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06.11.2019

Luxusmarke verkauft: Herbert Smith-Mandantin Mittal gibt Escada an US-Investor Regent ab

Der Münchner Luxusmode-Hersteller Escada gehört jetzt dem US-Finanzinvestor Regent. Die indische Unternehmerin Megha Mittal, die Escada nach der Insolvenz vor zehn Jahren übernommen hatte, habe das Unternehmen an den Investor in Beverly Hills verkauft, teilte Escada am vergangenen Donnerstag mit.

Markus Lauer

Markus Lauer

Escada gehörte in den 1990er-Jahren zu den weltweit größten Marken für luxuriöse Damenmode und machte Umsätze in Milliardenhöhe. Aber 2009 war das Unternehmen insolvent und wurde von der Unternehmerfamilie Mittal erworben, die auch an dem Stahlhändler ArcelorMittal beteiligt ist. Aktuelle Geschäftszahlen veröffentlicht Escada nicht mehr – 2017 hatte das Unternehmen rote Zahlen geschrieben und anschließend Stellen abgebaut.

Der neue Eigentümer Regent mit Hauptsitz in Beverly Hills ist ein sogenannter Multi-Sektor-Investor, das heißt, er legt das verwaltete Vermögen in unterschiedlichen Branchen an. Regent hält beispielsweise 18 Zeitungen im Portfolio sowie den kanadischen Modehändler La Senza. Jüngst erwarb er auch den Shoppingclub brands4friends von eBay.

Berater Regent
Inhouse Recht (Beverly Hills): Thomas Wehinger (General Counsel) − aus dem Markt bekannt
Morgan Lewis (London): Jack Shadow − aus dem Markt bekannt
Arendt & Medernach (Luxemburg): Bob Calmes; Associate: Philippe Harles (beide Corporate/M&A) − aus dem Markt bekannt

Berater Mittal-Familie
Herbert Smith Freehills (Frankfurt): Dr. Markus Lauer (M&A; Federführung), Kai Liebrich (Finanzierung), Moritz Kunz (Arbeitsrecht), Alex Kay (M&A; London), Dr. Marcel Nuys, Dr. Florian Huerkamp (beide Kartellrecht; beide Düsseldorf), Stefanie Herkert (Immobilienrecht), Dr. Anja Lingscheid (Arbeitsrecht)

Lars Schmidt

Lars Schmidt

Berater Escada-Vorstand
Inhouse Recht (München): Lars Schmidt (General Counsel) − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Beim Ankauf von Escada 2009 hatte sich die indische Industriellenfamilie Mittal noch von einem internationalen Team von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton beraten lassen.

Die Mandatsbeziehung zwischen Herbert Smith-Partner Lauer und der Familie Mittal entstand erst im vergangenen Jahr aufgrund der Empfehlung eines anderen Mandanten. Transaktionspartner Lauer, der spätestens zum März 2020 zur US-Kanzlei Willkie Farr & Gallagher wechseln wird, ist parallel noch mit dem Verkauf eines großen Immobilienportfolios befasst, das von Ado Properties an die landeseigene Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gewobag überführt wird. Für den Verkauf von Escada bezog er neben seinem deutschen Team auch Herbert Smith-Büros und Kooperationspartner in Europa, den USA, Australien, China, Russland sowie in Asien mit ein.

Für Regent verhandelte nach JUVE-Recherchen vor allem der Schweizer Jurist und General Counsel Wehinger die rechtlichen Aspekte des Kaufvertrags. Wehinger war nach einer Laufbahn bei den Kanzleien Walder Wyss und Linklaters im Sommer 2016 zu dem US-Investor gewechselt.

Bei Escada wiederum führt Schmidt seit einem Jahrzehnt die Rechtsgeschäfte. Er hatte zuvor bei Debevoise & Plimpton sowie bei P+P Pöllath + Partners gearbeitet. Bei der Umwandlung in eine europäische Gesellschaftsform (SE) 2010 hatte Freshfields Bruckhaus Deringer das Unternehmen begleitet. Gütt Olk Feldhaus, die den Damenmodekonzern fortlaufend gesellschaftsrechtlich berät, hatte zwei Jahre später auch Rechtsfragen zur Aufnahme des Onlinehandels geklärt.

Arbeitsrechtlich unterstützte GvW Graf von Westphalen-Partner Christoph Hauptvogel die Firmengruppe einige Jahre. Inzwischen ist das Mandat an den früheren Linklaters-Partner Prof. Dr. Georg Annuß übergegangen, der seit vergangenem Jahr Partner der Arbeitsrechtskanzlei Staudacher Annuß ist. (Sonja Behrens, mit Material von dpa)

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