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25.04.2018

Satellitentechnik: Allen & Overy und Görg beraten bei Kathrein-Restrukturierung

Die Kathrein-Werke KG und ihre Rechtsnachfolgerin Kathrein SE haben sich mit ihren wesentlichen Finanzierern auf eine Restrukturierung geeinigt. Das Rosenheimer Unternehmen ist die zentrale Gesellschaft innerhalb der aus etwa 60 Unternehmen bestehenden Kathrein-Gruppe.

Peter Hoegen

Peter Hoegen

Die Familienunternehmen haben eine Restrukturierungsvereinbarung als Grundlage für eine konsensuale Restrukturierung abgeschlossen. Sie sieht neben einer signifikanten Einlage ihres Gesellschafters Anton Kathrein auch eine Sicherung der Finanzierung der Kathrein-Gruppe bis Ende 2020 vor. Die kreditgebenden Banken, ein Konsortium aus rund zehn Instituten, haben mit den Unternehmen zu diesem Zweck einen Sanierungskreditvertrag abgeschlossen.

Kathrein ist auf Kommunikationstechnik spezialisiert, von Mobilfunk- und RFID-Lösungen über Satellitenempfangs- und Rundfunktechnik bis zu Sende- und Empfangssystemen in Fahrzeugen. Die Gruppe beabsichtigt bei der Restrukturierung, ihre Effizienz zu steigern und Kosten zu sparen sowie sich auf ihr Kerngeschäft und auf innovative Schwerpunkte zu fokussieren. Stand Juni 2017 beschäftigte sie weltweit rund 7.600 Mitarbeiter. Schon im Februar hatte das Unternehmen die Schließung der Tiroler Produktionsstätte Niederndorf und des tschechischen Werkes in Bělá nad Radbuzou angekündigt. Der zuletzt veröffentlichte Umsatz (2016) lag bei 794 Millionen Euro.

Berater Kathrein-Werke
Allen & Overy (Frankfurt): Peter Hoegen (Federführung), Dr. Franz-Bernhard Herding (beide Bank- und Finanzrecht/Restrukturierung), Dr. Sven Prüfer (Corporate/Restrukturierung), Dr. Andre Wandt (Corporate); Associates: Fatih Coskun, Dr. Christopher Kranz, Dr. Antonia Wolf (alle Bank- und Finanzrecht/Restrukturierung), Antje Nehles-Glock, Dr. Martin Thürling (beide Corporate/Restrukturierung)
Görg (Köln): Dr. Martin Stockhausen, Dr. Helmut Balthasar, Dr. Christoph Janssen, Philipp Arbeiter (alle Restrukturierung), Dr. Katja Kuck (IP/Patente), Dr. Yorick Ruland (Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (Rosenheim): Mike Tschirschwitz (General Counsel)

Jörn Kowalewski

Jörn Kowalewski

Berater Bankenkonsortium
Latham & Watkins (Hamburg): Dr. Jörn Kowalewski (Federführung), Frank Grell (beide Restrukturierung), Dr. Tobias Klass (Steuerrecht), Dr. Nils Röver (Corporate), Helena Potts (Restrukturierung; London); Associates: Dr. Hendrik Hauke, Dr. Janina Schmidt-Keßler, Dr. Jan-Philipp Praß, Dr. Daniel Splittgerber, Dr. Manuel Holzmann (alle Restrukturierung), Marc Hecht (Restrukturierung; London), Dr. Benjamin Fritz (Litigation), Dr. Carolin Roßkothen, Dr. Daniel Kreutzmann (beide Corporate)

Hintergrund: Die Ausrichtung der beratenden Teams auf beiden Seiten lässt erkennen, dass der Aspekt der Restrukturierung gegenüber dem der reinen Unternehmensfinanzierung eine bedeutende Rolle bei der aktuellen Vereinbarung spielt. Die Kanzleien wurden bereits im vergangenen Jahr mandatiert und haben als Grundlage der nun erzielten Einigung verschiedene Optionen zur Weiterführung der Unternehmensgruppe verhandelt.

Seit dem Herbst 2017 arbeitet der Restrukturierungsexperte Hans-Joachim Ziems als Chief Restructuring Officer in der Geschäftsleitung von Kathrein an der Neuausrichtung der Gruppe mit. Er hat beispielsweise bei der umfangreichen Restrukturierung der IVG mitgewirkt, damals wie heute im Zusammenspiel mit den Restrukturierungsexperten von Görg. Ziems und Görg-Partner Stockhausen kennen sich nicht zuletzt aus der Kirch-Media-Insolvenz.

Weder Latham noch Allen & Overy sind in Restrukturierungsfällen auf die Beratung einer bestimmten Seite – Banken oder Krisenunternehmen – festgelegt. Kowalewski ist aktuell Mitglied des Latham-Teams, das im Kontext der neuerlichen Insolvenz von Solarworld die Solar Holding berät. Hoegen trat jüngst in dem Allen & Overy-Team in Erscheinung, das die Banken in der Steinhoff-Krise beriet. (Ludger Steckelbach)

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