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17.12.2018

Spanischer Chemiestandort: Boehringer Ingelheim setzt beim Verkauf auf PwC Legal

Boehringer Ingelheim verkauft seine spanische Tochtergesellschaft Malgrat Pharma Chemicals. In dem Bieterverfahren um die Betriebsstätten samt Mitarbeiter setzte sich der japanische Glas- und Chemikalienproduzent AGC durch, der damit seinen ersten europäischen Standort gewinnt.

Simon Dürr

Simon Dürr

Boehringer Ingelheim beschäftigt in der spanischen Tochterfirma 270 MItarbeiter. Sie sollen auch zukünftig den Wirkstoff Telmisartan herstellen und an Boehringer Ingelheim liefern. Der Wirkstoff kommt in den Blutdruckarzneien des Pharmaunternehmens regelmäßig zum Einsatz.

AGC, die neue Eigentümerin der spanischen Produktionstochter, ist an der Börse in Tokio notiert und beschäftigt weltweit rund 50.000 Mitarbeiter. Das asiatische Traditionsunternehmen erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 11,3 Milliarden Euro.

Mit dem Zukauf im spanischen Pharmageschäft gewinnt AGC ihren ersten Standort zur chemischen Herstellung von Medikamentenwirkstoffen in Europa, der nach den Regelungen der US-Food & Drug Administration (FDA) zugelassen ist. Eine vergleichbare Prüfstelle für medizinische Hilfsmittel gibt es in Europa bislang nicht.

Über den Verkaufspreis ist nichts bekannt. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden.

Berater AGC
Cuatrecasas (Barcelona): Albert Garrofé (Corporate) − aus dem Markt bekannt
Squire Patton Boggs (Frankfurt): Oliver Geiss (Kartellrecht) − aus dem Markt bekannt 

Berater Boeringer Ingelheim
PricewaterhouseCoopers Legal: Dr. Simon Dürr (Frankfurt), Dr. Steffen Schniepp (Stuttgart; beide Corporate/M&A), Dr. Tobias von Tucher (IP; München), Dr. Angelika Bartholomäi (Frankfurt), Dr. Patrick Nordhues (Essen), Dr. Minkus Fischer (Stuttgart; alle Corporate/M&A), Lukas Lundbeck (IP/IT; München); Associates: Dr. Alexander Rehs (Umweltrecht), Georg Buchenhorst (Frankfurt), Dr. Xiaoxi Zhang (alle Corporate/M&A)
PwC Landwell (Madrid): Javier Gomez, Beatriz Hoya María, Ignacio Garcia (alle Corporate/M&A)
Jones Day (Frankfurt): Dr. Carsten Gromotke (Kartellrecht) − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (Ingelheim): Martin Mauer (Head of Corporate Legal Strategy & Governance), Clemens Grupp (Head of Corporate Legal Governance & M&A), Dr. Alexander Maringer (Senior Legal Counsel; Commercial), Katia Pinol (Legal & Compliance Director), Pablo Marin (Legal Counsel; beide Barcelona)
Inhouse Steuern (Ingelheim): Christian Schulze Grotthoff (Head of Tax Structuring),  Dirk Funke (Tax Structuring), Alberto Balbas (Tax Spain; Barcelona)

Hintergrund: Den Kontakt zu Boehringer Ingelheim pflegt bislang vor allem Pwc Legal-Partner Dürr. Er hatte mit seiner Global Transformations Group den Ingelheimer Pharmaproduzenten etwa bei der Post-Merger-Integration der Merial-Gruppe unterstützt, die sich über 34 Länder erstreckte. Über ihn kam das M&A-Team um Legal-Vorstand Schniepp zu dem Pitch für das Mandat zum Verkauf der spanischen Tochter, bei dem es sich erfolgreich durchsetzte.

Teil des Transaktionsteams war auch die Gesellschaftsrechtlerin Bartholomäi, die im Sommer 2017 von White & Case zu PwC Legal gewechselt war, sowie die M&A-Berater Alexander Wenzel, Constantin Gutknecht und Stefan Pruden. Zusammen mit spanischen Kollegen unterstützten sie die entsprechenden Inhouseabteilungen von Boehringer Ingelheim beim Carve-out des spanischen Produktionsstandorts sowie den Kaufvertragsverhandlungen.

Die Rechtsthemen für die Transaktion koordinierten Clemens Grupp, der auch schon den umfangreichen Spartentausch mit Sanofi mitgestaltet hatte, und Martin Mauer, der seinerzeit dem Group General Counsel Martin Schwarz im Bereich M&A nachfolgte. Im Sommer 2017 übernahm er als Head of Legal Strategy & Governance auch Konzernaufgaben.

Die japanische Käuferin AGC setzte nach Marktinformationen auf Cuatrecasas. Die spanische Großkanzlei unterhält nicht nur einen 45-köpfigen German Desk, sondern auch einen eingespielten 10-köpfigen Japan-Desk, der von Albert Garrofé geleitet wird.

Für die Kartellanmeldungen sind nach JUVE-Recherchen Jones Day und Squire Patton Boggs jeweils mit Frankfurter Partnern zuständig. (Sonja Behrens) 

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