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25.08.2020

Neue Frühphasenfonds: 468 Capital legt mit SMP auf, Cavalry mit Pöllath

Der Frühphaseninvestor 468 Capital hat einen Early-Stage-Fonds für Deep-Tech-Start-ups aufgelegt. Der erste Fonds der erst wenige Monate alten Berliner Investmentfirma ist beachtliche 170 Millionen Euro schwer.  Der Berliner Risikokapitalgeber Cavalry Ventures hingegen geht schon in die zweite Fondsrunde. 

Helder Schnittker

Helder Schnittker

Die Berliner Investmentfirma 468 Capital wurde von den beiden jüngst bei Rocket Internet ausgeschiedenen Managern Alexander Kudlich und Ludwig Ensthaler sowie dem Mesophere-Gründer Florian Leibert gegründet. Der neu aufgelegte Fonds konzentriert sich auf Investments in Start-ups aus den Segmenten Prozessautomatisierung, Machine Learning sowie Open-Source-Software in sehr frühen Entwicklungsphasen.  Mit Fokus auf europäische Unternehmen soll er jeweils etwa 15 bis 20 Prozent der Firmenanteile übernehmen.

Nach Marktinformationen flossen bereits ungefähr 17 Millionen Euro in diverse Investitionen: Unter anderem erhielten die Macher der Grafik-App ‚Vectornator‘, der Greentech-App ‚Klima‘ sowie die Grünstrom-Plattform ‚Frequenz‘ Starthilfe für ihre Entwicklung. Zudem führte 468 Capital bereits eine 2 Millionen US-Dollar schwere Seed-Finanzierungsrunde für das Silicon Valley-Software-Projekt ‚Earthly‘ des ehemaligen Google-Software-Ingenieurs Vlad Ionescu an. 

An Interessenten mangelte es dem neuen Fonds nicht, der es sich zur Aufgabe macht, den Start-ups den Weg auf den amerikanischen Markt zu ebnen. So kamen schließlich eine Reihe privater Investoren sowie die KfW und der Europäische Investitionsfonds nicht zum Zuge. Tickets lösen konnten nach Marktinformationen am Ende einige deutsche Family Offices und Internetunternehmer, sowie Geldgeber aus dem Hedge-Fonds- und Private-Equity-Bereich. Ankerinvestor ist dem Vernehmen einer der Gründer von CVC Capital, Steve Koltes. Mit an Bord sollen auch einige Partner des im Silicon Valley ansässigen Venture-Capital-Unternehmens Andreessen Horowitz sein, deren Investmentportfolio sich auf rund 12 Milliarden US-Dollar addiert.

Neues Fonds, neue Möglichkeiten

Der neue Fonds gehört mit 170 Millionen Euro verwaltetem Vermögen zu den mittelgroßen deutschen Risikokapitalgebern und ist deutlich kleiner als der jüngste von Rocket Internet aufgelegte Fonds in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Er gehört zu einer neuen Fonds-Generation in Europa, die sich auf einen Sektor spezialisiert und nicht branchenübergreifend oder lokal investiert.

Der Berliner Risikokapitalgeber Cavalry Ventures, der schon 2016 gegründet wurde, legte jüngst seinen zweiten Fonds zur Frühphasenfinanzierung für junge Unternehmen im deutschsprachigen Gebiet auf. Dort reihten sich in die Investorenriege unter anderem der Europäische Investitionsfonds (EIF) und die KfW Capital. Im Vergleich zum Vorgängerfonds konnte Cavalry Ventures das Fondsvolumen hier um mehr als das 3,5-fache steigern auf 80 Millionen Euro.

Berater 468 Capital
Schnittker Möllmann Partners (Berlin): Dr. Helder Schnittker (Investmentfondsrecht), Dr. Stephan Bank (Corporate; beide Federführung), Lennart Lorenz (Private Equity), Jens Kretzschmann (Steuerrecht), Matthias Enge (Investmentfondsrecht); Associates: Dr. Niklas Ulrich (Investmentaufsichtsrecht), Dr. David John (beide Hamburg). Mirco Zantopp, Dr. Florian Wilbrink (alle Steuerrecht)

Philip Schwarz van Berk

Philip Schwarz van Berk

Berater Cavalry Ventures
P+P Pöllath + Partners (Berlin): Dr. Philip Schwarz van Ber, Christian Hillebrand; Associate: Philip Mostertz (alle Investmentfondsrecht)

Hintergrund: Die Strukturierung von Fonds und die Beratung von Investoren gehören zu den Schwerpunkten von Schnittker Möllman. Das noch junge Unternehmen 468 mandatierte SMP zum ersten Mal. Der Kontakt war durch Empfehlungen aus dem Markt zustande gekommen. 

Schnittker und Bank beraten häufig Frühphaseninvestoren, zuletzt etwa Blue Yard bei der Auflegung ihrer beiden Venture-Capital-Fonds mit einem Volumen von jeweils ca. 120 Millionen Euro in 2016 bzw. 2019. Zudem vertraute unlängst ein weiterer Berliner Early-Stage-Investor, Fly Ventures, bei der Errichtung seines Venture-Capital-Fonds ‚Fly Ventures II‘ ebenfalls auf die Erfahrung Schnittker Möllmanns. Hier oblag die Federführung Jens Kretzschmann, der wie auch die beiden SMP-Namenspartner von Flick Gocke Schaumburg kam und gleich zum Start der Kanzlei 2017 mit an Bord war. 

Cavalry Ventures wurde zur Auflage von ‚Cavalry Ventures II‘ von dem  Berliner Private Funds-Team von  P+P Pöllath + Partners rund um  Schwarz van Berk beraten. Neben den Investorenverhandlungen kümmerte sich P+P auch um die steuerlichen und aufsichtsrechtlichen Apsekte der Fondsstrukturierung.

In den vergangenen Monaten sah man das Team auch mit dem Hamburger Private Equity-Haus BID Equity, das für seinen zweiten Fonds 125 Millionen Euro im Blindpool anlegte, sowie an der Seite des Münchner Venture Capital-Managers 415 Capital, der das First Closing seines neuen MedTech-Fonds vermeldete.

Bei Investments zieht der Berliner Frühphasen-Investor Cavalry regelmäßig Kristian Lutz von der Berliner Boutique Hyazinth hinzu. (Verena Clemens, Sonja Behrens)

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