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29.05.2019

Raab Karcher verkauft: Lone Star übernimmt mit Weil Gotshal Geschäfte von Saint-Gobain

Der französische Konzern Saint-Gobain hat seine deutsche Baustoffhandelssparte verkauft. Die Saint-Gobain Building Distribution Deutschland (SGBDD) geht für 335 Millionen Euro an die dänische Stark-Gruppe. Hinter ihr steht der amerikanische Private-Equity-Investor Lone Star. Zu SGBDD gehört beispielsweise die Marke Raab Karcher.

Kamyar Abrar

Kamyar Abrar

Die Saint-Gobain-Tochter betreibt ein Netz aus 220 Niederlassungen in Deutschland, die unter den Marken Raab Karcher, Keramundo und Fliesen Discount auftreten. Mit 5.000 Mitarbeitern erwirtschaftete die Gruppe im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro.

Die Stark Gruppe ist einer der größten Baustoffhändler in Nordeuropa und hat ihren Hauptsitz in Kopenhagen. 2017 kaufte der texanische Investor Lone Star das Unternehmen für etwas über eine Milliarde Euro. In Deutschland hatte er Ende 2016 schon branchennah investiert und den Ytong-Hersteller Xella gekauft. Ansonsten engagiert sich Lone Star regelmäßig im Immobilien- und Finanzsektor und übernahm auch einige notleidende Kreditportfolios und angeschlagene Banken. Beispielsweise gehörte die DüsselHyp einige Jahre dem Investor.

Berater Lone Star
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Dr. Kamyar Abrar (Corporate/M&A), Ludger Kempf (Steuern), Wolfram Distler (Finanzierung); Associates: Dr. Konstantin Hoppe, Dr. Barbara Sandfuchs (beide IP/IT, Compliance; München), Steffen Giolda, Thomas Weise (beide Immobilienrecht), Konrad von Buchwaldt, Sebastian Brenner, Julian Schwanebeck, Côme Wirz (Paris; alle Corporate), Mareike Pfeiffer, Aurel Hille (beide Arbeitsrecht), Alisa Preissler (Steuern), Julia Tschickardt, Sandra Maurer, Kristina Thiel (Finanzierung)
Kirkland & Ellis – keine Nennungen

Ludwig Leyendecker

Ludwig Leyendecker

Berater Saint-Gobain
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Ludwig Leyendecker (München), Olivier Rogivue (Paris; beide Corporate/M&A), Dr. David Beutel (München), Vincent Daniel-Mayeur (Paris; beide Steuern), Dr. Frank Röhling (Wettbewerbsrecht; Berlin), Dr. Ulrich Sittard (Arbeitsrecht; München); Associates: Jessica Michel, Anastasios Moraitis (beide München), Raphaël Darmon, Cécilia Vial-Fourcade (beide Paris; alle Corporate), Nina Heym (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Martin Rehberg (München), Jordan Serfati (Paris; beide Steuern), Jonas von Kalben (Wettbewerbsrecht; Berlin), Dr. Luca Rawe (Düsseldorf), Christel Cacioppo (Paris; beide Arbeitsrecht), Dr. Tobias Timmann (Düsseldorf), Dr. Nina Bayerl (München; beide IP)
Inhouse Recht (Paris): Sandrine Elbaz-Rousso (General Counsel Corporate)

Hintergrund: Die deutsche Weil Gotshal-Praxis hat Lone Star schon früher bei großen Distressed-Transaktionen beraten, die sich häufig im Bank- und Finanzsektor abspielten. So war die Kanzlei beispielsweise Beraterin beim Kauf und Verkauf der DüsselHyp. Seit einiger Zeit wird Weil Gotshal auch vom klassischen Corporate-Arm des Investors mandatiert. Mit dem Londoner Managing-Partner Michael Francies trat Lone Star beispielsweise an, um 2017 die dänische Stark-Gruppe zu übernehmen. Abrar ist seit Anfang 2017 Partner bei Weil Gotshal und ist neben seinem Private-Equity-Beratungsschwerpunkt auch kartellrechtlicher Leiter der deutschen Praxis. Sein Team hat sich bei einem Pitch des Investorsdurchgesetzt. Bei ähnlichen Deals ist Lone Star in der Vergangenheit auch mit Gibson Dunn & Crutcher, Taylor Wessing und Hengeler Mueller aufgetreten.

Mit der Finanzierungsberatung ist ein britisches Team von Kirkland beauftragt.

Freshfields‘ Kontakt zu Saint-Gobain stammt aus dem Pariser Büro der Kanzlei. Da die Mandantin Gespräche auf französisch führen wollte, kam für den deutschen Part der Münchner Private-Equity-Experte Leyendecker hinzu, der fließend französisch spricht. In der Rechtsabteilung führte die ehemalige Cleary Gottlieb-Anwältin Elbaz-Rousso die Verhandlungen, operativ lag die Verantwortung bei Generalsekretär Antoine Vignial. (Christiane Schiffer)

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