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21.03.2019

Brexit voraus: Sportsender DAZN bekommt mit Noerr und Inhousehilfe deutsche Sendelizenz

Der Sportstreamingdienst DAZN steht künftig unter der Aufsicht der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB). Bisher strahlte er seine Programme unter der britischen Ofcom-Lizenz aus. Mit dem Brexit droht jedoch die Gefahr, dass diese Lizenz nicht mehr ausreicht, um noch rechtssicher in Europa zu senden. Diverse andere Sender, die unter der britischen Medienanstalt lizenziert sind, bemühen sich ebenfalls um alternative Sendelizenzen.

Porträt Jörn Schulze-Hesselmann

Jörn Schulze-Hesselmann

Seit 2016 wird DAZN von der britischen Perform Group betrieben. In Deutschland hat er seinen Hauptsitz in Insmaning bei München. Der Abo-Streamingdienst sendet ausschließlich Sportereignisse. Neben der deutschen Fußballbundesliga sind dies beispielsweise auch die britische Premier League, Spiele aus der amerikanischen Football-Liga NFL oder Basketballspiele der amerikanischen NBA.

In Europa muss ein Sender eine Sendelizenz in einem europäischen Land besitzen. Vor dem Hintergrund eines möglichen ungeregelten Brexits ist DAZN nicht der einzige Sender, der sich vorsorglich um eine Lizenz in einem europäischen Land beworben hat. So hat sich beispielsweise die Sendergruppe Turner (u.a. CNN) bereits Ende vergangenen Jahres um Lizenzen bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien bemüht. NBC Universal und Discovery haben ebenfalls Sender bei der MABB lizenzieren lassen.

Berater DAZN:
Inhouse Recht (Ismaning): Jörn Schulze-Hesselmann (Leiter Recht Deutschland/Österreich/Schweiz)
Noerr (Berlin): Dr. Tobias Bosch, Dr. Julian von Lucius (beide TK-Recht, Medienregulierung)

Porträt Tobias Bosch

Tobias Bosch

Berater MABB
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Marco Holtz (Stellv. Direktor und Justiziar), Marie-Fleur Runde (Referentin Recht)

Hintergrund: Die Berater sind teilweise aus dem Markt bekannt.

DAZN setzte für dieses Mandat erstmals auf das Team um den Berliner TMT-Rechtler Bosch von Noerr. Der Kontakt rührt noch aus einer gemeinsamen Zeit von Schulze-Hesselmann und Bosch bei K&L Gates. Bosch wechstelte im Jahr 2015 dann in das Berliner Büro von Noerr.

Bei der MABB befassten sich die Inhouse-Anwälte der Medienanstalt mit der Lizenzierung unter der Federführung von Justiziar Holtz. (Anika Verfürth)

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