Artikel drucken
30.04.2020

Auf Anfang: Zahlreiche Berater ermöglichen KfW-Kredit für Condor

Deutschland hält in der Corona-Krise den insolventen Ferienflieger Condor mit einem Kredit über 550 Millionen Euro in der Luft. Für die neue Brückenfinanzierung bürgen die Bundesrepublik Deutschland und das Land Hessen. Der bereits im Herbst vergangenen Jahres genehmigte Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro wird nach Unternehmensangaben mit der langfristigen Finanzierung vollständig abgelöst.

Thomas Hoffmann

Thomas Hoffmann

Die Anfang der Woche von der EU-Kommission genehmigte Rettungsfinanzierung ist ein Novum. Sie löst nicht nur den alten Überbrückungskredit ab. Die neue Brückenfinanzierung folgt zudem auf den Austritt der polnischen Luftfahrt-Holding PGL aus dem laufenden Insolvenzverfahren. Die polnische Luftfahrt-Holding PGL hatte die bereits im Januar vereinbarte Übernahme des deutschen Ferienfliegers wegen der sich durch Covid-19 verstärkenden Probleme im eigenen Unternehmen abgesagt.

JUVE-Informationen zufolge bedeutet die neue Brückenfinanzierung des Bundes auch, dass der Gläubigerausschuss der Condor erneut über denselben Insolvenzplan abstimmen muss. Bereits bei der Abstimmung über den alten Plan regte sich Widerstand unter den Gläubigern, von denen mehrere vor Gericht zogen. Bedeutendster Gegner des Insolvenzplans war der Pensionssicherungsverein (PSV) der deutschen Wirtschaft. Medieninformationen zufolge waren Pensionslasten in Höhe von rund 50 Millionen Euro der Auslöser. PGL wollte diese nicht übernehmen. Das Landgericht Frankfurt wies die Klagen ab, womit der Insolvenzplan rechtskräftig wurde.

Das Frankfurter Unternehmen Condor mit rund 4.900 Beschäftigten und mehr als 50 Flugzeugen war nach der Pleite des britischen Mutterkonzerns Thomas Cook im September 2019 in ein Schutzschirmverfahren gegangen und ist im Zuge dessen saniert worden. Medienberichten zufolge soll im kommenden Jahr im Rahmen eines neuen Bieterverfahren ein neuer Gesellschafter für Condor gesucht werden.

Lucas Flöther

Lucas Flöther

Berater Condor
Inhouse Recht (Frankfurt): Silke Schober, Alexander Stein
Schultze & Braun (Achern): Detlef Specovius (Restrukturierung); Associates: Dr. Christoph von Wilcken (Restrukturierung; Berlin), Seraphim Kim, Siegfried Flogaus (beide Nürnberg; beide Arbeitsrecht)
Noerr (Berlin): Dr. Thomas Hoffmann, Marlies Raschke (Dresden; beide Federführung; beide Insolvenzrecht), Dr. Torsten Wehrhahn, Andreas Naujoks (beide Finanzierung, beide Frankfurt), Sarah Blazek, Helge Heinrich (München; beide Beihilferecht), Dr. Torsten Kraul (IT; Berlin), Emma Lenze (UK-Vertragsrecht; München), Dr. Tobias Dolde (IP; Alicante), Dr. Hans-Christoph Schimmelpfennig, Dr. Benjamin Jahn (beide Arbeitsrecht; beide München), Dr. Holger Schmitz, Dr. Martin Geipel (beide Öffentliches Wirtschaftsrecht; beide Berlin); Associates: Dr. Andrea Braun (Frankfurt), Eike Hofmann (Dresden; beide Insolvenzrecht), Dr. Kenny Koa (Insolvenzrecht; Berlin), Dr. Dorian Legel (Finanzierung; Frankfurt), Dr. Daniel Dommermuth, Dr. Michael Weber (München; beide Arbeitsrecht)
Cooley (Brüssel): Alexander Israel, Stella Sarma; Associate: Jan Lang (alle Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
PricewaterhouseCoopers (Frankfurt): André Bäcker (Restrukturierung) – aus dem Markt bekannt

Sabine Vorwerk

Sabine Vorwerk

Berater KfW
Inhouse Recht (Frankfurt): Dr. Klaus Hellermann (Restrukturierung/Insolvenzrecht), Dr. Jochen Naumann (Konzernrecht), Oriana Corzilius (Öffentliches Wirtschaftsrecht)
Linklaters (Frankfurt): Dr. Sabine Vorwerk (Federführung; Restrukturierung/Insolvenzrecht), Marc Trinkaus (Finanzierung), Dr. Jan Endler (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Jördis Heckt-Harbeck (Kapitalmarktrecht); Associates: Dr. Michael Rickert (Restrukturierung/Insolvenzrecht),  Rico Kaßmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht)

Berater Bundesrepublik Deutschland/Bundesministerium für Wirtschaft
PricewaterhouseCoopers (Düsseldorf): Bernd Papenstein, Rainer Holtmann (beide Öffentlicher Sektor) – aus dem Markt bekannt

Sachwalter Condor
Flöther & Wissing (Leipzig): Prof. Dr. Lucas Flöther

Matthias Kasch

Matthias Kasch

Berater Polish Aviation Group/LOT
White & Case (Frankfurt): Matthias Kasch, Dr. Andreas Kleinschmidt, Christian Bock – aus dem Markt bekannt

Condor Gläubigerausschuss
Wellensiek (Frankfurt; Personalvertretung): Dr. Richard Scholz (Insolvenzrecht) – aus dem Markt bekannt
Görg (Köln; DER Touristik): Dr. Christian Bärenz (Insolvenzrecht) – aus dem Markt bekannt
Allen & Overy (Frankfurt; Finanzgläubiger): Dr. Franz-Bernhard Herding (Insolvenzrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Berater in dem Insolvenzverfahren sind schon länger involviert. In seiner Klage gegen den Insolvenzplan setzte der Pensionssicherungsverein (PSV) der deutschen Wirtschaft JUVE-Informationen zufolge auf den Kölner CMS Hasche Sigle-Partner Dr. Rolf Leithaus. Die Verhandlungen zur Rettung des Ferienfliegers wurden zwischenzeitlich auf höchster politischer Ebene zwischen Deutschland und Polen geführt. White & Case war dem Vernehmen nach bis zum medienwirksamen Rückzug der PGL an den Verhandlungen beteiligt. (Martin Ströder; mit Material von dpa)

  • Teilen