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18.10.2018

Milliardenkredit: Vonovia sichert sich mithilfe von Freshfields und White & Case ab

Vonovia hat über ihre Amsterdamer Finanzierungstochter eine Kreditlinie über eine Milliarde Euro erhalten. Damit sicherte das Bochumer Immobilienunternehmen seine umfangreiche Akquisitionstätigkeit der letzten Monate ab. Die Commerzbank agierte dabei als Koordinator, Bookrunner und Arrangeur.

Mario Hüther

Mario Hüther

In dem Milliardenpaket ist auch eine sogenannte Swingline-Fazilität in Höhe von 300 Millionen Euro enthalten, die kurzfristig in Anspruch genommen werden kann. Das Bochumer Unternehmen hatte zuletzt vor allem im Ausland zugekauft: Die österreichischen Konkurrenten Buwog und Conwert zog sie mit öffentlichen Übernahmen an sich. Im Frühjahr kündigte sie an, den schwedischen Konzern Victoria Park übernehmen zu wollen. Zur unmittelbaren Refinanzierung hatte der DAX-Konzern nicht nur einen Kreditvertrag abgeschlossen, sondern seinerzeit auch Eigenkapital in Höhe von ebenfalls rund einer Milliarde Euro durch Ausgabe neuer Aktien aufgenommen, die im Wege eines beschleunigten Verfahrens platziert wurden.

Die Tochterfirma Vonovia Finance B.V. (VFBV), die für die Milliardenfinanzierung verantwortlich ist, war nach dem Börsengang 2013 der Vonovia-Vorgängergesellschaft Deutsche Annington aufgesetzt worden. Sie bündelt seither die Finanzierungsinstrumente der Immobiliengruppe und verantwortet mittlerweile ein Finanzierungsvolumen von rund 14 Milliarden Euro. Im Sommer begab sie beispielsweise eine Anleihe über 500 Millionen Euro, die 2023 fällig ist und von der Mutter Vonovia SE mit einer Garantie unterlegt wurde.

Nicht nur Vonovia Finance arbeitet regelmäßig mit der Commerzbank zusammen. Die Commerzbank war auch im Hintergrund tätig, als die Vonovia-Aktionäre im Frühjahr zum zweiten Mal auf der Hauptversammlung beschlossen, dass die Dividende von 1,32 Euro je Aktie auch in Form von neuen Aktien ausgezahlt werden könnte. Dafür wurde die deutsche Großbank als Zeichnungs- und Abwicklungsstelle eingeschaltet. 

Thomas Flatten

Thomas Flatten

Berater Vonovia Finance
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Mario Hüther (Federführung), Alexander Ruschkowski; Associates: Nina Heym, Christina Banz, Dennis Chinnow (alle Bank- und Finanzrecht)

Berater Commerzbank
White & Case (Frankfurt): Dr. Thomas Flatten, Dr. Sébastien Seele (beide Federführung; beide Bank- und Finanzrecht); Alexander Born (Steuern)

Hintergrund: Freshfields‘ Finanzierungspartner Hüther ist regelmäßig eingebunden, wenn Vonovia im Zuge ihrer Expansionsstrategie größere Transaktionen stemmt. Er war zusammen mit Dr. Gregor von Bonin Anfang des Jahres auch für Adler Real Estate im Einsatz, als sie eine Beteiligung an der Brack Capital Properties erwarb. Counsel Ruschkowski war im Rahmen der Finanzierung für Derivate zuständig.

Auch die Beziehung zwischen White & Case-Partner Flatten und der Commerzbank ist nicht neu. Bereits als der Private-Equity-Investor Chequers die Verbindlichkeiten seines Portfolio-Unternehmens Cordenka refinanzierte, mandatierte das Geldhaus Flatten. Die Federführung teilte er sich hier mit Local Partner Seele, der Anfang des Jahres von Freshfields kam. Teil des Teams war auch Senior Transaction Lawyer Dr. Alexander Hansen Diaz , der bereits bei Clifford Chance im Finanzierungsteam von Dr. Bettina Steinhauer arbeitete, sowie die Portfolio-Managerin Juliana Leao.

Zur Strukturierung und Abwicklung der Dividenden-Transaktion hatte die Commerzbank seinerzeit Hogan Lovells mandatiert. Die Federführung hielt der Frankfurter Partner Prof. Dr. Michael Schlitt, der jüngst auch die Deutsche Wohnen sowie zuvor schon den süddeutschen Finanzdienstleister Grenke und das Immobilienunternehmen DIC Asset unterstützte.

Zur Anleihebegebung im Sommer mandatierte Vonovia Finance nach Marktinformationen Linklaters. Clifford Chance beriet die Banken unter Führung von JP Morgan. Partner Sebastian Maerker bearbeitete das Mandat zusammen mit Associate Wolfgang Ettengruber. (Sonja Behrens)

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