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30.11.2018

Finanzierungsrunde: Finleap begrüßt chinesische DLA-Mandantin mit Inhousekompetenz

Die Berliner Fintech-Plattform Finleap hat erneut einen Millionenbetrag eingesammelt. In ihrer jüngsten Finanzierungsrunde erhielt der Inkubator 41,5 Millionen Euro von dem noch jungen chinesischen Fonds Ping An Global Voyager, dem Investmentarm des chinesischen Versicherers Ping An Group. Es ist dessen erste Beteiligung in Kontinentaleuropa.

Paul Bock

Paul Bock

Mit dem chinesischen Fonds Ping An Global Voyager gewinnt Finleap einen weiteren Investor. Zu ihren Altinvestoren gehören die Versicherungsgesellschaften Signal Iduna und Hannover Rück sowie die niederländische Bank NIBC. Das 2014 gegründete Unternehmen erhielt in der vorangegangenen zweiten Finanzierungsrunde bereits 39 Millionen Euro. 

Finleap wird das eingesammelte Kapital nutzen, um selbst als Investor zu agieren. Die Gesellschaft, die zur Hitfox-Gruppe gehört, beteiligte sich gerade am Berliner Versicherungs-Start-up Element Insurance. Im Rahmen einer Series-A-Finanzierungsrunde flossen diesem Unternehmen über 23 Millionen Euro zu. Daneben ist Finleap auch am Onlineversicherungsmakler Clark, dem Cyberversicherungsanbieter Perseus sowie der Solarisbank beteiligt. Der Wert letzterer wird mittlerweile auf 225 Millionen Dollar taxiert.

Der Fonds des chinesischen Versicherers Ping An Group verfügt über Investorenzusagen von mehr als einer Milliarde Dollar. Erst im vergangenen Jahr wurde er aufgelegt. Neben Start-ups aus dem Finanzsektor investiert er vor allem auch in junge Unternehmen aus dem Gesundheitssektor. In leitender Funktion ist unter anderem der ehemalige Citigroup-Manager Donald Lacey für die Strategie verantwortlich. Wie viele der Investoren, die zurzeit in die deutsche Industrie oder Start-up-Szene investieren, ist auch dieser Fonds in Hongkong ansässig und bündelt seine europäischen Investments über ein Luxemburger Vehikel.

Nils Krause

Nils Krause

Berater Ping An Global Voyager Fund
DLA Piper (Hamburg): Dr. Nils Krause (Federführung), Dr. Jan-Philipp Meier (beide Corporate/M&A), Dr. Annemarie Bloß (IP/IT); Associates: Katharina Minski, Hanna Lütkens (München; beide Corporate/M&A), Dr. Nico Brunotte (IP/IT)

Berater Finleap
Inhouse Recht (Berlin): Paul Bock (Head of Legal), Dr. Philipp Linkens (Senior Legal Counsel)

Berater Altinvestoren
Inhouse Recht (Hitfox; Berlin): Christian Ebert − aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Hannover Rück; Hannover): Susanne Willgerodt − aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (NIBC Bank; Frankfurt): Lars Salomon − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Finleap steuerte die Kapitalerhöhung und Shareholder Agreements aus eigener Kraft. Seit Juli 2017 führt Bock die Rechtsabteilung an, der zuvor vier Jahre in der Private Equity Praxis von Clifford Chance tätig war und im Dezember 2016 zu FinLeap ging. Im September 2017 wechselte Linkens an seine Seite. Der Gesellschaftsrechtler kam von Lambsdorff, einem Berliner Taylor Wessing-Spin-off, das sich zum Januar 2013 um den langjährigen Taylor Wessing-Partner Dr. Konstantin von Lambsdorff gegründet hatte.

Bock und Linkens sind regelmäßig auch für die Beteiligungen von Finleap verantwortlich. Die regulatorischen Fragen, die sich dabei stellen werden, beantwortet Sandra Kumhofer. Die Director Regulatory, die eine österreichische Anwaltszulassung hat, arbeitet seit 2015 für das Berliner Unternehmen. Zuvor war Christian Ebert für Finleap tätig, der dann jedoch zur Muttergesellschaft Hitfox wechselte. Als Gesellschaftervertreter ist Ebert allerdings weiterhin in die Abstimmungsprozesse zu den Finanzierungsrunden eingebunden. Auch die Altinvestoren setzten soweit bekannt auf ihre Inhouseberater.

Die Neuinvestorin Ping An Global Voyager Fund mandatierte hingegen Krause, der bei DLA Piper den China-Desk leitet. Eine tragende Rolle kam zudem der Senior Associate Minski sowie dem Senior Associate Brunotte zu. Letzterer war Anfang 2017 von CMS Hasche Sigle zu DLA Piper gewechselt. 

Notariell beurkundet wurde die Beteiligung nach JUVE-Recherchen von Stefan Aldag aus dem Berliner Büro von GSK Stockmann. (Sonja Behrens)

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