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17.10.2018

Premiere: Linklaters und Clifford bringen China-Aktien an die Ceinex

Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Qingdao Haier strebt ein Zweitlisting an der deutsch-chinesischen Handelsplattform Ceinex in Frankfurt an. Bisher ist die Aktie des Unternehmens nur in Schanghai notiert. Rund drei Jahre nach der Gründung der Ceinex wäre Haier das erste Unternehmen überhaupt, das ein Zweitlisting am D-Shares-Markt in Frankfurt anstrebt. 

Marco Carbonare

Marco Carbonare

Ceinex ist die Abkürzung für China Europe International Exchange und ist Teil des Prime Standard der Frankurter Börse. Über die 2015 gegründete Plattform sollen Investoren die Möglichkeit bekommen, in Unternehmen aus China zu investieren, sowie mit chinesischen Exchange Traded Funds und Anleihen unter europäischen Rahmenbedingungen handeln können. Ceinex ist ein Joint Venture der Shanghai Stock Exchange, der Deutschen Börse und der China Financial Futures Exchange.

Die D-Shares („D“ steht für Deutschland) werden innerhalb einer Preisspanne von 1,00 Euro und 1,50 Euro je Aktie angeboten und können noch bis zum 18. Oktober gezeichnet werden. Die Gesellschaft strebt eine Platzierung von 265 Millionen neuen Aktien sowie einen möglichen zusätzlichen Greenshoe von bis zu 39,75 Millionen Aktien an. Am oberen Ende der Preisspanne könnte sich der Emissionserlös demnach auf bis zu 456 Millionen Euro belaufen. Der voraussichtliche Handelsbeginn ist am 24. Oktober 2018.

Cornerstone-Aufträge liegen dem Unternehmen zufolge von Silk Road Fund (SRF) für 55 Millionen Aktien zum Angebotspreis sowie von Camry Investment für einen maximalen Gesamtkaufpreis von 60 Millionen Euro und von Rechi Precision für einen maximalen Gesamtkaufpreis von 20 Millionen Euro vor.

Die Deutsche Bank begleitet den Börsengang federführend. Zudem agieren UBS, JPMorgan und CICC als Joint Bookrunners. Einen Teil des Erlöses will das Unternehmen zur Finanzierung der parallel stattfindenden Akquisition des italienischen Haushaltsgeräteherstellers Candy für 475 Millionen Euro nutzen. 2017 erzielte Qingdao Haier einen Umsatz von umgerechnet rund 20 Milliarden Euro.

Berater Qingdao Haier
Linklaters (Frankfurt): Dr. Marco Carbonare (Corporate/M&A), Dr. Alexander Schlee (beide Federführung), Dr. Christian Storck, Iris Leung (Hongkong; alle Kapitalmarktrecht), Stephan Oppenhoff, Ulli Janssen (beide Corporate/M&A), Kevin Roy (US-Recht/Corporate); Associates: Carsten Rauch (Corporate), Franziska Albers-Schoenberg, John Hunt (beide US-Recht/Corporate), Pengyu Chen (US-Kapitalmarktrecht; Hongkong), Yue Qi, Martin Rojahn (beide Kapitalmarktrecht)
King & Wood Mallesons (Peking): Yanyan Song (Federführung), Xu Ping, Yongliang Zhang, Ningyuan Wang (Schanghai), Qiang Li (Qingdao), Rudolf Haas, Dr. Christian Cornett (beide Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt); Associates: Ruoran Zhang, Luming Jiang, Yuquian Miao, Shenglan Li, Jingze Wu, Ruojin Li, Bo Yang, Yiwen Tang (Qingdao; alle Corporate/M&A), Xia Li (Kapitalmarktrecht; Frankfurt)
Orrick Herrington & Sutcliffe: Timo Holzborn (München), Jeffrey Sun (beide Kapitalmarktrecht), Betty Louie, Jeff Zhang (beide Corporate; alle Peking), Harry Clark (US-Recht/Regulatory; Washington); Associate: Olexiy Oleshchuk (Corporate; München)
Inhouse Recht (Schanghai): Sibyl Yang (General Counsel), Zhuoyi Sun, Haiou Zhang – aus dem Markt bekannt

George Hacket

George Hacket

Berater Banken
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. George Hacket (Federführung), Jean Thio, Connie Heng (beide Hongkong; alle Kapitalmarktrecht), Dr. Markus Stephanblome (M&A), Olaf Mertgen (Steuerrecht); Associates: David Santoro, Andrei Manea, Gehuan Liu, Vicky Zheng (beide Hongkong; alle Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Joachim Schelm – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (UBS; Frankfurt): Clemens Taupitz – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (JPMorgan; London): Mark Williams – aus dem Markt bekannt

Silk Road Fund (SRF)
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Knut Sauer; Associate: Nadine Kaemper (beide Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Aufseiten der Emittentin waren Linklaters und King & Wood Mallesons die zentralen Berater im Rahmen des Börsengangs. Neben dem Frankfurter Linklaters-Team um die federführenden Partner Carbonare und Schlee waren auch Anwälte aus dem Linklaters-Büro in Hongkong involviert. Die Kanzlei konnte sich in einem Pitch durchsetzen. Ausschlaggebend dafür war sowohl die Erfahrung des Frankfurter Kapitalmarktrechtlers Storck mit der Ceinex als auch die Verbindung des Unternehmens zu den chinesischen Anwälten bei Linklaters.

Während Linklaters als deutscher und US-Counsel beriet, agierte King & Wood als chinesischer Counsel. Die Kanzlei ist in China regelmäßig für Haier tätig, sowohl laufend als auch im Zusammenhang mit Transaktionen. Die federführende Partnerin Song stand dem Unternehmen erst kürzlich bei einer Umtauschanleihe in Hongkong zur Seite.

Orrick unterhält über ihre Büros vor Ort gute Kontakte zur chinesischen Geschäftsführung und ist regelmäßig für Haier tätig. So berät sie das Unternehmen unter anderem auch bei der parallel zum IPO stattfindenden Übernahme des italienischen Elektrogeräteherstellers Candy. Im Rahmen des Börsengangs beriet das Team zu kapitalmarktrechlticher Compliance sowie vereinzelt zu US-regulatorischen Themen. 

Bankenseitig kam für den Börsengang ein Team von Clifford Chance zum Einsatz. Die Mandatierung erfolgte über eine Ausschreibung. Neben dem erfahrenen Kapitalmarktrechtler Hacket war auch der Corporate-Partner Stephanblome involviert, er stieß Ende 2017 von White & Case zu Clifford.

Der Investor SRF setzte auf Allen & Overy. Das Mandat kam über die Zusammenarbeit des Kapitalmarktrechtlers Sauer mit der Ceinex bei der Entwicklung des D-Share-Produkts und bestehende Beziehungen zu SRF in China zustande. (Claudia Otto)

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