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17.09.2019

Negativrendite: Clifford Chance berät Banken bei milliardenschweren Siemens-Anleihen

Siemens hat sich 3,5 Milliarden Euro an den Kapitalmärkten gesichert. Der Konzern emittierte über sein niederländisches Finanzierungsvehikel vier Tranchen von Euroanleihen mit teils negativen Renditen. Auf Bankenseite begleitete ein internationales Konsortium um die spanische Großbank BBVA Banco Bilbao Vizcaya Argentaria die Emission.

Sebastian Maerker

Sebastian Maerker

Die Anleihentranchen mit Laufzeiten von zwei, fünf, zehn und fünfzehn Jahren gehören zum Anleihenprogramm des Konzerns. Das Rating der von Siemens garantierten Papiere beträgt A+ bei Standard & Poorʼs. Die beiden kurzen Laufzeiten entsprechen mit Nullcoupons quasi Zerobonds − allerdings mit Kursen über dem Nennwert. Dennoch waren die Papiere mehr als vierfach überzeichnet.

Neben der BBVA ergänzte die Barclays Bank, die Credit Suisse, Goldman Sachs, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale und die Bank of America Merrill Lynch das Konsortium.

Der Konzern habe sich mit den Anleihen laut Finanzvorstand Ralf Thomas so günstig finanziert wie nie. Auch von einigen anderen Dax-Konzernen gibt es Anleihen mit negativen Renditen, die von Anlegern in der Hoffnung auf weiter sinkende Zinsen und damit verbundene Kursgewinne gekauft werden. Die Renditeabstände zu Bundesanleihen waren marktüblich.

Berater Siemens
Inhouse Recht (München): Henriette Koegel, Claudia Emmert, Andreas Kirchner – aus dem Markt bekannt

Berater Bankenkonsortium
Clifford Chance (Frankfurt): Sebastian Maerker; Associates: Wolfgang Ettengruber, Elisa Galir (alle Bank- und Finanzrecht)

Hintergrund: Koegel wird bei Siemens regelmäßig zur Finanzierung mit Anleihen inhouse aktiv. Weil die Tranchen zum bestehenden Anleihenfinanzierungsprogramm des Konzerns gehören, griff nur die Bankenseite auf externe Beratung zurück. JUVE-Informationen zufolge half Clifford Siemens bereits beim Aufbau des Programms.

Clifford-Partner Maerker kennt Siemens gut. Auch den Konzern selbst berät er weiterhin: Etwa 2017 bei der Emission einer US-Anleihe in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar. Bei Anleihenemissionen im Euroraum ist er regelmäßig für Banken tätig. Noch vor etwa einem Jahr hatte ein Team um Maerker ein von Morgan Stanley geführtes Bankenkonsortium mit der Commerzbank, der ING, der Société Générale, der UniCredit und weiteren Banken bei der Emission einer Siemens-Anleihe mit einem Volumen von 2,75 Milliarden Euro beraten. (Ludger Steckelbach)

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