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03.08.2018

Frisches Geld: Milbank und Latham & Watkins beraten bei Kaefer-Refinanzierung

Der Bremer Industriedienstleister Kaefer hat mit einem europäischen Bankenkonsortium eine umfassende Refinanzierung ausgehandelt. Eine Kreditlinie und eine börsennotierte Hochzinsanleihe bilden das 730-Millionen-Euro-Fremdkapitalpaket des Isoliertechnikspezialisten, der damit seine gesamte Passivseite neu aufstellt.

Thomas Ingenhoven

Thomas Ingenhoven

Das Konsortium für die syndizierte Senior-Kreditlinie über 480 Millionen Euro wird angeführt von den Banken BNP Paribas, Deutsche Bank, UniCredit und Commerzbank. Die besicherte Anleihenfinanzierung, die einem Nominalzins von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit bis 2024 unterliegt, bringt mithilfe der drei erstgenannten Banken und im Verbund mit der Bayerischen Landesbank sowie der IKB Deutsche Industriebank weitere 250 Millionen Euro frisches Geld. Mit der Anleihe debütiert das Unternehmen am Kapitalmarkt.

Beide Instrumente unterliegen deutschem Recht und werden durch die Emittentin und ihre Tochtergesellschaften besichert. Die Mittel aus der Bond- und Bankfinanzierung nutzt die Kaefer-Gruppe zur Ablösung der bestehenden Bankverbindlichkeiten einschließlich einer Vielzahl von Avalen.

Die vor hundert Jahren gegründete Kaefer Isoliertechnik befindet sich bis heute in Familienbesitz. Sie bietet Isolierungen, Lösungen in der Zugangstechnik, im Oberflächenschutz und im passiven Brandschutz an. Mit gut 27.000 Mitarbeitern setzte die Gruppe 2017 in über 30 Ländern insgesamt 1,7 Milliarden Euro um. Wegen ihrer hohen Verschuldungsquote liegt die Bonität des Unternehmens bei der Agentur Moody’s allerdings im Ramschbereich.

Berater Kaefer
Milbank Tweed Hadley & McCloy (Frankfurt): Dr. Thomas Ingenhoven (Bank- und Finanzrecht), Dr. Mathias Eisen, Rebecca Marques (London; beide Kapitalmarktrecht; alle Federführung), Dr. Thomas Kleinheisterkamp (Steuerrecht), Dr. Norbert Rieger (beide München), Dr. Arndt Stengel (beide Corporate/M&A), Catherine Martin (Alternative Investments), Andrew Walker (Steuern; beide New York), Fabiana Sakai (Kapitalmarktrecht; São Paulo); Associates: Dr. Nikolas Koutsós (Bank- und Finanzrecht), Dr. Thomas Möller (Kapitalmarktrecht), Dr. Moritz Philipp (München; Steuerrecht), Azzurra Camillieri, Darell Hayes, Dimos Papanikolaou, Tathyane Vosgerau, David Waserstein (alle Kapitalmarktrecht; alle London), Michael Goon (Steuerrecht), Megha Kalbag (Alternative Investments; alle New York)

Alexandra Hagelüken

Alexandra Hagelüken

Berater Bankenkonsortium
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Rüdiger Malaun (Kapitalmarktrecht; München), Alexandra Hagelüken (Bankfinanzierung; beide Federführung), Dr. Alexander Lentz (Kapitalmarktrecht); Associates: Jan Penselin, Dr. Alexander Vorndran (beide Kapitalmarktrecht), Kim Woggon (Bankfinanzierung)

Hintergrund: Die Finanzierung prägte eine Restrukturierung der gesamten Passivseite. Milbank beriet die Schuldnerin insofern umfassend zur Anleihe, zur neuen Kreditlinie und zur Ablösung der bisherigen Konzernfinanzierung finanz-, steuer- und gesellschaftsrechtlich. Eisen und seine neue Londoner Kollegin Marques, die im Februar von Shearman & Sterling gekommen war, konzentrierten sich auf die Anleihe. Ingenhovens Part lag stärker beim Kredit und der Gesamtleitung. Die Kanzlei war über einen Pitch zu Jahresbeginn ins Mandat gekommen und hatte für die Arbeit nur zwei Monate Zeit.

Latham & Watkins unterhält zu mehreren der Konsortialbanken gute Kontakte. Ausschlaggebend für die Mandatierung war dem Vernehmen nach jedoch ihr Kontakt zur Deutschen Bank, für die das Team im vergangenen Jahr bereits die Finanzierung der Stada-Übernahme beraten hatte. Zur Anleihenemission und Kreditfinanzierung wurde Latham vom Bankenkonsortium im Paket beauftragt.

Steuerlich ließ sich Kaefer zusätzlich von PricewaterhouseCoopers beraten. (Ludger Steckelbach)

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