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07.11.2018

Green-Bond-Emission: EnBW sammelt mit Clifford und CMS 500 Millionen Euro ein

Der Energiekonzern EnBW hat seine erste grüne Anleihe begeben. Der Green Bond mit einem Volumen von 500 Millionen Euro war nach Angabe des Karlsruher Unternehmens bereits nach wenigen Stunden überzeichnet. Seine Erlöse dürfen nur in klimafreundliche Projekte fließen, dazu zählen Windkraft, Fotovoltaik und Elektromobilität. Das Finanzinstrument wurde strukturiert von der Société Générale und der SEB.

Sebastian Maerker

Sebastian Maerker

Neben der französischen Geschäftsbank Société Générale und der skandinavischen SEB gehören noch die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), die Genossenschaft DZ Bank und die Stuttgarter Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zum Bankenkonsortium, außerdem die US-Großbank Morgan Stanley.

Das Wertpapier wurde über die Amsterdamer Tochter EnBW International Finance in einer Stückelung von 1.000 Euro an der Börse Luxemburg platziert. Seine Laufzeit beträgt 15 Jahre, der Zinskupon 1,875 Prozent im Jahr.

Die Eckdaten für die ökologisch ausgerichteten Finanzierungsinstrumente hatte EnBW vorab kommuniziert (Green Financing Framework), der Bond wurde von der Climate Bonds Initiative (CBI) zertifiziert. Mit gut 21.000 Mitarbeitern und rund 17 Milliarden Euro Umsatz ist EnBW die Nummer vier im deutschen Energiemarkt, nach Uniper, RWE und E.on.

Grüner Trend im Bankensektor

Nicht nur Energiekonzerne setzen derzeit auf nachhaltige Anleihen, auch Finanzinstitute selbst offerierten in jüngster Zeit einige grüne Wertpapiere: Die Norddeutsche Landesbank aktualisierte ihr 10-Milliarden-Euro-Fremdfinanzierungsprogramm (DIP) im Frühjahr auch mit Blick darauf, dass Luxemburg derzeit neue Standards im Bereich Green Covered Bonds setzt. Die Raiffeisen Bank International (RBI) platzierte ihren ersten Green Bond im Sommer, im September folgte die DZ Bank.

Berater EnBW
Clifford Chance (Frankfurt): Sebastian Maerker, Jurgen van der Meer (Amsterdam); Associates: Wolfgang Ettengruber, Gesrow Hamid (Amsterdam; alle Bank- und Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Karlsruhe): Martin Düker (Recht Konzern & Support)

Oliver Dreher

Oliver Dreher

Berater Banken
CMS Hasche Sigle (Frankfurt): Oliver Dreher, Philipp Melzer (beide Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Am Kapitalmarkt ist EnBW mit unterschiedlichen Sozietäten zu sehen. Das Kanzleitandem Clifford und CMS war in gleicher Konstellation schon im Frühjahr engagiert, als es galt, das sogenannte Debt Issuance Programme (DIP) der EnBW, das sich auf 7 Milliarden Euro beläuft, neu aufzulegen.

CMS-Partner Dreher, der mit Partner Melzer hier die Finanzinstitute zur Benchmark-Anleihe beriet, hatte im vergangenen Jahr auch einen Pitch bei der EnBW direkt für das 2 Milliarden Euro schwere Commercial Paper Programm gewonnen, das für die unbesicherten Inhaberschuldverschreibungen entwickelt wurde. Damals beriet White & Case auf Bankenseite. 

Clifford-Partner Maerker, der von der EnBW bereits 2016 zu einer Hybridanleihe mandatiert wurde, ist seit einigen Jahren mit nachhaltigen Finanzierungsinstrumenten befasst: Er war schon 2014 auf Bankenseite dabei, als der österreichische Stromkonzern Verbund den ersten Green Bond  im deutschsprachigen Raum platzierte.

Das Bankenkonsortium bei der Raiffeisen Bank-Transaktion wurde unterstützt von White & Case-Partner Jochen Artzinger-Bolten. Sein Kanzleipartner Karsten Wöckener stand der Berliner Hyp zur Seite, als sie in diesem Jahr einen grünen Pfandbrief herausgab, um ihre sogenannten ‚Grünen Assets‘ zu refinanzieren. Die Norddeutsche Landesbank wurde zuletzt in ihrer grünen Finanzierung von einen Team um die Hogan Lovells-Partner Jochen Seitz (Frankfurt) und Pierre Reuter (Luxemburg) beraten. Hengeler Muellers  Kapitalmarktrechtsteam um Dr. Hendrik Haag war im Spätsommer wiederum für die DZ Bank zur umweltfreundlichen Anleihebegebung im Einsatz. (Sonja Behrens)

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