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25.12.2018

Logistik-Joint-Venture mit Karstadt: Kartellamt gibt grünes Licht für Luther-Mandantin Fiege

Die Warenhauskette Karstadt und das Logistikunternehmen Fiege haben den Logistikdienstleister Fiege X Log gegründet. Das Joint Venture soll ab 2020 die gesamte Logistik von Karstadt übernehmen, die bislang bei der DHL lag. Das Kartellamt hat grünes Licht für das neue Vorhaben gegeben.

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Maximilian Dorndorf

Das Joint Venture Fiege X Log wird ab 2020 die gesamte Logistik von Karstadt übernehmen. Zudem soll es künftig auch für Drittkunden Logistik-Dienstleistungen anbieten. Mit der Neugründung bündeln die beiden Unternehmen ihre Aktivitäten in einem Omnichannel-Ansatz und können den E-Commerce, den stationären Handel und das Marktplatzgeschäft besser vernetzen. Die insgesamt 79 Filialen von Karstadt, die sich alle in Innenstadtlage befinden, sowie ein Zentrallager bilden einen großen Teil des künftigen Netzes.

Seit 2005 lag die gesamte Logistik bei der Deutsche-Post-Tochter DHL, die ab 2020 den Dienstleistungsvertrag verliert, den sie damals für rund 200 Millionen Euro gekauft hatte. Denn nun gibt Karstadt die Logistik nicht erneut in fremde Hände, sondern sichert sich durch das Joint Venture mit Fiege einen Platz in der Logistikbranche. Die nordrheinwestfälische Firma Fiege, die von einer Stiftung gehalten wird, setzt aktuell etwa 1,2 Milliarden Euro um. Karstadt wiederum hatte nach dem vergangenen Jahr erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt  wieder schwarze Zahlen zu vermelden, mit einem Jahresüberschuss von 1,4 Millionen Euro.

Das Kartellamt hat im November auch den großen Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof innerhalb der 1-Monats-Frist für eine Phase-1-Prüfung freigegeben. Auch dafür ist die Neugründung von Fiege X Log im Zweifel nicht unerheblich, liegt es doch nahe, dass zukünftig auch die Logistik von Kaufhof über das Joint Venture abgewickelt wird.

Berater Fiege
Luther (Essen): Dr. Maximilian Dorndorf (Vertrieb/Logistik, Federführung), Dr. Arnd Becker (Gesellschaftsrecht), Dr. Helmut Janssen (Kartellrecht, Brüssel)
Inhouse Recht (Greven): Dr. Maximilian Dorndorf (Leiter Recht), Johanna Diel (Vertriebsrecht, beide Federführung), Jost Püttmann (Head Corporate Legal), Sebastian Wiesmann (Logistik)

Christian Krohs

Christian Krohs

Berater Karstadt
Inhouse Recht (Essen): Dr. Thomas Gerhardus (Leiter Recht)
Brinkmann Dewert (Essen): Dr. Oliver Thiemann (Gesellschaftsrecht)
McDermott Will & Emery (Düsseldorf): Christian Krohs (Kartellrecht)

Hintergrund: Der Essener Partner Dorndorf war bis zu seinem Wechsel zu Luther im Jahr 2009 bei Fiege tätig und hält weiterhin die Position als Leiter Recht für das Familienunternehmen. Die Kanzlei ist regelmäßig für Fiege im Einsatz. So beriet ein Team um Dorndorf das Logistikunternehmen, als es 2013 durch ein Joint Venture mit dem Partnerunternehmen Apollo ihre Aktitvitäten in Indien ausbreitete. Der Brüsseler Luther-Partner Janssen übernahm hier die Anmeldung bei den Kartellbehörden.

Karstadt-Syndikus Gerhardus setzte für den gesellschaftsrechtlichen Teil des Deals auf Partner Thiemann der Essener Kanzlei Brinkmann Dewert. Auch diese Mandatsbeziehung besteht seit vielen Jahren.

Die Verbindung zum Düsseldorfer Kartellrechtler Krohs kommt vor allem über das Karstadt-Mutterhaus Signa. So beriet McDermott die Signa Retail und Signa Prime Selection etwa auch beim Zusammengehen der großen deutschen Warenhausketten. Während Willkie Farr & Gallagher dazu die Kaufhof-Eigner Hudson’s Bay Company gegenüber dem Kartellamt vertrat, wurde von beiden Parteien noch die Kartellrechtsboutique Hermanns Wagner Brück mandatiert, um die „Fusion unter Gleichen“ und die etwaigen Interessen auszutarieren.  (Anika Verfürth)

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