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18.02.2020

Mid-Cap-Deal: Pharmazell geht mit Freshfields und Latham an Bridgepoint

Das Private-Equity-Haus Bridgepoint übernimmt die Mehrheit an dem Pharmaunternehmen Pharmazell. Verkäufer sind die Beteiligungsgesellschaften Deutsche Private Equity (DPE) und Maxburg. Pharmazell beschäftigt an vier Standorten in Deutschland, Italien und Indien rund 900 Mitarbeiter. 

Olga Stürmer

Olga Stürmer

Bridgepoint ist bereits der vierte Finanzinvestor als Mehrheitseigner. 2006 stiegen beim Management-Buy-out die Beteiligungsgesellschaften Auctus und Lead Equities ein, 2011 übernahm der belgische Private-Equity-Fonds Ergon Capital Partners das Unternehmen. 2014 ging Pharmazell mehrheitlich an DPE, Maxburg übernahm ebenfalls Anteile. Das Pharmazell-Management bleibt weiter beteiligt.

Bridgepoint verwaltet nach eigenen Angaben 29,2 Milliarden Euro Investorengelder und investiert vor allem im Mid-Cap-Segment. Ebenfalls an Pharmazell interessiert waren unter anderem die Private-Equity-Häuser Bain, Novalpina, Cinven und Charterhouse.

Berater Bridgepoint
Freshfields Bruckhaus Deringer (München): Dr. Markus Paul, Dr. Hendrik Braun; Associates: Dr. Olga Stürmer (Federführung), Dr. Florian Bader (alle Private Equity)

Berater DPE/Maxburg
Latham & Watkins (München): Burc Hesse (Federführung), Dr. Sebastian Pauls, Stefan Süß (Steuerrecht), Thomas Weitkamp (Bank- und Finanzrecht), Prof. Dr. Thomas Grützner (Compliance), Christoph Engeler (Healthcare; Hamburg), Dr. Max Hauser (Kartellrecht, Frankfurt); Associates: Dr. Corinna Freudenmacher, Dr. Andreas Holzgreve, Jeremias Bura (alle Private Equity), Dr. Wolf-Tassilo Böhm (IT/Datenschutz; Frankfurt), Annika Juds (Arbeitsrecht), Alexander Wilhelm (Regulierung; Frankfurt), Philipp Thomssen (Gesellschaftsrecht), Henrietta Ditzen (Healthcare), Dr. Stefan Bartz (Compliance; alle Hamburg), Ralph Dräger (Frankfurt), Philipp Büchler (beide Bank- und Finanzrecht), Alisia Haber (Kartellrecht, Frankfurt)

Burc Hesse

Burc Hesse

Berater Maxburg
Ego Humrich Wyen (München): Dr. Jan-Henning Wyen, Dr. Alexander Ego – aus dem Markt bekannt

Berater Bain
Kirkland & Ellis (München): Dr. Benjamin Leyendecker (Private Equity) – aus dem Markt bekannt
Novacos (Düsseldorf): Maria Heil, Dr. Marc Oeben; Associates: Catarina Seemann, Dr. Friederike Juncker (alle Medizinrecht/Regulatorik)

Berater Novalpina
Weil Gotshal & Manges (München): Prof. Dr. Gerhard Schmidt (Federführung), Dr. Hendrik Röhricht, Dr. Kamyar Abrar (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Wolfram Distler (Finanzierung; beide Frankfurt), Tobias Geerling, Benjamin Rapp (beide Steuerrecht), Dr. Konstantin Hoppe (IP/Regulierung), Svenja Wachtel (Prozessführung), Manuel-Peter Fringer; Associates: Florian Wessel, Andreas Fogel, Julian Schwanebeck, Sebastian Brenner, Aurel Hille (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Mareike Pfeiffer (Arbeitsrecht; alle Frankfurt), Dr. Barbara Sandfuchs (IT/Datenschutz)

Berater Cinven
Hengeler Mueller (München): Dr. Emanuel Strehle, Dr. Andreas Hoger (Frankfurt; beide Private Equity) – aus dem Markt bekannt

Berater Charterhouse
Allen & Overy (München): Dominik Stühler (Private Equity) – aus dem Markt bekannt

Berater Pharmazell-Management
P+P Pöllath + Partners (München): Benedikt Hohaus (Federführung), Dr. Roman Stenzel; Associate: Silke Bandener (alle M&A/Private Equity)

Hintergrund: Bridgepoint setzte bereits in der Vergangenheit immer wieder auf Freshfields, so etwa 2018 beim Verkauf von AHT Cooling Systems an Daikin Europe. Eine noch engere Beziehung hat das Private-Equity-Haus international zu Travers Smith. Immer wieder ist auch Shearman & Sterling für Bridgepoint tätig, so etwa 2018 bei dem versuchten Kauf des Wasseraufbereitungsgeschäfts von Lanxess. 

Die bisherigen Pharmazell-Eigner setzten auf angestammte Berater: Latham begleitete die Mandantin schon beim Kauf der Unternehmensanteile 2013, damals noch mit einem Team um den Hamburger Partner Dr. Henning Schneider. Neben Latham mandatierte DPE in den vergangenen Jahren unter anderem auch Noerr, Gütt Olk Feldhaus und Linklaters. Maxburg lässt sich regelmäßig von der Münchner Corporate-Boutique Ego Humrich Wyen begleiten, arbeitet daneben aber auch immer wieder mit anderen Beratern, darunter GLNS und Willkie Farr & Gallagher.

Bain ist internationale Stammmandantin von Kirkland & Ellis. Deutsche Teams um Partner Leyendecker berieten den Finanzinvestor im vergangenen Jahr unter anderem bei der versuchten Übernahme (gemeinsam mit Carlyle) von Osram sowie bei Geboten für die Evonik-Plexiglassparte und für das BASF-Bauchemiegeschäft. Daneben lässt sich Bain immer wieder auch von Hengeler begleiten, zuletzt etwa beim Verkauf einer Beteiligung an dem Aufzughersteller Wittur sowie beim Gebot für die Verpackungsmaschinensparte von Bosch. Hengeler war nun aufseiten von Cinven im Einsatz.

Novalpina arbeitete in Deutschland schon wiederholt mit Weil Gotshal, beispielsweise beim Management-Buy-out der Cybersicherheitsfirma NSO Group. Der Kontakt zu Partner Schmidt stammt noch aus der früheren Tätigkeit mehrerer Novalpina-Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Texas Pacific Group, einer langjährigen Mandantin der Kanzlei. 

Steuerlich ließ sich Käuferin Bridgepoint von einem EY-Team um den Münchner Transaktionssteuerrechtspartner Karl-Christopher Erkrath begleiten, Verkäuferin DPE setzte auf Deloitte. Beurkundet wurde die Transaktion nach JUVE-Informationen von Dr. Martin Schwab aus dem Münchner Notariat Schwab Weiler. (Norbert Parzinger)

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