparda-Banken beim Verkauf der Netbank an die Augsburger Aktienbank federführend begleitet.

Neben Iuslake kam dem Vernehmen nach über eine beauftragte Unternehmensberatung die Kanzlei Dierlamm ins Mandat, deren Spezialgebiet das IT-Outsourcing bei Banken ist. Zu Komplexität führte bei den Verhandlungen, dass es sich um ein sogenanntes First-Generation-Outsourcing handelt, das Mitarbeiter, Soft- und Hardware betrifft.

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Ralf Steffan

Gerade weil auch 120 Arbeitnehmer Teil des Vertragsschlusses gewesen sind, nahm insbesondere auch das Arbeitsrecht einen erheblichen Teil der Beratung ein. Sowohl intern in den Gesprächen mit Gewerkschaft und Betriebsrat als auch extern gegenüber T-Systems ließen sich die Sparda-Banken von Willkie beraten.

T-Systems setzte allein im Arbeitsrecht mit dem Kölner Namenspartner Steffan der Kanzlei Holthausen Maaß Steffan auf externe Berater. Ansonsten stützt sich das Unternehmen bei Outsourcing-Projekten regelmäßig auf die Stärke der eigenen Inhousejuristen. So etwa auch beim IT-Outsourcing der Postbeamtenkrankenkasse. Im Vergleich zu der Bedeutung, die der Deal bei den Sparda-Banken besitzen dürfte, handelt es sich für die Telekom-Tochter eher um ein Standardgeschäft.

Die steuerliche Seite wurde von der Datenverarbeitungstochter der Sparda-Banken offenbar weitgehend inhouse mit Rückendeckung des für die Banken als Prüfverband tätigen Verbands der Sparda-Banken gestaltet. (Ludger Steckelbach)

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