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11.02.2020

Luxuskreuzfahrten: Watson Farley, Allen & Overy und Freshfields bauen Tui Cruises aus

Tui bringt seine Luxuskreuzfahrtgeschäft Hapag-Lloyd Cruises in das bestehende Gemeinschaftsunternehmen Tui Cruises ein, das sich Tui mit dem Branchenriesen Royal Caribbean Cruises teilt. Tui will mit der Transaktion sein Geschäft mit Luxuskreuzfahrten ausbauen.

Christian Finnern

Christian Finnern

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Behörden und soll in diesem Sommer abgeschlossen sein. Von Tui Cruises erhält der Tui-Konzern rund 700 Millionen Euro. Rechnet man die Schulden heraus, wird Hapag-Lloyd Cruises bei dem Geschäft mit 1,2 Milliarden Euro bewertet. Der Erlös aus dem Joint-Venture-Geschäft soll unter anderem in die weitere Digitalisierung von Tui fließen.

Mit dem Schritt will sich Tui aber auch den internationalen Marktzugang im Kreuzfahrtgeschäft sowie die Finanzierung neuer Passagierschiffe erleichtern. Die Beteiligung von Royal Caribbean erlaubt es Tui, nicht so viele eigene Schiffe anzuschaffen. Derzeit kommt Hapag-Lloyd Cruises auf zwei Luxus- und drei Expeditionskreuzfahrtschiffe, zusammen mit Tui Cruises sind es zwölf. Entlassungen seien im Zuge der Umstrukturierung nicht geplant, hieß es. Auch die einzelnen Marken sollen erhalten bleiben. 

Berater Tui Cruises
Watson Farley & Williams (Hamburg): Dr. Christian Finnern (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Gerrit Bartsch (Steuerrecht), Dr. Björn-Axel Dißars, Dr. Christian Wolf (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Andreas Wiegreffe, Torge Rademacher (Arbeitsrecht), Dr. Sebastian Wulf (Finanzierung; Frankfurt), Lucy Shtenko, David Osborne, Robert Platt (alle Maritimies Wirtschaftsrecht), Jeremy Robinson (Kartellrecht; alle London); Associates: Carolin Woggon, Dr. Malte von Seht, Muteber Yalcin, Sebastian Olbertz (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Paul Greef (Regulierung), Julia König, Dr. Frank Wacht, Dr. Niklas Wiechmann (alle Maritimes Wirtschaftsrecht), Verena Weider (Steuerrecht), Nora Fleischhauer (Arbeitsrecht), Richard Smith, Konstantina Kyprianidou, Alexander Clark (alle Maritimes Wirtschaftsrecht), Pierre Welch (Kartellrecht; alle London)
Inhouse Recht (Hamburg): Amely Haußer (General Counsel), Michael Röhrs (Steuern)

Natascha Doll

Natascha Doll

Berater Royal Caribbean
Freshfields Bruckhaus Deringer: Valerie Jacobs (New York; Federführung), Dr. Natascha Doll, Dr. Jochen Dieselhorst (beide Hamburg; alle Corporate), Dr. David Beutel (Steuerrecht; München), Dr. Frank Montag, Jennifer Mellott (beide Kartellrecht; beide Brüssel); Associates: Olaf Ehlers, Till Burmeister, Sven Bolay, Panagiota Kavvada, Marius Scherb (alle Hamburg), Stephen Wilkinson (New York; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Martin Rehberg (Steuerrecht; München), Marta Janek (Kartellrecht; Brüssel), Christoph Werkmeister (Düsseldorf; IP/IT)

Berater Tui Group
Allen & Overy (Hamburg): Dr. Helge Schäfer, Dr. Jonas Wittgens (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A); Dr. Heike Weber (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Börries Ahrens (Kartellrecht), Stephen Mathews (Kapitalmarktrecht; London); Associates: Louisa Graubner, Dr. Moritz Merkenich (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Sven Bischoff (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Ioannis Thanos (Kartellrecht)
PricewaterhouseCoopers (Hamburg): Marcus Blömer. Hannes Pfitzner. Julia Morgenroth. Swantje Kunkel (alle Steuern)
Inhouse Recht (Hannover): Marcus Beger (Leiter Gesellschaftsrecht/M&A), Mareike Ackermann (‎Senior Legal Counsel Gesellschaftsrecht/M&A) 
Inhouse Steuern (Hannover): Thorsten Wölke (Leiter Konzern Steuern), Holger Lemke-Veit (Leiter National Steuern)

Schäfer_Helge

Helge Schäfer

Hintergrund: Tui Cruises setzte auf ein Team von Watson Farley, das vom Hamburger Partner Finnern geführt wurde. Die Kanzlei ist für ihre Erfahrung im Maritimen Wirtschaftsrecht bekannt und beriet das Gemeinschaftsunternehmen laut Marktinformationen bereits zuvor zu Bauvorhaben und Schiffsfinanzierungen.

Aufseiten von Royal Caribbean stand nach JUVE-Recherchen ein transatlantisches Team von Freshfields. Die New Yorker Partnerin Jacobs, die auch die weltweite Kapitalmarktpraxis der Londoner Kanzlei führt, arbeitete mit einem Hamburger Team um Partnerin Doll und Principal Associate Ehlers zusammen. Soweit bekannt, ist die Kanzlei seit vielen Jahren für die amerikanische Kreuzfahrtgruppe tätig.

Von langer Dauer ist auch die Mandatsbeziehung zwischen Tui und Allen & Overy. Die Magic-Circle-Kanzlei stand dem Reiseunternehmen bereits vor mehr als fünfzehn Jahren bei Finanzierungsmaßnahmen zur Seite. Der Hamburger Partner Schäfer steuerte in enger Abstimmung mit dem Inhouse-Team vor einigen Jahren zunächst die milliardenschwere Fusion mit der britischen Tochter Tui Travel sowie später den Ausstieg aus der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd.

Rund um den Verkauf der Tochter Hapag-Lloyd Cruises an das Gemeinschaftsunternehmen setzte Tui wieder auf Schäfer, der den Counsel Wittgens aus der Hamburger Corporate-Gruppe der Kanzlei mit in die Federführung nahm. In dieser Kombination hatte Tui im vergangenen Jahr bereits die Mehrheitsanteile an der französischen Airline Corsair und damit sieben Langstreckenflieger an den deutschen Investor Intro Aviatio verkauft. Die steuerlichen Fragen bei Tui-Deals beantworten regelmäßig ein Team um die Frankfurter Partnerin Weber sowie Spezialisten von PwC. Hier kam die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit ihrem Hamburger Maritimen Kompetenzzentrum zum Zug. (Sonja Behrens)

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