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12.06.2020

Mobilfunk: Telefónica Deutschland verkauft Funkmasten im Milliardenwert an spanische Schwester

Der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland hat wie erwartet erneut Funkmasten an eine andere Tochter seines spanischen Mutterkonzerns Telefónica ausgelagert. Es seien 10.100 Masten für insgesamt 1,5 Milliarden Euro an Telxius verkauft worden, teilte der spanische Telekomkonzern Telefónica mit. Die Nettoverschuldung werde sich durch die Transaktion um etwa 500 Millionen Euro verringern.

Benedikt von Schorlemer

Benedikt von Schorlemer

Der deutsche Mobilfunkanbieter, dessen Anteile zu 70 Prozent bei Telefónica liegen, hatte bereits vor vier Jahren 2.350 freistehende Mobilfunkmasten an Telxius abgegeben und damit knapp 590 Millionen Euro erlöst. Telxius will in Europa zu einem führenden Anbieter von Funk- und Sendemasten werden. Das Unternehmen gehört zur Hälfte Telefónica. 40 Prozent hält seit 2017 der Finanzinvestor KKR, der Unternehmer Amancio Ortega mit seinem Investitionsvehikel Pontegadea die restlichen 10. Er ist dank seines 59-Prozent-Anteils am spanischen Modekonzern Inditex mit einem Vermögen von zuletzt rund 55 Milliarden Euro der reichste Mann Spaniens.

Die 1,5 Milliarden Euro finanziert Telxius hauptsächlich über eine Kapitalerhöhung, die von den bestehenden Aktionären gezeichnet wird.

Der Verkauf von Sendemasten hilft Telekomkonzernen dabei, ihre Bilanzen zu entlasten und Geld für Investitionen in das neue schnelle 5G-Mobilfunknetz einzusammeln. Funktürme und Mobilfunkstandorte gelten als attraktive Investments für professionelle Anleger wie Versicherer und Finanzinvestoren, die an einer stabilen Rendite aus den Standortmieten interessiert sind. Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone will seine europäische Funkturmsparte im Jahr 2021 an die Börse bringen. Die Deutsche Telekom hatte ihre Funktürme schon vor Jahren in eine eigene Gesellschaft ausgelagert, ist aber noch alleinige Eigentümerin.

Berater Telxius
Ashurst (Frankfurt): Dr. Benedikt von Schorlemer (Corporate/M&A), Dr. Maximilian Uibeleisen (Infrastruktur/Regulierung, Außenwirtschaftsrecht; beide Federführung), Dr. Michael Holzhäuser (Kartellrecht), Dr. Gerrit Clasen (Corporate/M&A), Nick Elverston, Amanda Hale (beide London), Tim Brookes (Sydney; alle Digital Economy); Dr. Andreas Mauroschat, Juditha von der Heydt (beide Arbeitsrecht), Holger Mlynek (Infrastruktur/Commercial); Associates: Dr. Valentin Pfisterer, Jan Ischreyt, Quynh-Anh Le (alle Corporate/M&A), Dr. Simon Groneberg (Infrastruktur/ Regulierung), Dr. Max-Niklas Blome (Kartellrecht), Noah Gordon (London), Kanin Lwin (Sydney; beide Digital Economy), Bernd Bäumer (Immobilienrecht) 
Inhouse Recht (Madrid): Miguel Garrido (General Counsel)

Frederik Mühl

Frederik Mühl

Berater KKR
Clifford Chance: Javier Amantegui (Madrid), Frederik Mühl (Frankfurt), Samir Azzouzi (Madrid; alle Corporate), Rodrigo Uría (Finanzierung), Jaime Almenar (Regulierung; beide Madrid), Christian Kremer (Corporate), Marc Mehlen (Finanzierung; beide Luxemburg), Dennis Blechinger (Immobilienrecht; München), Dimitri Slobodenjuk (Regulierung; Düsseldorf); Associates: Jorge Martín Sainz, Daniel García, Laura Geli (alle Madrid), Gerd Hegele (Frankfurt), Mélissa Kdyem, Nina Aymé (beide Luxemburg; alle Corporate), Juan Puras (Madrid), Veronika Kaszas, Tjasa Perger (beide Luxemburg; alle Finanzierung), Octavio Canseco (Regulierung; Madrid), Amrei Fuder (Immobilienrecht; Frankfurt)
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Christian Schwandtner; Associate: Dr. Carsten Bormann (beide Außenwirtschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Telefónica Deutschland
CMS Hasche Sigle (München): Dr. Oliver Thurn, Dr. Martin Kuhn (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Nina Hartmann (Arbeitsrecht), Kai Neuhaus, Dr. Björn Herbers (beide Wettbewerbsrecht/EU-Recht; beide Brüssel), Dr. Stefan Höß (Immobilienrecht/Öffentliches Recht), Dr. Marc Seibold (Bank- und Finanzrecht; Stuttgart), Anna-Lena Lill (Corporate/M&A), Dr. Frederik Leenen (Legal Tech; Berlin); Associates: Karel Eldred, Lukas Stegemann (beide Corporate/M&A), Dr. Hubert Schmid (Immobilienrecht/Öffentliches Recht), Moritz Pottek (Wettbewerbsrecht/EU-Recht; Brüssel)
Kümmerlein (Essen): Dr. Joachim Gores (Federführung), Dr. Maximilian Ziegler (beide Corporate/M&A)

Hintergrund: Telxius hat beim ersten Funkmastkauf nach JUVE-Informationen auf die Rechtsabteilung ihrer spanischen Muttergesellschaft Telefónica gesetzt. Nun war das Infrastrukturteam von Ashurst mandatiert. Die Verbindung kommt aus dem Londoner Büro, wo das Telekommunikationsteam um Nick Elverston und Amanda Hale den Kontakt zu Telxius halten.

Oliver Thurn

Oliver Thurn

Aus dem Frankfurter Team kümmerte sich Corporate-Partner Schorlemer um die Kaufverträge, alle gesellschaftsrechtlichen Aspekte und die Projektkoordination auf der Verhandlungs- und Vertragsseite. Die Verantwortung und Koordination der Due Diligence und weiterer Fragen inklusive der regulatorischen sowie der außenwirtschaftsrechtlichen Anmeldung der Transaktion übernahm Uibeleisen.

KKR beauftragte als Großaktionärin eigene rechtliche Berater, um ihre Interessen zu wahren. Wie schon beim Verkauf der Deutschen Glasfaser vor einigen Monaten war ein Team um Clifford-Partner Mühl beauftragt. Es kümmerte sich um die Transaktionsdokumentation und die außenwirtschaftsrechtliche Beratung. Die Anwälte in Luxemburg und Spanien berieten zur Kapitalerhöhung. Soweit bekannt wurde dieses Thema aufseiten von Telxius von der spanischen Kanzlei Cuatrecasas Gonçalves Pereira betreut. Für KKR war Simpson Thacher & Bartlett mit Finanzierungsfragen befasst.

Um gegenüber dem Bundeswirtschaftsministerium bei der außenwirtschaftsrechtlichen Anmeldung eine Sprache zu sprechen, beauftragte KKR außerdem Hengeler. Die Kanzlei hatte die jüngsten Anmeldungen zum Kauf kritischer Infrastruktur für KKR eingereicht.

CMS war schon 2009 erstmals bei einer Transaktion von Telefónica Deutschland mandatiert. Die Mandatsbeziehung zwischen dem spanischen Telekommunikationsmulti und CMS-Partner Thurn erreichte 2013 ihren vorläufigen Höhepunkt, als Telefónica Deutschland E-Plus/O2 übernahm. Die CMS-Kartellrechtler sind noch heute mit den Folgen dieser Transaktion beschäftigt. Wie bei früheren Deals war neben CMS erneut Kümmerlein mit im Boot. Partner Gores beriet zu langjährigen Miet- und Wartungsverträgen. (Martin Ströder, Christiane Schiffer; mit Material von dpa)

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