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18.04.2018

Wettvermittler: Tipico übernimmt Görg-Mandantin mit Wuertenberger und Brandl & Talos

Der Wettanbieter Tipico kauft in Deutschland und Österreich zu: Über die Tipico Germany Holding erwirbt er die Maritimo Sports- und Entertainment, die insgesamt 33 Sportwettbüros beziehungsweise Wettannahmestellen betreibt. Diese liegen überwiegend in Bayern und Oberösterreich. Ein Kaufpreis für die Transaktion wurde nicht bekannt. Das Kartellamt hat den Deal zwischen den Buchmachern bereits freigebeben.

Thomas Würtenberger

Thomas Würtenberger

Der Wettanbieter Maritimo wurde 2012 von dem Unternehmer Marijo Slisko gegründet. Er steht auch hinter dem Wettvermittler Tangier Sports und der branchenspezifischen Beraterfirma MC – Mandalina Consult. Seine Firma Maritimo mit Hauptsitz in München und einer Tochterfirma in Linz ist bereits seit einigen Jahren Franchisenehmer von Tipcio. Fünf seiner Wettannahmestellen und -büros liegen in Österreich, die anderen in größeren süddeutschen Städten, darunter auch in München. 

Tipico, die seit 2016 den Finanzinvestor CVC Capital Partners an Bord hat, gilt bereits als Marktführerin im deutschen Sportwettengeschäft. Nachdem sie Ende letzten Jahres schon die Berliner Holdinggesellschaft Via Consulting, die rund 50 Wettbüros hält, erwarb, zählt Tipico nach dem jüngsten Zukauf mehr als 1.000 Wettannahmestellen hierzulande. In Österreich vermitteln etwa 100 Stellen das Wettangebot von Tipico. In der Alpenrepublik spielt die Fußballbundesliga dank eines entsprechenden Sponsorenvertrags unter „Tipico Bundesliga“. Und auch die DFL-Tochtergesellschaft Bundesliga International hat mit der Wettenanbieterin eine Sponsoring-Vereinbarung bis einschließlich Saison 2020/21 abgeschlossen.

Berater Tipico
Brandl & Talos (Wien):  Dr. Thomas Talos; Associate: Stephan Strass (beide M&A)
Wuertenberger (Stuttgart): Dr. Thomas Würtenberger (Regulierung/Sportwettrecht), Dr. Marc Winstel (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Hannes Kern (Kartellrecht); Associate: Clemens Pölzelbauer (Regulierung/Vertriebsrecht)
Ernst & Young (Eschborn): Albrecht Müller, Steffen Höhl (beide Steuern) − aus dem Markt bekannt

Christian Becker

Christian Becker

Berater Maritimo-Eigentümer
Görg (München): Christian Becker (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Marc Schüffner (Regulierung/Sportwettrecht), Dr. Christian Bürger (Kartellrecht), Michael Gierth (Immobilienrecht), Dr. Daniel Rubner, Beatrice Gack, Dr. Lutz Pospiech; Associate: Beatrice Gack (alle Gesellschaftsrecht/M&A)
Wolf Theiss (Wien): Christian Hoenig, Christian Mikosch, Doris Buxbaum (alle Gesellschaftsrecht/M&A) − aus dem Markt bekannt 
HRS Steuerberatungsgesellschaft (München): Günther Helmhagen (Steuern) − aus dem Markt bekannt 
Altavis (München): Christian Roller, Jürgen Fahrenberg (beide Steuern) − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Tipico setzte bei dem Zukauf auf ein bereits eingespieltes Team: Mit der Wiener Sozietät Brandl & Talos, der Stuttgarter Kanzlei Wuertenberger und den Steuerexperten von EY hatte der Sportwettenanbieter bereits im letzten Jahr die Holdinggesellschaft Via Consulting erworben. Während  die Anwälte hier die rechtliche Due Diligence, die Vertragsverhandlungen und -gestaltung für die unterschiedlichen Jurisdiktionen unterstützten und für Tipico auch die Kartellfreigabe einholten, gewährleistete EY hier − soweit bekannt − vor allem die Financial Due Diligence und Transaktionsstrukturierung.

Der bisherige Eigentümer von Maritimo hingegen setzte bei dem Verkauf erstmals auf ein Team um den Görg-Partner Becker. Dieser war ihm empfohlen worden.

Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Helmhagen gilt dagegen als langjähriger Berater des Maritimo-Gründers Slisko. Für steuerliche Fragen in der grenzüberschreitenden Transaktion wurde zudem die Münchner MDP-Kanzlei Altavis eingeschaltet. Diese gehört zum Netzwerk RSM International und arbeitete schon häufiger mit dem Münchner Görg-Büro zusammen, ebenso wie die österreichische Sozietät Wolf Theiss. Im letzten Jahr hatten beispielsweise Schiedsverfahrensspezialisten von Görg und Wolf Theiss zusammen für die rumänische Tinmar-Gruppe erfolgreich eine Klage in einem ICC-Eilschiedsverfahren abgewehrt. (Sonja Behrens)

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