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25.05.2020

Interessante Projektpipeline: CMS hilft Partners Group bei Übernahme von Dresdner VSB-Gruppe

Der Schweizer Private-Equity-Investor Partners Group hat große Teile der Dresdner VSB-Gruppe übernommen. VSB-Gründer Andreas Dorner bleibt über seine Solvent Holding mit 20 Prozent an der Luxemburger Gesellschaft beteiligt, über die Partners Group die VSB-Projekte in Zukunft weiterentwickelt. Neben der kartellrechtlichen Freigabe liegen mittlerweile auch die außenwirtschaftlichen Genehmigungen für die Transaktion vor.

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Holger Kraft

Der Transaktion war ein aufwendiger Carve-out vorausgegangen: Mehr als 137 Gesellschaften in rund zwölf Staaten betrieb die VSB-Gruppe unter dem Dach ihrer Muttergesellschaft, der Solvent Holding.

Die Gesellschaften aus Frankreich, Polen, Tschechien und Finnland wurden JUVE-Informationen zufolge nicht an Partners Group verkauft, sondern parallel zum Carve-out auf die sächsische Solvent Holding übertragen.

Die VSB-Gruppe mit Sitz in Dresden entwickelt auf internationaler Ebene Wind- und Solarparkprojekte und bietet alle damit einhergehenden Serviceleistungen an – also Betriebsführung, Wartung und Instandhaltung der Anlagen. Rund 300 Mitarbeiter an 19 Standorten sind für den Konzern und die damit verbundenen Unternehmen tätig.

Bei Finanzinvestoren sind Energieprojektierer mit gut gefüllter Pipeline beliebt – Anteile an solchen Unternehmen zu kaufen, ist mittlerweile eine gängige Akquisitionsstrategie im Infrastrukturbereich. Auf anderen Wegen sind Beteiligungen an Windparks und anderen Erneuerbare-Energie-Projekten kaum mehr möglich.

Die Partners Group hat bislang rund 11 Milliarden US Dollar in private Infrastrukturanlagen weltweit investiert, insgesamt managt die Gruppe mit rund 1.400 Mitarbeitern ein Anlagevermögen von rund 94 Milliarden US Dollar.

Berater Partners Group
CMS Hasche Sigle
(Hamburg): Dr. Holger Kraft, Dr. Eckart Gottschalk (Co-Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Fritz von Hammerstein (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Marc Riede (Bank- und Finanzrecht), Dr. Heino Büsching (Steuerrecht), Dorothée Janzen (Vertragsrecht), Matthias Sethmann, Kai Ostermann (beide Energierecht), Dr. Hans Fabian Kiderlen, Dr. Insa Nutzhorn (beide Immobilienrecht), Petra Goldenbaum (IP), Dr. Martin Mohr (Steuerrecht; Stuttgart); Associates: Laura Moosleitner, Dr. Clemens Völschow, Dr. Susanne Keck, Dr. Constantin Lentz (alle Corporate/M&A), Dr. Clara Volkert, Christopher Schmeckel, Cihan Cömert (alle Immobilienrecht), Nicolai Bischof (Bank- und Finanzrecht), Dr. Phillipp Nonnenmühlen, Sünye Akay (beide Arbeitsrecht)
Ernst & Young (Hamburg): Stephan Seiffert (Steuern)
Inhouse Recht (London): Lavinia Ralli

Streyl_Annedore

Annedore Streyl

Berater Solvent Holding/VSB-Gruppe
EY Law (Berlin): Dr. Annedore Streyl (Federführung), Matthias Winter (Eschborn), Dr. Ines Fritz (München), Dr. Jan Feigen (Hamburg; alle Corporate/M&A), Marcus Mayer (Kartellrecht; Stuttgart); Associates: Dagmar Witzorrek (Eschborn), Philipp Weis, Mehdi Kovacevic, Dr. Daniel Mattig, Lorenz Carstensen, Georgi Batoev (alle Berlin), Dr. Maximilian Menges (Hamburg; alle Corporate/M&A)
Ernst & Young (Eschborn): Tatjana Beuth (Federführung), Olga Simon, Sandro Schwenke, Hanna Bertrand (alle Steuern)
Lehleiter + Partner Treuhand (Neckarsulm): Prof. Dr. Robert Lehleiter (Steuern)
Inhouse Recht (Dresden): Mark Epple

Hintergrund: Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines Bieterverfahrens. Die Holding des VSB-Gründers Dorner hatte JUVE-Informationen zufolge zunächst beabsichtigt, das Mandat allein mit einem EY-Team um den Eschborner M&A-Berater Axel Kirch sowie dem Inhouse-Juristen Epple zu stemmen.

In der Folge entschied sich das Team allerdings, externe Rechtsberater zu mandatieren. Den Pitch gewann EY Law-Partnerin Streyl. Das Team um Streyl kümmerte sich vor allem um die rechtliche Umsetzung des Carve-outs, EY-Transaktionsexpertin Beuth übernahm die Beratung zu den Steuerthemen.

Mit Steuerrechtler Seiffert war zudem ein weiterer EY-Steuerberater auf der Gegenseite für die Partners Group tätig. Er beriet die Beteiligungsgesellschaft beispielsweise auch, als sie 2018 den Ablesedienst Techem für 4,6 Milliarden Euro im Konsortium mit Pensionsfonds erwarb.

Der Schweizer Finanzinvestor setzt je nach Branche auf unterschiedliche Kanzleien. CMS-Partner Kraft berät die Partners Group regelmäßig bei ihren Investitionen im Energiesektor, zuletzt etwa bei Beteiligungen an großen Offshorewindparks. CMS stellte für die Transaktion ein internationales Team mit Beratern aus Deutschland, Frankreich, Polen und Luxemburg zusammen. Auch aus dem Berliner Smart Operation Center der Kanzlei wurde die federführende Doppelspitze um die Partner Kraft und Gottschalk unterstützt. (Annika Janßen)

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