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13.09.2019

Neue WG: Noerr und Inhouse-Anwälte legen Filialen von Volksbank und Sparkasse zusammen

Die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse konkurrieren in Zukunft unter einem gemeinsamen Dach. Noch in diesem Jahr wollen die Partner in Hessen zehn gemeinsame Filialen eröffnen. Weitere 16 im Hochtaunuskreis und im Main-Taunus-Kreis sollen bis spätestens Ende 2021 folgen.

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Fabian Badtke

An 17 ihrer 26 Standorte wollen die beiden Institute künftig an festen, jeweils unterschiedlichen Tagen in der Woche Service- und Beratungsleistungen anbieten. 

Im Regelfall sollen an zwei Tagen Volksbank-Mitarbeiter und an zwei anderen Tagen Sparkassen-Mitarbeiter in der Filiale sein. Die Kunden sollen anhand unterschiedlicher Beleuchtung – mal rot für die Sparkasse, mal blau für die Volksbank – erkennen können, welches Institut gerade vertreten ist. An neun Standorten sind gemeinsame Selbstbedienungsstellen geplant.

Dass Geldhäuser aus unterschiedlichen Lagern in größerem Stil so eng zusammenarbeiten, ist ein Novum. Kleinere Kooperationen gibt es bereits: So teilen sich in ländlichen Regionen Institute mitunter einen Geldautomaten, um die Bargeldversorgung sicherzustellen.

In den kommenden drei Jahren wollen die beiden Geldhäuser zu gleichen Teilen insgesamt fünf Millionen Euro in das Projekt investieren. Im Gegenzug sparen die Institute jeweils jährlich Kosten in einstelliger Millionenhöhe. Die beiden Vorstandschefs versicherten jedoch, es handele sich weder um ein Sparprogramm noch um einen ersten Schritt in Richtung eines Zusammenschlusses.

Jedoch könnte das Modell Schule machen. Denn die gesamte Branche müht sich, den Spagat zwischen digitalen Angeboten und der Präsenz in der Fläche zu schaffen. Seit Jahren schrumpft die Zahl der Filialen, denn das dichte Netz kostet die Institute eine Menge Geld. Das Zinstief erhöht den Kostendruck.

Berater Frankfurter Volksbank
Noerr (Frankfurt): Dr. Fabian Badtke (Kartellrecht), Dr. Jens Kunz, Dr. Torsten Fett (beide Finanzaufsichtsrecht; alle Federführung), Jessica Loew (Berlin), Dr. Christoph Rieken (München; beide IP), Prof. Dr. Joachim Schrey (IT); Associates: Dr. Stefanie Hermann (IP; München), Julian Monschke (Datenschutz), Lars Powierski (IT), Robert Pahlen (Kartellrecht; Berlin)
Inhouse Recht (Frankfurt): Sascha Winkel (Leiter Recht)

Berater Sparkasse Taunus
Inhouse Recht (Bad Homburg): Andreas Elleringmann (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Bei den Bankhäusern war neben den Rechtsleitern auch der Vorstand an den Verhandlungen beteiligt. Bei der Frankfurter Volksbank, immerhin nach der Berliner Volksbank die zweitgrößte Deutschlands, nahm Ulrich Hilbert, bei der Sparkasse Taunus Oliver Klink an den Runden teil.

Die Frankfurter Volksbank setzt seit vielen Jahren und regelmäßig auf Noerr, insbesondere auch im Arbeitsrecht. (Martin Ströder; mit Material von dpa)

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