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25.02.2020

Derivatehandel: CMC Markets holt sich mit Reed Smith Lizenzen in Kontinentaleuropa

Die britische Derivatehandelsplattform CMC Markets hat eine Erlaubnis für Finanzdienstleistungen in Deutschland und fünf anderen europäischen Ländern erhalten. Damit ist der börsennotierte Dienstleister für den Brexit gewappnet und kann sein kontinentaleuropäisches Geschäft weiterentwickeln.

Simon Grieser

Simon Grieser

Die Lizenz der deutschen Tochter CMC Markets Germany erstreckt sich auf die Abschlussvermittlung und den Eigenhandel. Das Unternehmen betreibt unter anderem Plattformen zum Handel mit Differenzkontrakten (CFD) auf Basiswerte in verschiedenen Anlageklassen. Damit richtet es sich an professionelle und private Nutzer.

2018 fiel der Handelsumsatz mit privaten Kunden jedoch deutlich, zwischenzeitlich lag er nur noch bei rund 35 Prozent früherer Volumina. Grund dafür waren aufsichtsrechtliche Vorgaben der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) in Paris, die Mitte 2018 in Kraft traten. Die ESMA hatte CFDs schon in den Jahren zuvor kritisch unter die Lupe genommen. In den USA sind sie weitgehend verboten.

In Europa machte CMC Markets im Geschäftsjahr 2018/19 rund ein Viertel seines Umsatzes, dort saßen damals rund 35 Prozent der Nutzer. Der wichtigste Markt in dieser Region ist Deutschland. Das Vereinigte Königreich machte rund 43 Prozent des Umsatzes aus, der Rest entfällt vor allem auf Australien. Dort entwickelt der Finanzdienstleister unter anderem ein neues Geschäftsmodell im Aktienhandel, bei dem er mit der Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) kooperiert.

Insgesamt belief sich das operative Geschäft 2018/19 auf 130,8 Millionen Pfund (umgerechnet 153,5 Millionen Euro), der Gewinn nach Steuern lag bei 5,9 Millionen Pfund (6,9 Millionen Euro). Die Zahl der Mitarbeiter belief sich auf gut 680. Hauptanteilseigner und CEO von CMC Markets ist Peter Cruddas. Der Unternehmer ist seit Jahren ein Unterstützer des britischen Premierministers Boris Johnson und seines Brexitkurses. Von Mitte 2011 bis Anfang 2012 war er auch kurzzeitig Co-Treasurer der Konservativen Partei.

Ingo Braun

Ingo Braun

Berater CMC Markets
Reed Smith (Frankfurt): Dr. Simon Grieser (Federführung), Tim Dolan, David Calligan (beide London; alle Bankaufsichtsrecht), Dr. Andreas Jürgens, Constantin Conrads (München; beide Gesellschaftsrecht), Oliver Rathje (Litigation; Frankfurt); Associates: Dr. Anselm Reinertshofer (München), Jan Nagel (beide Bankaufsichtsrecht), Rita Gnoth-Novak (Gesellschaftsrecht), Andrea Manger (Arbeitsrecht; beide München), Guillemine Berne (Gesellschaftsrecht; Paris)
Benn-Ibler: Ingo Braun (Wien); Associate: Stefan Hasenauer (Salzburg; beide Gesellschaft- und Aufsichtsrecht)
Inhouse Recht (London): Oliver Basi (Chief Legal & Corporate Officer), Sheena Kanabar (Head of Compliance UK & Europe), Julia Schmitt (Deputy Head of Compliance Europe), Katharina Höfs (Legal Counsel)

Hintergrund: Die Fäden in diesem aufsichtrechtlichen Mandat liefen beim Reed Smith-Partner Grieser in Frankfurt zusammen. Neben Deutschland umfassten die Anmeldungen auch Österreich, Italien, Spanien, Norwegen und Schweden. Das Mandat geht auf Kontakte zurück, die auf einer Kanzleiveranstaltung zum Brexit in London entstanden.

In Österreich war mit den nötigen Schritten unter anderem bei der Wiener Finanzmarktaufsichtsbehörde die Kanzlei Benn-Ibler betraut. Die Kontakte zwischen den Partnern Grieser und Braun gehen auf eine großvolumige NPL-Transaktion für die Mandantin UniCredit vor über zehn Jahren zurück. Für Italien war das DWF-Büro in Mailand, für Spanien die Kanzlei Ramón y Cajal, für Schweden Setterwalls und für Norwegen Wikborg Rein zuständig.

Als CMC 2016 an die Börse ging, wurde die Emittentin von Linklaters beraten, im Lead waren die Partner Patrick Sheil aus New York und Iain Wagstaff aus London. Letzterer starb im Herbst 2019 an den Folgen eines Fahrradunfalls. Die Banken hatten damals ein Team von Allen & Overy um die Partner David Broadley, Adam Wells und Damian Carolan mandatiert. (Raphael Arnold)

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