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25.01.2020

Neu ausgerichtet: Generali baut Sachversicherungsgeschäft mit Hogan Lovells um

Die Generali-Gruppe hat einen weiteren Schritt in ihrem internen Umbau vollzogen: Der Versicherer gründete einen neuen Sachversicherer in Deutschland, die Dialog Versicherung. In ihr ist nun das Geschäft gebündelt, dessen Vertrieb über unabhängige Makler und Mehrfachagenten läuft.  

Birgit Reese

Birgit Reese

In diesem Bereich arbeitet Generali mit rund 19.000 selbstständig tätigen Vermittlern zusammen. Dieses Geschäft ging im Zuge einer Abspaltung auf den neuen Sachversicherer über. Unter der Marke Dialog führt der Versicherer nun dieses Maklergeschäft mit rund 60 Produkten weiter, rund 900 Beschäftigte sind für die Vertriebspartner zuständig. Unter dem Dach der Dialog Lebensversicherung führt das Unternehmen zudem die Sparten Leben und betriebliche Altersvorsorge (bAV). Zuvor gehörten die Versicherungsbestände in der Sachversicherung zur Generali Versicherung.

In einem weiteren Schritt verschmolz Generali außerdem die AachenMünchner Versicherung und die Generali Versicherung. Sie firmieren mittlerweile unter der Generali Deutschland Versicherung.

Der internationale Versicherer trieb in den vergangenen Jahren mehrere Maßnahmen voran, um seine internen Strukturen zu verbessern: Dazu verkaufte das Unternehmen im Sommer 2018 das deutsche Lebensversicherungsgeschäft an Viridium und trennte sich von seinem Exklusivvertrieb. Dieser schlüpfte weitgehend unter das Dach der Deutschen Vermögensberatung (DVAG).

Die Prämieneinnahmen des Versicherers lagen 2018 in Deutschland insgesamt bei 14 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 3,8 Milliarden auf die Schaden- und Unfallversicherung. Die Zahl der Mitarbeiter bezifferte das Unternehmen auf gut 9.970. Der Versicherer mit Konzernsitz in Triest kam in den ersten neun Monaten 2019 weltweit auf Bruttobeitragseinnahmen von 51,4 Milliarden Euro.

Berater Generali
Inhouse Recht (München/Köln): Dr. Heike Ottemann-Toyza (General Counsel), Joachim Seifert (Leiter Gesellschafts-, Aufsichts- und Investmentrecht), Dr. Martin Wolf (Senior Expert Aufsichtsrecht), Dr. Johanna Röth-Bäcker (Leiterin Corporate/Regulatory), Julian Dietze, Sabine Lukasch, Marcus Wuntke, Florian-Marc Hotz (alle Gesellschafts-, Aufsichts- und Investmentrecht), Helmut Achten (Leiter Versicherungs- und Vertriebsrecht), Dr. Carsten Zeides (Leiter Komposit/Vertriebsrecht), Dr. Jakob Cremer (Leiter Leben/Exklusivvertrieb), Dr. Simon Hammerstingl, Florian Maier (beide Versicherungs- und Vertriebsrecht)
Hogan Lovells: Birgit Reese (Federführung; Gesellschaftsrecht/Versicherungsaufsichtsrecht; Düsseldorf), Victor de Vlaam (Amsterdam), Christopher Noblet (Budapest), Tim Goggin, Neil Chisholm (beide London), Pierre Reuter (Luxemburg), Joaquín Ruiz Echauri (Madrid), Dr. Sébastien Gros, Ghina Farah (beide Paris), Silvia Lolli (Rom), Beata Balas-Noszczyk (Warschau; alle Versicherungsaufsichtsrecht); Associates: Dr. Sabine Ernst, Rebecca Lappeßen (beide Gesellschaftsrecht/Versicherungsaufsichtsrecht; beide Düsseldorf), Janelle de Ruiter (Amsterdam), László Jen (Budapest), Simon Recher (Luxemburg), Virginia Martínez (Madrid), Giulia Monacelli (Rom), Agnieszka Scipio del Campo (Warschau; alle Versicherungsaufsichtsrecht)
Cerha Hempel (Wien): Lorenz Pracht (Gesellschaftsrecht)

Lorenz Pracht

Lorenz Pracht

Hintergrund: Die Generali-Rechtsabteilung führt seit 2017 General Counsel Ottemann-Toyza, die zuvor verschiedene Positionen bei der Allianz-Gruppe innehatte. An der neuen Konzernstruktur arbeiteten ihr großes Inhouse-Team und die Berater von Hogan Lovells unter der Federführung der Düsseldorfer Partnerin Reese über gut zwei Jahre. Neben dem Umfang dieses Vorhabens selbst bestand die Herausforderung für die Rechtsabteilung darin, dass zweitweise parallel dazu der Verkauf des deutschen Lebensversicherungsgeschäfts und des Exklusivvertriebs lief.

Die internationale Großkanzlei zog neben den eigenen internationalen Standorten verschiedene weitere Einheiten hinzu, darunter in Österreich Cerha Hempel. Für die Kanzlei bearbeitete der Transaktionsspezialist Pracht das Mandat, der dort seit Januar 2019 Salary-Partner ist. Insgesamt erforderten die gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen Zulassungen und Genehmigungen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie versicherungsrechtliche Informationen und Publikationen in 29 Ländern der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums.

Hogan Lovells war von Beginn an in dieses Prozedere  einbezogen. Die Arbeitsrechtler der Kanzlei sind bereits seit Herbst 2015 mit dem Umbau bei Generali betraut. Beim Verkauf des Lebensversicherungsgeschäfts vertraute das Unternehmen dagegen parallel auf Teams von Hengeler Mueller und Noerr. Als der Versicherungskonzern 2016 seinen deutschen Vermögensverwalter in die Generali Investments Europe einbrachte, mandatierte er hierzulande ein Dechert-Team. (Raphael Arnold)

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