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29.10.2019

Einfach unendlich: Bahn platziert erste Hybridanleihe mit Clifford und Flick Gocke

Die Deutsche Bahn hat ihre erste Hybridanleihe begeben: Die Anleihe, die ein Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro erreichte, wurde in zwei Tranchen in Europa platziert. Bemerkenswert ist ihre unbegrenzte Laufzeit, die die Emittentin mit unterschiedlichen Kündigungsrechten kombiniert. Die Konsortialführer zur Anleiheemission waren Goldman Sachs und JPMorgan, mit Barclays und Commerzbank als weitere Bookrunner.

Sebastian Maerker

Sebastian Maerker

Während bisherige Anleihen der Bahn eine definierte Laufzeit zwischen fünf Jahren und etwa drei Jahrzehnten hatten, setzt die Bahn jetzt auf ein offenes Zeitfenster, um langfristige Bauprojekte oder Beschaffungsmaßnahmen zu refinanzieren. Für Hybridanleihen ist ein Zeithorizont von 100 Jahren oder – wie hier – eine unbegrenzte Laufzeit üblich.

Statt eines Fälligkeitsdatums garantiert die Emittentin dann, ihr reguläres Kündigungsrecht nicht vor einem bestimmten Zeitpunkt auszuüben, im Falle der Bahn frühestens nach fünfeinhalb Jahren (erste Tranche) beziehungsweise zehn Jahren (zweite Tranche). Beide Tranchen der eigenkapitalähnlichen, nachrangigen Anleihe haben ein Volumen von einer Milliarde Euro.

Die Wertpapiere wurden bei institutionellen Investoren innerhalb Europas platziert und in den Handel der Luxemburger Börse aufgenommen. Die Bahn will die Erlöse in mehr Personal, die Infrastruktur und die Erweiterung ihrer Flotte stecken.

Im vergangenen Jahr hatten auch die Volkswagen AG und ihre Schwestergesellschaft Volkswagen International Finance Hybridanleihen mit unbegrenzter Laufzeit im Milliardenbereich begeben. Auch Infineon Technologies holte sich Anfang Oktober einen Gesamtnennbetrag von 1,2 Milliarden Euro nach diesem Modell. Der Strom- und Gasanbieter EnBW wiederum lancierte im Sommer direkt ‚grüne‘ Hybridanleihen am Kapitalmarkt, die ausschließlich klimafreundliche Projekte finanzieren.

Berater Deutsche Bahn
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Christian Groß-Bölting (Senior Legal Counsel)
Inhouse Steuern (Berlin): Dr. Hella Schmidt-Naschke (Head of Tax DB Konzern), Matthias Schlageter (Leiter Ertragssteuern; Frankfurt), Marcus Schieritz (Senior Tax Manager)
Clifford Chance (Frankfurt): Sebastian Maerker; Associates: Wolfgang Ettengruber, Natalie-Dilan Yerlikaya (alle Kapitalmarktrecht)
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Dr. Xaver Ditz, Dr. Sven-Eric Bärsch; Associate: Sara Meinert (alle Steuern)
Loyens & Loeff (Rotterdam): Joost van Helvoirt (Steuern) − aus dem Markt bekannt

Alexander Schlee

Alexander Schlee

Berater Banken
Linklaters (Frankfurt): Dr. Alexander Schlee, Peter Waltz; Associates: Dr. Konrad Uhink, Martin Rojahn, Tosan Kraneis (alle Kapitalmarktrecht) − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Bei der Deutschen Bahn werden solche Papiere über die Konzernfinanzierungstochter lanciert, die vor zwei Jahren im Zuge eines identitätswahrenden Sitz- und Rechtsformwechsels von Amsterdam (B.V.) nach Berlin (GmbH) verlegt wurde. Damals begleitete Flick Gocke diesen Transformationsprozess, die nun auch aktuell wieder mit einem Steuerrechtsteam zur Einholung einer verbindlichen Auskunft beriet, ebenso wie Loyens & Loeff zum niederländischen Steuerrecht.

Auf Unternehmensseite überwachte Schmidt-Naschke als Leiterin der Konzernsteuerabteilung mit ihrem Team die steuerrechtliche Struktur, die rechtliche Prüfung übernahm Senior Legal Counsel Groß-Bölting. Er war nach Stationen bei Linklaters und Heuking 2018 in den Bereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht des Unternehmens gewechselt. Die Federführung der Anleiheemmission lag bei Dr. Wolfgang Bohner und Christian Große-Erdmann aus dem Bereich Treasury.

Das Clifford-Team um Partner Maerker ist regelmäßig als Transaction Counsel im Anleihebereich für die Bahn tätig. So beriet er das Verkehrs- und Logistikunternehmen 2016 bei der Ausgabe der ersten Nullkupon-Anleihe.

Das Linklaters-Tandem Waltz und Schlee, das dem Vernehmen nach das Bankenkonsortium beriet, war im vergangenen Jahr auch auf Bankenseite mit der Hybridanleihe bei Volkswagen befasst.

Beide Kanzleien waren im Sommer auch involviert, als die EnBW ihre Hybridanleihen emittierte. Inhouse arbeiteten Martin Düker (Recht Konzern & Support) und Sarah Haghdoust (Compliance) daran rechtlich. Als Infineon wiederum jüngst zwei hochvolumige Hybridanleihen in den Handel gab, hatte ihr General Counsel Rudolf von Moreau dafür ein Team von Freshfields Bruckhaus Deringer mandatiert. (Sonja Behrens)

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