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27.11.2019

Digitales Gesundheitswesen: PKV gründet Venture-Capital-Fonds mithilfe von CMS

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat einen Venture-Capital-Fonds ‚Heal Capital‘ aufgelegt. Dieser soll digitale Angebote im Gesundheitssektor voranbringen. Vorgesehen ist, dass PKV-Mitgliedsunternehmen rund 100 Milionen Euro für den Fonds bereitstellen.

Daniel Voigt

Daniel Voigt

Ziel des neu gegründeten Vehikels ist es, digitale Dienste im Gesundheitswesen voranzutreiben.Telemedizin sowie Vorbeugung, Anwendungen und Pflege mithilfe digitaler Lösungen stehen im Zentrum der Initiative.

Das Management des Sondervermögens übernehmen Heartbeat Labs und Flying Health, zwei Berater und Geldgeber für Jungunternehmen. Die Berliner Unternehmen beteiligen sich auch selbst mit einem einstelligen Millionenbetrag an dem Fonds der privaten Krankenversicherer.

Heartbeat Labs hob seit 2017 fünf Unternehmen aus der Taufe und investierte in neun Start-ups aus der Gesundheitsbranche. Der Inkubator Flying Health ist seit 2012 als Partner von Jungunternehmen aktiv, kooperiert aber auch mit Großunternehmen wie Siemens Healthineers und der Axa Krankenversicherung.

Der PKV bündelt die Interessen von 48 Mitgliedsunternehmen, von denen sieben die Krankenversicherung zusammen mit einem anderen Versicherungszweig betreiben. Angegliedert sind auch die Krankversorgungseinrichtungen der Post- und Bahnbeamten.

Das Eis gebrochen
Aufseiten der gesetzlichen Krankenkassen brach die Barmer Ersatzkasse bereits 2016 das Eis und investierte in den Venture-Capital-Fonds ‚Earlybird‘. Der gesetzliche Krankenversicherer stellte 15 Millionen Euro zur Verfügung, die über Bürgschaften komplett abgesichert sind. Das Investment ist auf zehn Jahre ausgelegt, die Verzinsung liegt bei zwei Prozent.

Solche Anlagen durch Krankenkassen sieht nun auch der Entwurf der Bundesregierung für das Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (DVG) vor. Mitte September beriet ihn der Bundestag in erster Lesung. Vorgesehen ist, dass Krankenkassen bis zu zwei Prozent ihrer Finanzreserven in Investmentvermögen einbringen und so die Entwicklung digitaler Innovationen fördern können.

Berater PKV
CMS Hasche Sigle (Frankfurt): Dr. Daniel Voigt (Federführung), Jörg Baumgartner (beide Investment Management), Dr. Jörg Zätzsch (Corporate/Venture Capital; Berlin), Dr. Tillmann Kempf (Investment Management/Steuerrecht); Associate: Yvonne Hohler (Investment Management/Steuerrecht)

Philip Schwarz van Berk

Philip Schwarz van Berk

Berater Heartbeat Labs/Flying Health
P+P Pöllath + Partners (Berlin): Dr. Philip Schwarz van Berk; Associates: Dr. Philip Mostertz (beide Aufsichtsrecht), Laura Baaske (alle Fondsstrukturierung/Steuerrecht)

Hintergrund: Das Mandat für die Frankfurter Fondsberater von CMS Hasche Sigle entstand über die Kontakte des Berliner Venture-Capital-Partners Zätzsch. Zunächst ging es darum, die Struktur des Fonds ‚Heal Capital‘ mit den Asset-Managern abzustimmen. Dieses Modell musste auch die Strukturen der verschiedenen PKV-Mitgliedsunternehmen berücksichtigen, die ganz unterschiedliche Zugänge zu dem Anlagevehikel benötigten. In einem zweiten Schritt dann begleitete CMS den Verband und die Versicherer dabei, die konkreten Verträge mit dem Fondsmanagement rechtlich und steuerlich zu überprüfen.

Die Verträge selbst kamen aus der Feder der P+P-Anwälte um Schwarz van Berk. Das Mandat geht auf Fondsstrukturierungen für Ioniq zurück, die ihre Portfolios zur Digitalisierung im Gesundheitswesen, der Finanz- und der Werbewirtschaft in drei Gesellschaft bündelt: Heartbeat Labs, Finleap und Adtech. (Raphael Arnold)

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