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14.03.2019

Transaktionskasse: Latham und Linklaters bringen Sunrise-Kapitalerhöhung auf den Weg

Der Schweizer Telekommunikationskonzern Sunrise will sein Kapital um 4,1 Milliarden Schweizer Franken erhöhen. Mit dem Geld soll der zu Liberty Global gehörende Kabelnetzbetreiber UPC Schweiz für 6,3 Milliarden Franken samt Schulden übernommen werden. Freenet, einer der größten Sunrise-Aktionäre, teilte mit, dass er sich nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen will.

Marco Carbonare

Marco Carbonare

Der deutsche Mobilfunkanbieter Freenet ist seit 2016 mit knapp 25 Prozent an Sunrise beteiligt. Freenet übernahm die Beteiligung damals für 714 Millionen Euro vom britischen Investor CVC Capital Partners. Ihr Wert liegt heute nur knapp darüber. Der Mobilfunkanbieter will sich nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen, weil die Transaktionsstruktur den Verkäufer nicht ausreichend an den Risiken beteilige. Der UPC-Übernahme an sich steht Freenet aber positiv gegenüber.

Bei der UPC-Transaktion will Sunrise einen Teil der Schulden von UPC in Höhe von 3,6 Milliarden Franken übernehmen. Mithilfe der geplanten Kapitalerhöhung sollen bereits 1,1 Milliarden Schweizer Franken der Tilgung dienen.

Sunrise gehört neben Swisscom zu den größten Telekommunikationskonzernen der Schweiz. Mit der Übernahme von UPC könnte sich der Konzern vor allem im Breitband- und Festnetzgeschäft Marktanteile sichern.

Sunrise startete 2015 mit einem Emissionsvolumen von umgerechnet knapp 2,2 Milliarden Euro an der Schweizer Börse. Die Deutsche Bank und die UBS begleiteten die Transaktion damals und sind auch jetzt bei der geplanten Kapitalerhöhung involviert. UPC gehört zum internationalen Medienkonzern und Breitbandanbieter Liberty Global. Vor gut einem Jahr hatte sich der Medienkonzern erst von UPC Austria getrennt. Neuer Eigentümer wurde für 1,9 Milliarden Euro damals T-Mobile Austria.

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Marcus Funke

Berater Sunrise
Latham & Watkins: Dr. Marcus Funke (Frankfurt), Jocelyn Seitzman (beide Federführung), Ross Anderson, Olof Clausson , Shatha Ali; Associates: Rachel McCaslin, Gulsah Ekiz, Manoj Bhundia, Polly Ehrman (alle London; alle Kapitalmarktrecht/Finanzierung)
Lenz & Staehelin (Zürich): Hans-Jakob Diem (Corporate; Federführung), Tino Gaberthüel (Corporate/M&A), Patrick Schleiffer (Kapitalmarktrecht), Marcel Tranchet (Banking/Finance); Associates: Simone Ehrsam, Peter Ling, Patrick Schärli, Fabiano Menghini, Pascal Genoud, Hannes Kieser, Ann Francesca Weibel, Alexander Wille, Alessandra Läser, Lukas Held, Lukas Staub, Adrian Wyss, Barbara Abegg, Thierry von Aarburg, Angelina Sgier
Inhouse Recht: Patrick Alain Meier (Chief Legal) – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Niederer Kraft & Frey (Zürich): Philippe Weber, Thomas Brönnimann, Christina Del Vecchio; Associates: Deirdre Ni Annracháin, Samuel Hochstrasser, Alexis Brunner (alle Kapitalmarktrecht) – Schweizer Recht
Linklaters (Frankfurt): Dr. Marco Carbonare (Federführung), Kevin Roy; Associates: Franziska Albers-Schönberg, Carsten Rauch, John Hunt (alle Corporate/M&A)

Berater Liberty Global/UPC
Homburger (Zürich): Daniel Hasler (Gesellschafsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Freenet
Inhouse Recht (Berlin): Alexander Borgwardt (General Counsel)

Hintergrund: Latham begleitet den Telekommunikationskonzern Sunrise bereits seit einigen Jahren. Bereits beim IPO vor vier Jahren war die US-Kanzlei mandatiert. Nun lag die Federführung bei der Londoner Latham-Partnerin Seitzman und dem Frankfurter Partner Funke. Während Seitzman finanzierungsrechtlich vor allem zu den Schulden beriet, übernahm Funke den Bereich Eigenkapital.

Auch Lenz & Staehelin, die Sunrise bei der Kapitalerhöhung im Gesellschafsrecht beriet, gehört zu den Stammberaterinnen von Sunrise. Ein Team um Lead-Partner Diem unterstützte das Unternehmen etwa 2013 beim Kauf des Prepaid-Anbieters Treternity Ortel Mobile sowie bei ihrem Börsengang 2015. Auch 2016 setzte Sunrise auf die Schweizer Kanzlei, als Freenet mit Hengeler Mueller und der Schweizer Kanzlei Bär & Karrer bei Sunrise einstieg.

Auf Bankenseite beriet Linklaters-Partner Carbonare. Im Schweizer Kapitalmarkt ist Carbonare etabliert. Über seine langen Track Records bei Transaktionen mit Bezug zum Schweizer Aktienmarkt kam Carbonare auch diesmal ins Mandat. 2018 hatte er etwa den IPO des Schweizer Sensorenherstellers Sensirion mit begleitet.

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Alexander Borgwardt

Als Local Counsel übernahm die Schweizer Kanzlei Niederer Kraft & Frey mit Lead-Partner Weber die Bankenberatung. Sie war bereits bei dem IPO von Sunrise vor vier Jahren auf Bankenseite tätig.

Liberty Global mandatierte dem Vernehmen nach die Schweizer Großkanzlei Homburger, die gemeinsam mit Niederer Kraft & Frey und Bär & Karrer zu den im Kapitalmarktrecht führenden Kanzleien in der Schweiz gehört. Freenet beteiligte sich an der Kapitalerhöhung sowie am UPC-Einstieg bisher mit einem Inhouse-Team um den General Counsel Borgwardt, der bei der Freenet-Gruppe für die Bereiche Recht, M&A und Compliance zuständig ist. (Helena Hauser) 

 

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