Artikel drucken
22.03.2019

Erdölreserven: Hamburger Unitank geht mit Watson Farley an Ashurst-Mandantinnen

Die Eigentümerfamilie Westedt hat ihr Hamburger Unternehmen Unitank verkauft. Den Zuschlag erhielt die Bietergemeinschaft der Infrastrukturinvestoren DIF und Aberdeen Standard Investment (ASI), die damit insgesamt sechs Speicherstandorte für Diesel, Kerosin und Heizöl von Unitank übernehmen. Die Speicher dienen auch der nationalen strategischen Erdölreserve.

Maximilian Uibeleisen

Maximilian Uibeleisen

ASI und DIF wollen jeweils 50 Prozent des Unternehmens übernehmen, das neben fünf deutschen Standorten auch einen in Belgien betreibt. Die vollständige Übernahme des Unternehmens ist abhängig von der Entscheidung der EU-Wettbewerbsaufsicht.

Die Investoren DIF und ASI investieren in eine europäisch regulierte Infrastruktur, an der zahlreiche weitere Investoren interessiert waren. Bekannt ist, dass unter anderem die Deutsche Bank-Tochter DWS, Whitehelm Capital und die französische InfraVia Capital Partners Unitank kaufen wollten.

Die Geschäfte des vor rund 50 Jahren gegründeten Unternehmens liefen zuletzt gut. Die Speicher werden genutzt, um Ölprodukte an Raffinerien oder Flughäfen zu liefern. Einige von ihnen sind an Pipelines angeschlossen, andere liegen in Binnenhäfen. Neben privaten Unternehmen wie Total mietet auch der deutsche Erdölbevorratungsverband Kapazitäten von Unitank. Der Verband ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts mit Sitz in Hamburg, der seine Erdölvorräte aufgrund gesetzlicher Vorgaben durch Kredite finanziert. In Belgien ist Apetra für die Bevorratung im Rahmen der europäischen Regeln zuständig.

Berater DIF/ASI
Ashurst (Frankfurt): Dr. Maximilian Uibeleisen (Energie/Infrastruktur), Dr. Benedikt von Schorlemer (beide Federführung; Energie/M&A), Derk Opitz (Finanzierung), Dr. Martin Brüning (Steuerrecht), Dr. Michael Holzhäuser (Kartellrecht), Arnauld Wtterwulghe, David Du Pont (belgisches Recht; beide Brüssel), Dr. Philip Cavaillès (Corporate/M&A), Holger Mlynek (Energievertragsrecht), Dr. Maria Held (Kartellrecht; München), Paul Witte (Private Equity; Luxemburg); Associates: Jan van Kisfeld, Jan Ischreyt (beide Corporate/M&A), Dr. Simon Groneberg (Energievertragsrecht), Gabrielle Metherall, Emilie Veyran-Müller (beide Finanzierung), Florian Wörner (Immobilienrecht), Juditha von der Heydt (Arbeitsrecht), Yana Paulovich, Clément Dekemexhe (beide Brüssel; belgisches Recht), Ludmilla Bouchez-Lecuy, Carolin Stalter (beide Luxemburg; luxemburgisches Recht)
EY (Hamburg): Dr. Florian Ropohl, Jeanette Cordes, Zlatan Ninic (alle Transaction Tax)

Torsten Rosenboom

Torsten Rosenboom

Berater Unitank/Familie Westedt
Watson Farley & Williams (Frankfurt): Dr. Torsten Rosenboom (Federführung), Dr. Christoph Naumann (beide Corporate/M&A), Frederik Lorenzen (Finanzierung), Dr. Ahmad Khonsari (Corporate/M&A), Eckrolf Berg (Immobilienrecht), Gerrit Bartsch (Steuerrecht), Dr. Nikolaus Krienke (Arbeitsrecht; alle vier Hamburg); Associates: Dr. Jan Winzen, Dr. Jan Pesek, Nicolas Persch, Matthias Murr, Dr. Robert Schalber, Can Altan, Janine Henger (alle Corporate/M&A), Alexander Piepenbrock (Finanzierung), Nora Fleischhauer (Arbeitsrecht), Torge Rademacher (Datenschutz; beide Hamburg), Vineet Budhiraja (Kartellrecht; London)
Marx Siebert Rechtsanwälte (Hamburg): Dr. Thomas Remmerbach (Corporate/M&A)
ASG Asche Stein Glockemann Verstl Wiezoreck (Hamburg): Ralf Wiezoreck (Steuer) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Hamburg): Malte Lindner (Legal Counsel)

Berater Banken
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Mario Hüther, Andreas Ruthemeyer, Georg Lübbehüsen (alle Finanzierung) – aus dem Markt bekannt

DWS (Bieter)
Baker & McKenzie (Berlin): Dr. Tim Heitling, Dr. Thomas Dörmer – aus dem Markt bekannt

Mario Hüther

Mario Hüther

Hintergrund: Das Bieterverfahren durchlief zwei Runden, Mitte Dezember 2018 wurden die ersten Angebote eingeholt. Neben dem Watson Farley-Team um Partner Rosenboom, der sich in einem Pitch gegen drei Kanzleien durchsetzen konnte, waren auch die Banken ABN Amro und Case Corporate Finance im Beraterteam der Verkäufer. Neben Rosenboom war auch Remmerbach mandatiert, auf dessen Kanzlei Marx Siebert der ehemalige Geschäftsführer und Unitank-Eigentümer Jan Weststedt regelmäßig vertraut.

Auf Käuferseite mandatierte DIF das Team um den Frankfurter Ashurst-Partner Uibeleisen ebenfalls im Anschluss an einen Pitch. Uibeleisen, der Anfang 2016 von Noerr gewechselt war, hatte die Fondsgesellschaft bereits 2017 mit einem großen Team beraten, als sie Interesse an der Steag-Fernwärme zeigte. Auch Aberdeen Standard greift auf die ihr vertraute Kanzlei Ashurst zurück. Die guten Kontakte zum Londoner Ashurst-Standort sind bekannt. 

Die Beratung der finanzierenden Banken durch Frehsfields-Partner Hüther geht zurück auf die Empfehlung des Ashurst-Teams. Insbesondere Ashurst-Finanzierungspartner Opitz kennt Hüther aus Autobahninfrastrukturprojekten, bei denen er regelmäßig berät. (Martin Ströder)

  • Teilen