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25.08.2018

Neue Seidenstraße: Tradeo-Mandantin Duisburger Hafen investiert in Weißrussland

Die Aktiengesellschaft Duisburger Hafen hat sich an einem Logistik-Park in Weißrussland beteiligt: Der dort gelegene China-Belarus Industrial Park in Minsk ist ein Projekt der neuen Seidenstraße. Die Betreiberin des Duisburger Binnenhafens hat Anteile von der Stadt Minsk und der weißrussischen Horizont-Gruppe gekauft. Die genaue Höhe des strategischen Investments ist nicht bekannt.

Tobias Karrenbrock

Tobias Karrenbrock

Bei dem China-Belarus Industrial Park Great Stone handelt es sich um ein großes Logistik-Areal, dessen Ausbau weitgehend staatlich finanziert und von einem chinesisch-weißrussischen Joint Venture getragen wird. Verkäufer waren die Stadt Minsk und die weißrussische Horizont-Gruppe, die mit der Transaktion ihre Anteile abgaben. Für den Duisburger Hafen, der bereits seit einiger Zeit an den Güterverkehr nach China angebunden ist, spielt diese Investition eine zentrale Rolle, um die strategische Ausrichtung des Parks mitentwickeln zu können. Weitere Teilhaber sind nun diverse chinesische Investoren, unter anderem die staatseigene China Merchants Group, sowie eine weißrussische Körperschaft.

Nicht nur wegen der politischen Gesamtbedeutung des Projekts ist das Engagement der Duisport-Gruppe besonders. In dieser Transaktion wurde auch zum allerersten Mal von einer weißrussischen Partei neutrales Recht akzeptiert: So einigten sich die Parteien auf Schweizer Recht für die Verträge. Nach Aussage von Beteiligten könnte dies ein Türöffner für weitere westliche Investitionen in Weißrussland sein.

Das chinesische Projekt der neuen Seidenstraße wurde im Jahr 2013 ins Leben gerufen. In Anlehnung an die historische Seidenstraße soll so der eurasische Handel neuen Schwung erlangen. Dabei ist die Kontrolle des Projekts überwiegend in chinesischer Hand. Der Plan umfasst mehrere Handelsrouten, die im Süden über den Indischen Ozean und den Suezkanal zu europäischen Häfen wie Piraeus, Venedig oder Marseille führen. Über Land erstreckt sich die Route über Pakistan, Iran und Türkei bis in Städte wie Moskau, Berlin oder eben in die Metropolregion Rhein-Ruhr, nach Duisburg.

Berater Duisburger Hafen
Inhouse Recht (Duisburg): Andreas Keller (General Counsel)
Tradeo (Düsseldorf): Tobias Karrenbrock, Dr. Fabian Breckheimer (Gesellschaftsrecht/M&A; Commercial); Associate: Birthe Becker-Inglau (Gesellschaftsrecht/M&A)
Sorainen (Minsk): Maksim Salahub (Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater Horizont
Inhouse Recht – keine Nennungen

Berater Stadt Minsk
Inhouse Recht – keine Nennungen

Hintergrund: Die Düsseldorfer Boutique für Handels- und Vertriebsrecht Tradeo gründete sich im Jahr 2013, ihre Gründungspartner sind ehemalige Peters-Anwälte. Die Mandatsbeziehung zur Duisburger Hafen besteht schon einige Jahre. Tradeo berät insbesondere zu Themen im grenzüberschreitenden Gesellschafts- und Vertragsrecht. Auch die Gründung und der Aufbau der indischen Tochtergesellschaft Duisport Packing Logistics India wurde 2012 vom Düsseldorfer Partner Breckheimer begleitet.

Tradeo verfügt über zahlreiche Kontakte zu Best-Friends-Kanzleien im Ausland, darunter auch Sorainen in Minsk, die hier hinzugezogen wurde. Die Sozietät ist regelmäßig auch in internationale Schiedsverfahren eingebunden, da sie nicht nur seit 2008 in Weißrußland vertreten ist, sondern auch ältere Büros in Talin, Riga und Vilnius hat.

Verkäuferseitig wurde die Transkation vorwiegend inhouse begleitet. Die Steuer- und Finanz-Due-Diligence wurde dem Vernehmen nach durch den lokalen Standort von EY in Minsk durchgeführt. (Anika Verfürth)

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