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08.01.2020

Maximus-Portfolio: Noerr-Mandantin Apollo Global erteilt Singapurs Staatsfonds den Zuschlag

Singapurs Staatsfonds GIC investiert kräftig in europäische Immobilien: Er erwarb das Maximus-Portfolio, das insgesamt 28 Logistikzentren in Deutschland, Polen, der Slowakei, den Niederlanden, Belgien und Österreich umfasst. Verkäuferin ist das amerikanische Private-Equity-Unternehmen Apollo Global Management. Laut Presseberichten zahlte GIC rund 950 Millionen Euro. Wenn die erforderlichen behördlichen Genehmigungen vorliegen, soll die Transaktion noch im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Christoph Brenzinger

Christoph Brenzinger

Das Maximus-Portfolio hat eine Gesamtfläche von rund einer Million Quadratmetern, wovon mehr als 500.000 Quadratmeter in deutschen Großstädten wie Berlin, Frankfurt und Köln liegen. Für das multinationale Portfolio wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Finanzierungen abgeschlossen und mit Sicherheiten unterlegt.

Singapurs Staatsfonds GIC baut mit dem Kauf seine Logistiksparte aus, die in Europa unter P3 Logistic Parks firmiert. Der Fonds, der rund 100 Milliarden US-Dollar Vermögen verwaltet, hatte sich 2010 schon den Frankfurter Opernturm zusammen mit einem von JP Morgan betreuten institutionellen Fonds gesichert. Mit dem Ankauf des Maximus-Portfolios kündigte P3 an, sein Immobilienportfolio in Deutschland in den nächsten zwei bis drei Jahren verdoppeln zu wollen.

Berater Government of Singapore Investment Corporation (GIC)
Kirkland & Ellis: Celyn Evans, Matthew Elliott (beide London), Dr. Mark Aschenbrenner, Dr. Bernhard Guthy (alle Corporate/M&A), Daniel Hiemer (Steuern); Associate: Dr. Samuel Frommelt (Corporate/M&A; alle München) − aus dem Markt bekannt

Berater Apollo Global Management
Noerr: Holger Alfes (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Christoph Brenzinger (Immobilienrecht; Düsseldorf; beide Federführung), Carmen Böhn (Corporate/M&A; Frankfurt), Janina Diesem, Henrik Dornscheidt (beide Immobilienrecht; beide Düsseldorf), Michaela Engel (München), Florian‐Felix Marquardt (beide Steuern & Private Clients), Ariane Neubauer (Private Equity; beide Berlin), Bartosz Ostrowski (Warschau), Adam Pichler (Bratislava; beide Immobilienrecht), Ulrike Sommer (Steuern; Düsseldorf), Martin Tupek (Bratislava), Aleksandra Vujinovic (beide Corporate/M&A; Frankfurt), Pawel Zelich (Immobilienrecht; Warschau)
Eisenberger Herzog (Wien): Michael Strenitz − aus dem Markt bekannt
EY (Berlin): Dennis Klöppel (Transaction Tax) − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Immobilien- und Steuerpraxis von Noerr hatte Apollo Global zuvor bereits beraten, als sie das Maximus-Portfolio in Deutschland, Polen und der Slowakei ausbaute. Insofern lag es nahe, dass Noerr hier nun auch für den Verkauf des paneuropäischen Portfolios mandatiert wurde. Das federführende Duo aus dem Immobilienrechtler Brenzinger und dem Kapitalmarktrechtler Alfes, das auch den Wohnkonzern Vonovia schon häufiger gemeinsam beraten hat, koordinierte zudem weitere Kanzleien in Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Österreich. In Österreich kam primär Eisenberger-Anwalt Strenitz zum Einsatz, mit dem Brenzinger früher bei Freshfields Bruckhaus Deringer zusammengearbeitet hatte.

Noerr war auch mit der hiesigen Käuferseite vertraut: Die Kanzlei hatte im Herbst 2018 die GEG German Real Estate Group bei der Vereinbarung eines Individualmandats zwischen der GEG und Singapurs Staatsfonds GIC beraten. Für die GEG war damals ein Noerr-Team um die Partner Brenzinger und Prof. Dr. Alexander Goepfert tätig, für GIC ein Team von Freshfields Bruckhaus Deringer. Freshfields stand bereits an der Seite von Singapurs Staatsfond, als er 2018 mit dem Berliner Unternehmen Caleus Capital ein Investmentvehikel gründete, das primär in Berliner Immobilien investieren sollte.

Für den Ankauf des Maximus-Portfolios hatte der Staatsfonds nun nach JUVE-Recherchen Kirkland & Ellis mandatiert, die die Transaktion von London aus steuerte. Die US-Kanzlei bezog hier ihr Transaktionsteam in München mit ein, zu dem mit Corporate-Anwalt Aschenbrenner auch ein Neupartner gehörte, der zum Oktober 2019 in den Gesellschafterkreis der US-Kanzlei aufgenommen worden war. Kirkland hatte den asiatischen Vermögensverwalter bereits unterstützt, als er sich 2018 an der französischen Hotelgruppe AccorHotels beteiligte.

Deloitte war auf Käuferseite für weitere steuerliche Themen eingebunden. Ein EY-Team hingegen steuerte die Vendor Due Diligence. Laut Marktinformationen wurde die Transaktion beurkundet vom Notar Rostyslav Telyatnykov, der zum Jahreswechsel in die Partnerriege bei White & Case aufstieg. (Sonja Behrens)

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