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25.10.2018

Zugbremsen: Knorr-Bremse übernimmt mit Luther Technologie von Federal-Mogul

Knorr-Bremse hat das Produktportfolio im Schienengeschäft ausgebaut: Über die Tochterfirma Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge erwarb das Münchner Unternehmen von Federal-Mogul das komplette Know-how sowie Schutzrechte für die Entwicklung und Herstellung von Reibmaterialien, die in Bremssystemen zum Einsatz kommen. Im Gegenzug erhielt der US-Autozulieferer eine Rücklizenz. Damit kann das Unternehmen seine Kunden auch weiterhin mit Reibmaterialien versorgen.

Andreas Blunk

Andreas Blunk

Die Materialien werden vor allem in Schienenfahrzeugen und Industrieanlagen eingesetzt. Das Know-how muss nun von Federal-Mogul-Gesellschaften in Deutschland, Großbritannien und Südafrika in mehreren verschiedenen, klar vorgegebenen Tranchen dokumentiert und übergeben werden. Finanzielle Details der Vereinbarung gaben die beiden Unternehmen nicht bekannt.

Mit dem Erwerb fokussiert sich Knorr-Bremse weiter. Das Münchner Unternehmen konzentriert sich zunehmend auf Schienen- und Nutzfahrzeuge. In diesem Zuge wurden zuletzt einige Seitengeschäfte verkauft und das Kerngeschäft der Bremsbeläge und Reibmaterialien weiter mit Zukäufen gefestigt: So übernahmen die Münchner vor zwei Jahren die Schienenverkehrssparte von TMD Friction sowie die kompletten Anteile an dem Joint Venture Icer Rail. Bereits 2008 stärkte Knorr-Bremse mit Anchor Brake Shoe, einem Hersteller von Bremsklötzen für Lokomotiven und Güterwagen, seine Position im nordamerikanischen Markt.

Berater Knorr-Bremse
Luther: Dr. Andreas Blunk (Federführung; Hannover), Dr. Detlef Mäder (IP/IT; Köln), Dr. Guido Jansen (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Sebastian Rabe (M&A; Hannover), Dr. Katharina Preuss (IP/IT; Köln)
Inhouse Recht (München): Christian Vornehm (Head Legal M&A/Antitrust), Dr. Ilkin Karakaya (General Counsel)

Berater Federal Mogul
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Ulrich Soltész (Kartellrecht), Dr. Herwig Lux (IP)

Hintergrund:  Beide Unternehmen setzten bei dem IP-Deal auf Stammberater. Luther steht auf dem Panel von Knorr-Bremse. Der Hannoveraner Partner Blunk begleitete für das Münchner Unternehmen eine Reihe von Transaktionen, die nicht immer publik wurden. Öffentlich bekannt ist aber, dass Knorr-Bremse 2016 mit Luther die britische GT Group erwarb. Das Unternehmen setzt bei Transaktionen aber auch auf andere Kanzleien wie Mayer Brown und Pinsent Masons. Den milliardenschweren Börsengang in diesem Herbst begleitet wiederum Hengeler Mueller.

Aus dem Markt bekannt ist, dass Federal-Mogul in der IP-getriebenen Transaktion auf die Gleiss-Anwälte Soltész und Lux vertraute. Schon in vergangenen Transaktionen setzte der US-Autozulieferer auf Gleiss-Teams, beauftragte aber auch DLA Piper. (Mathieu Klos)    

 

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