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19.05.2020

Hoher Finanzbedarf: White & Case berät zur milliardenschweren Bundesanleihe

Der Bund beschafft sich Geld zur Finanzierung der diversen Pandemieprogramme: In der vergangenen Woche emittierte er eine Bundesanleihe mit einem Gesamtwert von 7,5 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Laufzeiten von 30 Jahren handelt es sich hierbei um eine 15-jährige Anleihe, die zudem syndiziert wird.

Karsten Wöckener

Karsten Wöckener

Soweit bekannt ist diese Schuldverschreibung die erste Emission im Syndikatsverfahren seit 2015 und die erste Emission mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Die Bundesanleihe hat einen fixen Kupon von null Prozent.

Anfang April hatte die Finanzagentur, die zum Bundesministerium der Finanzen gehört und Finanzierungsmaßnahmen der Bundesrepublik Deutschland steuert, bekannt gegeben, ihre Emissionsplanung für das zweite Quartal 2020 sowie auch für den Rest des Jahres nochmals anzupassen. Im Anleihebereich führte die Finanzagentur gleich zwei neue Laufzeitsegmente ein: Neben der 15-jährigen Bundesanleihe wurde auch ein 7-jähriges Wertpapier mit Fälligkeit im November 2027 platziert.

Hoher Liquiditätsbedarf

Zudem wurde allein für das zweite Quartal das Auktionsvolumen der Finanzierungsinstrumente um 43 Milliarden Euro auf 130,5 Milliarden aufgestockt. Dazu gehören unverzinsliche Schatzanweisungen (Bubills), nominalverzinsliche Kapitalmarktinstrumente wie Bundesanleihen und deren Aufstockung per Auktion. 

Unterstützt wurde die 7,5-Milliarden-Anleihe-Emission von einem Bankenkonsortium unter Führung von BNP Paribas, BofA Securities, Commerzbank, HSBC und der Crédit Agricole Corporate und Investment Bank (CIB).

Berater Finanzagentur/Bund
Inhouse Recht (Finanzagentur; Frankfurt): Daniela Kracht (Legal Counsel; Kapitalmarktrecht)
White & Case (Frankfurt): Karsten Wöckener (Federführung), Dr. Cristina Freudenberger; Associates: Dr. Peter Becker, Claire-Marie Mallad, Florian Fraunhofer, Daniel Gillenkirch (alle Kapitalmarktrecht)

Berater Banken
Inhouse Recht (Commerzbank; Frankfurt): Gunnar Graf (Blockchain, Koordination) − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (Bank of America Merrill Lynch; London): Leona Tan (Director and Assistant General Counsel) − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (Crédit Agricole Investment Bank; Paris): Benjamin Moulle (Head of SSA Syndicate) − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (HSBC; London): Mehdi Laidouni (Transaction Management) − aus dem Markt bekannt 
Inhouse Recht (BNP Paribas; London): Ama Ocansey (Senior Legal Counsel) − aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: Das von Partner Wöckener angeführte White & Case-Team hatte sich bei der Finanzagentur in einem Pitch durchgesetzt. Auch der Autozulieferer Continental und der Karlsruher Energiekonzern EnBW setzten bei Schuldverschreibungen, die jeweils ein Volumen von 500 Millionen Euro hatten, jüngst auf White & Case. Die Kanzlei begleitete auch Vonovia Finance, die sich gleich eine Milliarde Euro per Anleiheemission sicherte.

Wöckener und Local-Partnerin Freudenberger hatten zudem gemeinsam die Federführung in einem Mandat für die 50Hertz-Mutter Eurogrid: Dort legten sie die rechtliche Basis für die Debutemission eines Green Bonds mit einem Gesamtnennbetrag von 750 Millionen Euro. Zudem waren sie für die Emissionsbanken im Einsatz, als sich der österreichische Energieversorger OMV über einen Multitranche-Bond 1,75 Milliarden Euro sicherte. 

Die Großbanken, die die milliardenschwere Bundesanleihe weiter syndizieren werden, verließen sich, soweit bekannt, auf ihre jeweiligen Inhouse-Teams. (Sonja Behrens)

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