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14.07.2020

IPO: Taylor Wessing und Sullivan führen Brockhaus aufs Parkett

Der Frankfurter Technologieinvestor Brockhaus Capital Management (BCM) wagt trotz Corona-Krise den Sprung auf das Börsenparkett. Damit erlebt der Prime Standard der Frankfurter Börse sein zweites IPO in diesem Jahr. Der Emissionserlös lag bei 115 Millionen Euro.

Ulrich Reers

Ulrich Reers

Der erste Kurs der Aktie wurde mit 36,55 Euro festgestellt. Die Notierung lag damit gut 14 Prozent über dem Ausgabekurs von 32 Euro. Zum Ausgabepreis liegt die Bewertung des Unternehmens bei 332 Millionen Euro.  

Der Erlös aus dem Börsengang will das Unternehmen in weitere Zukäufe etwa im Gesundheitswesen sowie in der Umwelt- und Medizintechnik stecken. Dabei setzt der Technologieinvestor auf Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand.

Begleitet wurde der Börsengang von den US-Banken Citi und Jefferies als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Die Commerzbank fungierte als Joint Bookrunner.

Das IPO des Technologieinvestors war neben dem Börsengang von PharmaSGP am 19. Juni einer der ersten in Deutschland, der aufgrund der Corona-Einschränkungen von Investor Education bis Roadshow komplett virtuell stattfinden musste. Unter anderem die Banken hatten deshalb zunächst Bedenken geäußert, da es für die Investoren ansonsten üblich ist, die Gesellschaft, in die sie investieren, auch persönlich kennenzulernen.

Berater Brockhaus Capital Management
Taylor Wessing (Frankfurt): Ulrich Reers, Dr. Lars-Gerrit Lüßmann (beide Federführung), Dr. Sebastian Beyer; Associates: Brigitte Su-Lin Sommer, Tobias Kraut (alle Kapitalmarktrecht)
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. York Schnorbus, Dr. Clemens Rechberger (alle Kapitalmarktrecht)
Greenberg Traurig (London): Dorothee Fischer-Appelt (US-Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt
Jones Day (Frankfurt): Florian Lechner (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Carsten Berrar

Carsten Berrar

Berater Banken
Norton Rose Fulbright (Frankfurt): Dr. Benedikt Gillessen (Federführung; Kapitalmarktrecht), Thomas Vita (US-Kapitalmarktrecht; London), Oliver Polster (Corporate, Frankfurt/Hamburg); Associate: Denis Dräger (Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Jefferies; Frankfurt): Ingo Scherer (Head of Legal and Compliance Continental Europe) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Citi; London): Chris Hegan (Senior Counsel) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Beziehung zwischen dem Frankfurter Taylor Wessing-Büro und BCM reicht bis ins Jahr 2017 zurück. Damals hatte sich das Unternehmen vom bisherigen Fondsmodell abgekehrt und seine Struktur als Technologiegruppe in der Rechtsform einer AG neu aufgesetzt. Taylor Wessing begleitete BCM bei der Umfirmierung und seitdem laufend in aktien- und kapitalmarktrechtlichen Fragen. So berieten sie den Investor unter anderem auch bei den Zukäufen der Tochterunternehmen Palas und IHSE 2018 beziehungsweise 2019. 

Benedikt Gillessen

Benedikt Gillessen

Sullivan-Partner Berrar ist der visibelste Kapitalmarktrechtler Deutschlands und hat einen langen Track Record auf Emittenten- wie Bankenseite vorzuweisen. Zuletzt war er mit einem etwas anders zusammengesetzten Team am Börsengang von PharmaSGP für den Emittenten im Einsatz. Auch BCM hatte Sullivan & Cromwell in der Vergangenheit bereits bei kapitalmarktrechtlichen Spezialfragen beraten. In das aktuelle Mandat kamen sie erst wenige Wochen vor dem geplanten IPO. JUVE-Informationen zufolge lag der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf der Verhandlung des Übernahmevertrags und einem Input zur Transaktionsstruktur. Zudem berieten sie den BCM-Vorstand umfassend zu haftungsrechtlichen Fragen.

Aufseiten von BCM koordinierte der studierte Jurist Dr. Marcel Wilhelm, der im Vorstand des Technologieinvestors sitzt, den IPO aus rechtlicher Sicht.

Das Bankenkonsortium ließ sich von einem Norton Rose-Team um Gillessen beraten. Die Kanzlei war unter anderem dank des guten Rufs des Kapitalmarktrechtlers über eine Ausschreibung in das Mandat gekommen. Gillessen stand etwa 2018 bei der Erstnotiz des Spezialisten für Gewerbeimmobilien Godewind ebenfalls an der Seite der Banken. 

Die Investmentbank Jefferies, die neben Citi als Global Coordinator und Joint Bookrunner fungierte, hatte ihre Präsenz in Deutschland zuletzt ausgebaut. In dem Zuge hatte sie Anfang 2019 unter anderem auch Scherer eingestellt, der die Transaktion intern koordinierte. Zu Jefferies kam er nach acht Jahren von der UniCredit Bank, wo er zuletzt als Senior Legal Counsel tätig war. (Johanna Heidrich; mit Material von dpa)

Wir haben den Artikel am 15.7. angepasst.

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