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25.01.2020

Elbe-Spree-Netz: Ashurst, Gleiss, Freshfields und Addleshaw begleiten Fahrzeugfinanzierung

Die Finanzierung von insgesamt 21 Elektrotriebwagen der Firma Siemens für das Netz Elbe-Spree steht. Ein Konsortium aus Crédit Agricole Corporate and Investment Bank (CACIB) und der Allianz Global Investors stellen gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) rund 300 Millionen Euro zur Verfügung. Die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) setzt die Züge ein und nutzt dafür eine Leasingkonstruktion der Deutsche Anlagen-Leasing (DAL).

Derk Opitz

Derk Opitz

Die Finanzierung ist die erste im deutschen Schienenpersonennahverkehr (SPNV), an der sich ein Konsortium bestehend aus einer Bank, institutionellen Investoren und der EIB beteiligt. Der Beitrag der EIB umfasst ein Darlehen, das sowohl die Bau- als auch die Langzeitfinanzierung umfasst. Die CACIB unterstützt die Finanzierung mit einem Schuldscheindarlehen, das im Zeitverlauf durch Namensschuldverschreibungen der Allianz Global Investors abgelöst wird.

Die ODEG, eine Gesellschaft der Netinara-Gruppe, hatte Anfang 2019 den Zuschlag für den Betrieb von zwei Losen des Schienenpersonennahverkehrs im Elbe Spree-Netz erhalten, Los 1 und Los 4. Die 21 Siemens-Triebwagen sollen den Betrieb von Los 1 im Elbe-Spree-Netz gewährleisten. Die Finanzierung der Züge für das Los 4 ist noch offen. Los 2 und 3 gewann die Deutsche Bahn, die für den Betrieb keine Neufahrzeuge anschaffen muss.

Die Vergabe der Leistungen im Elbe-Spree-Netz ist die bislang größte europäische SPNV-Auftragsvergabe gewesen. Insgesamt belief sich der Wert der Vergabe auf rund 3 Milliarden Euro. Teil der zwölf Jahre laufenden Verträge ist ein Fahrzeugfinanzierungskonzept, das den Eigentümern der Fahrzeuge eine Einsatzgarantie ihrer Neufahrzeuge für insgesamt 24 Jahre bietet.

Berater Konsortium CACIB/Allianz Global Investors
Ashurst (Frankfurt): Derk Opitz (Federführung), Dr. Tobias Krug (beide Projektfinanzierung), Holger Mlynek (Vergaberecht); Associates: Alexandra Heitmann, Dr. Jan-Ulrich Heinemann, Julia Schanz, Patrick Rauch, Nils Boie-Wegener, Ariana Fazlic (München; alle Projektfinanzierung)

Eva Reudelhuber

Eva Reudelhuber

Berater Europäischen Investitionsbank (EIB)
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Eva Reudelhuber (Federführung), Dr. Kai-Arne Birke, Dr. Thomas Kulzer; Associates: Dr. Timo Bühler, Anastasia Dressler, Benedikt Sütter (alle Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (Luxemburg): Nicole Guski, Daniel Krauss (beide Legal Counsel)

Berater Deutsche Anlagen-Leasing (DAL)
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Konrad Schott (Federführung), Associates: Dr. Alper Utlu, Filipe Villena (alle Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (Mainz): Thorsten Ernst, Winfried Hagedorn

Berater Netinera/Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG)
Addleshaw Goddard (Hamburg): Eckart Budelmann, Dr. Hubertus Schröder (beide Gesellschaftsrecht/M&A)
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Heiko Piesbergen (Leiter Recht), Alban Kuen (Finanzierung)

Konrad Schott

Konrad Schott

Hintergrund: Die Finanzierungshilfen der öffentlichen Hand geben dem Fahrzeugfinanzierungsmarkt im Schienenverkehr nun eine größere Bedeutung. Das kommt auch den Kanzleien zugute.

Ashurst-Partner Opitz beriet 2018 regelmäßig institutionelle Investoren bei der Finanzierung von Schienenfahrzeugen, etwa auch im Diesel-Netz der Stadt Ulm.

Auch Gleiss Lutz-Partnerin Reudelhuber, die die EIB erstmals zur Finanzierung von Schienenfahrzeugen beriet, konnte an eine bestehende Mandatsbeziehung anknüpfen: Die Investitionsbank hatte sie in der Vergangenheit schon bei der Finanzierung von Autobahn-ÖPP-Projekten mandatiert, ein Feld, in dem auch Ashurst-Partner Opitz regelmäßig auf Investorenseite tätig ist.

Auch Freshfields-Partner Schott, ebenfalls spezialisiert auf die Finanzierung von Infrastrukturprojekten, profitiert von der Entwicklung im Schienenverkehr: Um die Beziehung Freshfields zur Mainzer DAL war es zwischenzeitlich ruhig geworden. Rund um die Finanzierung der Fahrzeuge für das Elbe-Spree-Los der ODEG mandatierten die Mainzer das Team um Schott wieder. Mit Hagedorn ist die Leasinggesellschaft inhouse allerdings auch bestens aufgestellt gewesen. Hagedorn verließ die Gesellschaft im Verlauf der Transaktion in den Ruhestand, beriet sie aber bis zum Schluss weiter.

Eckart Budelmann

Eckart Budelmann

Die Muttergesellschaft der ODEG, die Berliner Netinera, setzt bereits seit vielen Jahren im Gesellschaftsrecht und zu Fragen der Finanzierung auf Partner Budelmann. Nach seinem Wechsel von Brian Cave Leighton Peisner zu Addleshaw Goddard blieb die Eisenbahngesellschaft dem Gespann treu, zu dem auch der Counsel Schröder gehört, der Budelmann bei seinem Kanzleiwechsel im Mai 2019 begleitete.

Die Beurkundung der Finanzierung hat Marktinformationen zufolge der Frankfurter Notar und Namenspartner der Kanzlei Faust Gerber Haines, Dr. Alexander Haines, übernommen. (Martin Ströder)

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