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27.11.2019

Bilanzentlastung: Powertech-Sparte von Knorr-Bremse geht mit Ashurst an RCP

Der MDax-Konzern Knorr-Bremse hat sich von der Sparte Powertech getrennt. Das defizitäre Geschäft für Energieversorgungssysteme ging an die Münchner Beteiligungsgesellschaft Radial Capital Partners, die auf krisennahe Investments spezialisiert ist.

Florian Fischer

Florian Fischer

Knorr-Bremse Powertech hatte 2018 mit 526 Mitarbeitern bei rund 90 Millionen Euro Umsatz 19 Millionen Euro Verlust gemacht. Entsprechend erzielt das Mutterhaus, das im vergangenen Jahr an die Börse gegangen war, mit dem Powertech-Verkauf keinen positiven Erlös, sondern muss der Firma Geld mitgeben. Im laufenden Jahr beziffert sich das Gesamtdefizit durch die Sparte, die Knorr-Bremse erst 2014 zugekauft hatte, auf rund 80 Millionen Euro.

Der neue Besitzer Radial Capital Partners (RCP) kaufte in den vergangenen Jahren unter anderem den württembergischen Textilveredler Lindenfarb aus der Insolvenz und übernahm den Münchner Brautechniklieferanten Van der Molen vom kanadischen GLV-Konzern.

Berater Radial Capital Partners
FMDH Fischer Mues Dittmer Heilmeier (München): Florian Fischer; Associates: Dr. Moritz Klein, Sarah Boisai (alle Gesellschaftsrecht/M&A)

Thomas Sacher

Thomas Sacher

Berater Knorr-Bremse
Inhouse Recht (München): Janine Lanfermann (Federführung), Christian Vornehm (Leiter M&A/Kartellrecht), Dr. Ilkin Karakaya (General Counsel)
Ashurst (München): Dr. Thomas Sacher (Federführung), Reinhard Eyring, Dr. Gerrit Clasen (beide Frankfurt; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Alexander Ballmann (Restrukturierung), Dr. Martin Bünning (Steuerrecht), Volker Germann, Martina Rothe (Frankfurt; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Dorothea Tachezy (Restrukturierung), Christiane Bestgen (Finanzrecht), Philipp Beckers (Konfliktlösung), Dr. Maria Held (Wettbewerbsrecht), Juditha von der Heydt (Arbeitsrecht), François Heynike (IP/IT; beide Frankfurt); Associates: Quynh Anh Le (Frankfurt), Armin Müller (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Anna Geissler (Restrukturierung), Philipp Hogrefe, Dr. Ralf Stenger (beide Finanzrecht), Adnan Manzoor (Immobilienrecht), Carina Park (Steuerrecht; beide Frankfurt) 
Ebner Stolz Mönning Bachem (Stuttgart): Michael Euchner (Co-Federführung), Stefanie Schrötter (beide steuerliche Strukturierung)

Hintergrund: RCP arbeitete hier erneut mit ihrem Stammberater Florian Fischer zusammen, der seit 2018 in der neuen Einheit FMDH aktiv ist. Zuvor hatte er die Beteiligungsgesellschaft bereits regelmäßig in seiner vorherigen Kanzlei AFR Aigner Fischer beraten, die nach einem Steuerskandal im Herbst 2018 aufgelöst wurde. RCP-Partner Ulrich Radlmayr, ebenfalls Jurist, gehörte einst zu den Gründern von AFR, konzentrierte sich aber bald auf die Investorenrolle.

Knorr-Bremse setzte beim Powertech-Verkauf erstmals auf Ashurst. Die Rechtsabteilung des Unternehmens ist dafür bekannt, bei Transaktionen eine aktive Rolle zu übernehmen und mit einer großen Bandbreite externer Berater zusammenzuarbeiten. So berieten in der Vergangenheit regelmäßig Hengeler Mueller und Freshfields Bruckhaus Deringer zu Deals, Hengeler etwa im Bieterkampf um den schwedischen Bremsenhersteller Haldex und beim Kauf von Vossloh Kiepe 2016, Freshfields beim Kauf der Nutzfahrzeuglenkungssparte von Hitachi 2018.

Auf Hengeler setzte Knorr-Bremse auch bei ihrem Börsengang im letzten Jahr. Den Kauf eines IP-Portfolios von Federal-Mogul begleitete Luther. Zum Verkauf mehrerer Tochterfirmen in Großbritannien beriet ein deutsch-britisches Team von Pinsent Masons unter Federführung von Corporate-Partner Dr. Michael Prüßner, der zwischenzeitlich zu Eversheds Sutherland wechselte. Mit Eversheds arbeitet Knorr-Bremse bislang vor allem im Arbeitsrecht zusammen. Kartellrechtlich kommt regelmäßig Baker & McKenzie zum Einsatz.

Zusätzlich zu den Ashurst-Anwälten war beim Powertech-Verkauf auch ein Team aus Steuer-, M&A- und Sanierungsberatern von Ebner Stolz für Knorr-Bremse im Einsatz. Diese verfassten unter anderem das Sanierungsgutachten, den sogenannten IDW S 6-Report, erstellten aber auch das Tax Fact Book und unterstützten im Vorfeld den Carve-Out und die steuerliche Strukturierung. Die Leitung des multidisziplinären Teams teilte sich der Diplom-Jurist Euchner mit den Corporate Finance-Experten Dr. Wolfgang Russ und Claus Buhmann.

Beurkundet wurde die Transaktion von Martin Schmid aus dem Münchner Notariat Lorenz & Schmid. (Norbert Parzinger)

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