Artikel drucken
03.07.2018

Linux wird schwedisch: Milbank berät EQT beim milliardenschweren Kauf von Suse

Der schwedische Finanzinvestor EQT hat das Nürnberger Softwareunternehmen Suse für umgerechnet 2,18 Milliarden Euro gekauft. Die Firma, die das Open-Source-System Linux für Behörden und Unternehmen nutzbar macht, gehörte seit 2014 der britischen Softwarefirma Micro Focus. EQT kündigte an, vor allem in Personal investieren zu wollen.

Oppenländer_Steffen

Steffen Oppenländer

Der Investor geht davon aus, dass die politische Entwicklung in den Vereinigten Staaten das Interesse von Unternehmen steigern wird, die an einer europäischen Softwarelösung interessiert sind. Erste Anzeichen dafür gibt es: In den vergangenen drei Jahren verzeichnete die 1992 gegründete Firma Suse jeweils ein 20-prozentiges Wachstum.

Suse erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016/17 mit etwa 1.400 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 303 Millionen Dollar und einen operativen Gewinn von 99 Millionen Dollar. EQT übernimmt ein schuldenfreies Unternehmen. Der britische Verkäufer Micro Focus wiederum will mit dem Erlös eigene Schulden tilgen und den Rest an die Aktionäre weitergeben.

Die Aktionäre von Micro Focus müssen der Transaktion noch zustimmen. Zudem muss das Suse-Geschäft aus den anderen Geschäftsbereichen der Verkäuferin ausgegliedert und regulatorische Genehmigungen eingeholt werden. Der Vollzug der Transaktion wird daher erst im kommenden Jahr erwartet.

Berater EQT
Milbank, Tweed Hadley & McCloy: Dr. Steffen Oppenländer (Federführung; Corporate/M&A; München), Mark Stamp (Corporate/M&A), Joel Harrison (IP; beide London), Dr. Rolf Füger (Steuern), Dr. Alexander Rinne (Kartellrecht; beide München), Alison Beal (London), Nathaniel Browand (New York; beide IP), Matthew Mortimer (Steuern; London); Associates: Merih Altay, James Mackay (beide London), Tian-Gu Shum, Dr. Fritz Schuchmann (beide München), Caroline Vorce (New York; alle Corporate/M&A), Vanessa van Weelden (Kartellrecht; München), Katherine Soanes (Arbeitsrecht; London), Kelly Bartley (Arbeitsrecht; New York)
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus, Dr. Barbara Koch-Schulte; Associate: Lorena Joana Echarri (alle zu Managementbeteiligung)
Latham & Watkins: Dominic Newcomb (Federführung; Finanzierung; London), Cora Grannemann (Finanzierung), Dr. Markus Krüger (Regulierung; beide Frankfurt); Associates: William Lam, Tristram Gargent, Medha Vikram (alle Finanzierung; alle London), Christian Grahlmann (Regulierung; Frankfurt)

Kosche_Till

Till Kosche

Berater Micro Focus
Travers Smith (London): Spencer Summerfield (Federführung), Jon Reddington, Mohammed Senouci (alle Corporate), Dan Reavill, James Longster (beide IP), Stephen Whitfield  (Kartellrecht), Simon Skinner, Madeline Gowlett (beide Steuern), Mahesh Varia (Arbeitsrecht), Paul Kenny (Immobilien); Associates: Tom Coulter, Jade MacDonald (beide Corporate), Alana Tinkler (Kartellrecht), Kevin Donegan, Ailie Murray,  Andrew Lewis (alle Arbeitsrecht)
Noerr (Frankfurt): Dr. Till Kosche, Dr. Thorsten Reinhard (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Tillmann Hecht (Arbeitsrecht), Dr. Fabian Badtke (Kartellrecht), Dr. Carsten Heinz (Steuerrecht; München); Associate: Dr. Thorsten Becker (Corporate/M&A)

Berater Banken
White & Case – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Steuerlich wurde EQT vom Stuttgarter Ernst & Young-Partner Matthias Franz beraten, aufseiten von Micro Focus stand PricewaterhouseCoopers. Aus beiden WP-Gesellschaften kamen zudem Transaction-Teams zum Einsatz.

Die Berater-Konstellation an der Seite von EQT weist vertraute Elemente auf. P+P und Latham standen schon 2014, als der schwedische Investor die Siemens-Hörgeratesparte übernahm, in ähnlicher Funktion an der Seite der Mandantin. Allerdings lag der Deal selbst seinerzeit in der Hand von Freshfields. Milbank wiederum ist hierzulande noch nicht prominent für EQT in Erscheinung getreten. Anders sieht es mit dem hier federführenden Oppenländer aus. Er kam im vergangenen Herbst von Hengeler Mueller zu der Kanzlei und hatte schon dort EQT mehrfach bei Transaktionen beraten. Noch vor wenigen Wochen beriet aber seine Ex-Kanzlei die Schweden beim Verkauf von CBR Fashion, ebenfalls flankiert von P+P.

Travers Smith und namentlich Summerfield beraten Micro Focus schon seit Langem. Gleiches gilt für Noerr, die hier als Local Counsel fungierte. Travers, die bis 2007 ein Büro in Deutschland unterhielt, und Noerr kooperierten nicht zum ersten Mal. So berieten sie im Herbst vergangenen Jahres gemeinsam Bridgepoint. (Astrid Jatzkowski)

 

 

  • Teilen