Artikel drucken
02.05.2019

Neue Seidenstraße: Bank of China sammelt mit Linklaters fast vier Milliarden Dollar ein

Auf dem Gipfel zur ‚Neuen Seidenstraße‘ sind vergangene Woche Vereinbarungen über 64 Milliarden Dollar unterzeichnet worden. Das berichtete Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zum Abschluss des zweitägigen Treffens in Peking. Nun legt die Bank of China mit der Emission von Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Milliarden Dollar direkt nach. Die Emission ist Teil des Global Medium Term Note Programme und soll der mittel- und langfristigen Projektfinanzierung in Zusammenhang mit der ‚Belt and Road Initiative‘ der chinesischen Regierung dienen. 

Christian Storck

Christian Storck

Die Anleihen, die in acht Tranchen ausgegeben sind, wurden parallel von den Zweigniederlassungen der Bank of China in Frankfurt, Luxemburg, Hongkong, Macao und Sydney emittiert. Gehandelt werden sie nicht nur in Hongkong, sondern auch im Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierbörse (FBW), bei der China Europe International Exchange (Ceinex) sowie dem EuroMTF-Markt der Luxemburger Börse. Die Bank of China (BOC) ist eine der 29 Großbanken, die vom Financial Stability Board als systemrelevant eingestuft werden.

Xi Jinping kündigte zusammen mit dem erfolgreichen Abschluss der Konferenz auch eine leichte Neuausrichtung der international umstrittenen Infrastrukturinitiative an. Die chinesische Regierung werde zwar weiter die Führung übernehmen, doch sollten Unternehmen als die „wichtigsten Akteure“ auftreten und die Finanzierung auf mehr Schultern verteilt werden. Auch suche China mehr Kooperation mit internationalen Institutionen.

Chinas Initiative ist nicht unumstritten. Es geht um Milliardeninvestitionen in Straßen, Schienenwege, Häfen und andere Infrastrukturprojekte. Damit will China neue Handelswege nach Europa, Afrika und Lateinamerika und in Asien bauen. So beteiligte sich der staatliche Reedereikonzern China Ocean Shipping Company (Cosco) beispielsweise schon 2016 an dem griechischen Hafenbetreiber Piraeus Port Authority (PPA). Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte am Freitag deutlich gemacht, dass China dabei auch internationale Regeln wie Umwelt- und Sozialstandards einhalten müsse.

Berater Bank of China
Linklaters (Frankfurt): Dr. Christian Storck (Federführung; Frankfurt), Michael Ng (Hongkong), Nicki Kayser (Luxemburg; alle Kapitalmarktrecht), Dr. Ulrich Johann (Steuerrecht, Frankfurt); Associates: Yue Qi (Frankfurt), Axel Oehrn (beide Kapitalmarktrecht), Christoph Rau (Steuerrecht; alle Frankfurt)

Berater Banken
Allen & Overy (Hongkong): Agnes Tsang, Jaclyn Yeap; Associates: Tiffany Tse, Alan Zhang, Catherine Wong, Evelyn Zh (alle Kapitalmarkrecht)

Hintergrund: Linklaters-Partner Storck steht der Bank of China regelmäßig bei Kapitalmarkttransaktionen zur Seite. Er war schon involviert, als sie 2016 ihre erste Anleihe an der Ceinex platzierte und er unterstützte im vergangenen Jahr auch die Agricultural Development Bank of China (ADBC) bei der Begebung ihrer ersten grünen Anleihe dort. Auch die ADBC ist eine der staatlichen chinesischen Finanzierungsbanken. An den Kapitalmarkt-Standorten Hongkong und Peking vertrauen die chinesischen Finanzinstitute schon seit vielen Jahren auf Linklaters.

Als 2016 der von Hongkong aus gemanagte Fonds Sino CEE aufgelegt wurde, der ein Volumen von zehn Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte und Investmentziele entlang der ‚Neuen Seidenstraße‘ einsammeln sollte, hatte die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) allerdings ein chinesisch-deutsches Team von Clifford Chance mandatiert.

Die mehr als dreißig Banken, die die Emission hier begleiteten, hatten ein Team von Allen & Overy mandatiert. Dieses wurde von Tsang angeführt, Kapitalmarktpartnerin in Hongkong, sowie von ihrer Kollegin Yeap, die als Of Counsel dort tätig ist. (Sonja Behrens, mit Material von dpa)

  • Teilen