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06.08.2020

Marktzugang in Frankreich: RWE sichert sich mit Freshfields Projektpipeline von Nordex

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex will seine europäische Projektentwicklungssparte an RWE verkaufen. Mit dem exklusiven Bieter ist ein Verkaufspreis von 402,5 Millionen Euro in bar vereinbart. RWE stärkt mit dem Kauf vor allem sein Projektgeschäft in Frankreich, wo allerdings noch Genehmigungen der Arbeitnehmervertreter ausstehen.

Ralph Kogge

Ralph Kogge

2.600 Megawatt Windkapazität und 100 Megawatt Solarkapazität sollen die Energieprojekte in Frankreich, Spanien, Schweden und Polen nach deren Fertigstellung produzieren. Rund 15 Prozent der gesamten Pipeline stehen laut RWE kurz vor der finalen Investitionsentscheidung oder befinden sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium.

Das Gros der geplanten Kapazität liegt mit 1.800 Megawatt aber in Frankreich, ein für Energieversorger hochinteressanter Markt mit Entwicklungspotenzial. Die Projektpipeline von RWE wächst nach dem Zukauf auf 22.000 Megawatt.

Nordex ist ursprünglich ein dänisches Unternehmen. Heute ist der spanische Konzern Acciona mit rund 30 Prozent der Anteile größter Einzelaktionär des Unternehmens, dessen Aktienwert nach der Verkaufsankündigung wieder auf über eine Milliarde Euro gestiegen war. Acciona hatte im vergangenen Jahr den Aktionären im Zuge einer Kapitalerhöhung ein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt. Das Übernahmeangebot verlief allerdings erfolglos.

Claas Westermann

Claas Westermann

Berater RWE
Inhouse Recht (Essen): Dr. Claas Westermann (Head of M&A Legal), Alessandra Constantini, Dr. Florian Fischer (Head of Competition Law & Energy Law)
Freshfields Bruckhaus Deringer (München): Dr. Ralph Kogge, Mirko Masek (Hamburg; beide Federführung), Dr. Andreas Fabritius (Frankfurt), Olivier Rogivue (Paris; alle Corporate/M&A), Dr. Georg Roderburg (Düsseldorf), Vincent Daniel-Mayeur (Paris; beide Steuern), Dr. Juliane Hilf (Düsseldorf), Pascal Cuche (Paris; beide Regulierung), Dr. Ulrich Scholz (Kartellrecht); Associates: Stefan Bajohr (beide Düsseldorf), Gaïa Pattyn, Henri Conze (Düsseldorf), Dr. Maximilian Wolf (Hamburg), Sonia Tubiana, Cyril Courbon (beide Paris; alle Corporate/M&A), Dr. Florian Oppel, Thomas Richter (beide Steuerrecht;beide Düsseldorf), Dr. Jonas Dereje (Regulierung); Dr. Konrad Riemer (Kartellrecht; beide Düsseldorf), Dr. Marcel Michaelis (Konfliktlösung; Berlin) 

Hilke Herchen

Hilke Herchen

Berater Nordex
Inhouse Recht (Hamburg): Alexander Rößler (General Counsel)
Inhouse Steuern (Hamburg): Daniela Steierberg (Vice President Corporate Tax and Customs) – aus dem Markt bekannt
CMS (Hamburg): Dr. Hilke Herchen, Dr. Eckart Gottschalk, Alexandre Morel (Paris; alle Federführung), Dr. Holger Kraft, Dr. Martina Schmid (Stuttgart; alle Corporate/M&A), Christoff Soltau (Kartellrecht), Dr. Daniel Ludwig (Arbeitsrecht), Dr. Philipp Koch (Corporate/M&A), Dr. Dennis Heinson (Technologie), Edouard Milhac (Paris) Dr. Martin Mohr (Stuttgart; beide Steuerrecht); Associates: Dr. Clemens Völschow, Dr. Levent Hancioglu, Dr. Constantin Lentz, Dr. Anja Wiedemann, Dr. Alexander Weinhold (alle Corporate/M&A), Dr. Denis Schlimpert (Kartellrecht), Dr. Tilman Petersen (Immobilienrecht)
Deloitte (Hamburg): Andea Bilitewski, Mark Heinemann (beide Steuern) – aus dem Markt bekannt

Notar
Notare an den Alsterarkaden (Hamburg): Dr. Markus Perz

Hintergrund: RWE ist eine langjährige Freshfields-Mandantin und zudem noch mit den Geschäften von Nordex bestens vertraut, ebenso CMS. Die Kanzleien standen sich schon 2015 rund um den Kauf der Windsparte von Acciona sowie zum Übernahmeangebot durch Acciona im Oktober 2019 gegenüber; Freshfields allerdings jeweils auf Seiten von Nordex, während CMS Acciona sowohl als Verkäuferin der Windsparte als auch zum Übernahmeangebot im vergangenen Jahr beriet.

Das Freshfields-Trio Kogge, Masek, Fabritius und der Inhouse-Verantwortliche Westermann brachten in der jüngsten Vergangenheit einige große Transaktionen im Energiesektor über die Bühne. Der Hamburger Energie-Experte Masek ist 2019 zum Counsel bei Freshfields ernannt worden und war mit Kogge Teamleiter der aktuellen Transaktion.

Das beteiligte CMS-Team unter Federführung von Partnerin Herchen und den Partnern Gottschalk (Hamburg) und Morel aus Paris bildet die internationale Arbeit ab, die für den Deal nötig ist und mit diversen Freigabeverfahren und Carve-Out-Prozessen noch nötig sein wird. Neben einem großen französischen Team sind auch die CMS-Standorte in Polen, Spanien, Niederlande und die Kooperationskanzlei Wistrand in Schweden beteiligt. (Christiane Schiffer, mit Material von dpa)

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