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16.11.2018

Sparzwang: Französische Gleiss-Mandantin übernimmt Opel-Entwicklungszentrum

Der Autobauer Opel trennt sich von großen Teilen seines Rüsselsheimer Entwicklungszentrums. Bis zu 2.000 Mitarbeiter sollen zum französischen Entwicklungsdienstleister Segula Technologies wechseln. Auch Anlagen und Gebäude will Segula zu einem noch nicht bekannten Preis übernehmen. Die Transaktion soll im zweiten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Opel wird an der neuen Gesellschaft keine Anteile halten.

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Cornelia Topf

Segula sicherte den Beschäftigten zu, die bei der Opel-Sanierung vereinbarten Arbeitsplatzgarantien bis Juli 2023 aufrechtzuerhalten. Anschließend würden neue Karrierechancen entstehen. Man wolle in Rüsselsheim einen europäischen Entwicklungscampus schaffen. Segula arbeitet auch für andere Autokonzerne und ist zudem in den Bereichen Energie, Bahn und Schifffahrt als Entwicklungs- und Ingenieurdienstleister tätig.

Die vereinbarte ‚strategische Partnerschaft‘ ist ein weiterer Schritt auf dem harten Sanierungskurs des neuen Eigners PSA aus Frankreich. Die IG Metall kritisierte, dass sie an dem geplanten Übergang bislang nicht angemessen beteiligt worden sei. In dem Entwicklungszentrum am Opel-Stammsitz arbeiten derzeit noch rund 7.000 Menschen.

Ob Opel die verbleibenden 5.000 Entwickler auslasten kann, ist offen. PSA bekräftigte am Donnerstag, dass das Rüsselsheimer Entwicklungszentrum auch nach der Transaktion im Zentrum der globalen Forschung und Entwicklung des Konzerns stehen werde. Fakt ist aber auch, dass die Entwicklungsaufträge des früheren Opel-Mutterkonzerns General Motors mittlerweile fehlen. Sie haben einst die Hälfte des Arbeitsvolumens der Rüsselsheimer Entwickler ausgemacht.

Berater Segula Technologies
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Cornelia Topf (Corporate/M&A), Dr. Doris-Maria Schuster (Arbeitsrecht; beide Federführung), Dr. Tim Weber, Michael Neher, Dr. Fabian Kutz (Berlin; alle Immobilienrecht), Nina Ahlert (Corporate/M&A), Prof. Dr. Martin Diller (Stuttgart), Christian Mathias, Dr. Sebastian Schulte (alle Arbeitsrecht), Anna Karpf (Commercial Contracts, Stuttgart), Dr. Jacob von Andreae, Dr. Lars Kindler (Düsseldorf; beide Öffentliches Recht), Dr. Stefan Weidert, Dr. Alexander Molle (beide IP/IT, beide Berlin) Dr. Birgit Colbus, Dr. Alexander Fritzsche (beide Kartellrecht), Dr. Johann Wagner, Dr. Hendrik Marchal (beide Steuerrecht, beide Hamburg)

Christian Schwandtner

Christian Schwandtner

Berater PSA/Opel
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Christian Schwandtner (Federführung), Dr. Martin Ulbrich (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht), Dr. Ulrich Blech (Immobilien), Dr. Jan Bonhage (Öffentliches Wirtschaftsrecht; beide Berlin), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht), Dr. Martin Klein (Steuern), Dr. Daniela Böning (Finanzierung), Peter Wehner (Arbeitsrecht/Betriebliche Altersversorgung; alle Frankfurt), Patrick Wilkening (Gewerblicher Rechtsschutz/IT, Düsseldorf); Associates: Dr. Tobias Schneiders, Dr. Daniel Doetsch, Clemens Höhn, Stuart Houston (beide Berlin; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Benedikt Migdal (Gewerblicher Rechtsschutz/IT), Dr. Tobias Bieber (Kartellrecht), Sebastian Heinrichs (Steuern, Frankfurt), Erasmus Hoffmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin)
Seitz (Köln): Dr. Stefan Seitz, Dr. Marc Werner; Associates: Dr. Stephan Pötters, Dr. Maximilian Schmidt, Shirin Imani
Inhouse Recht (Opel; Rüsselsheim): Stefan Zimmermann (Federführung), Nicolai Wiedemann

Stefan Seitz

Stefan Seitz

Berater Opel Gesamtbetriebsrat
Apitzsch Schmidt Klebe (Frankfurt): Wolfgang Apitzsch, Associate: Luci Crone (beide Arbeitsrecht)

Hintergrund: Soweit bekannt, hat Segula erstmals mit Gleiss zusammengearbeitet.

Wolfgang Apitzsch

Wolfgang Apitzsch

Hengeler kennt PSA schon länger und war ursprünglich über ihre französische Best-Friends-Kanzlei Bredin Prat ins Mandat gekommen. Beide waren dann auch im vergangenen Jahr für den Opel-Kauf von General Motors verantwortlich. Hengeler-Partner Schwandtner leitete bereits die früheren Mandate und war auch diesmal wieder im Lead.

Bei dem stark arbeitsrechtlich geprägten Deal spielten neben den M&A-Anwälten demzufolge auch die Arbeitsrechtler eine große Rolle: Im Gleiss-Team trug die Arbeitsrechtspartnerin Schuster gemeinsam mit M&A-Partnerin Topf die Verantwortung. Sie verhandelte mit einem Hengeler-Team um den Frankfurter Arbeitsrechtler Hoefs, zu dem auch Counsel Wehner gehörte, der zum Januar zu Allen & Overy wechselt.

Gegenüber den Arbeitnehmervertretern vertraute Opel erneut auf die Kanzlei Seitz. Seitz verhandelte im Sommer auch das Sparpaket Pace auf Arbeitgeberseite, bei dem es um Altersteilzeit, Kurzarbeit und die Kürzung von Leiharbeit ging. Seitz gegenüber stand für Gewerkschaft und Betriebsräte – wie schon beim Pace-Projekt – die bekannte Frankfurter Arbeitnehmer-Boutique Apitzsch Schmidt Klebe. Der Opel-Betriebsrat verlässt sich schon seit vielen Jahren auf die beiden Namenspartner Prof. Dr. Marlene Schmidt und Apitzsch und ließ sich beispielsweise auch beim PSA-Kauf von ihnen beraten. (Christiane Schiffer, mit Material von dpa)

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