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22.09.2020

Berliner Mietshäuser: Immobilienkonzern Heimstaden kauft mit Greenberg Traurig zu

Der skandinavische Immobilienkonzern Heimstaden Bostad kauft weiter in Berlin zu: Von einem britischen Investor erwarb das Unternehmen für einen Preis von 830 Millionen Euro 130 Häuser in zentralen Lagen der Hauptstadt. Ob der norwegische Immobilienmilliardär Ivar Tollefsen, der hinter Heimstaden steht, alle Objekte bekommt, ist noch unklar – die Stadt Berlin besitzt für einige ein Vorkaufsrecht.

Christian Schede

Christian Schede

Heimstaden ist in den Berliner Stadtteilen Mitte, Moabit, Wedding und Prenzlauer Berg kein Neuling am Immobilienmarkt. Zuletzt kaufte das Unternehmen Ende 2019 und im Mai 2020 Immobilien hinzu. Das neue Immobilienpaket umfasst insgesamt 3.902 Wohnungen, 208 Ladenlokale und 321 Parkplätze. Mit dem Zukauf kündigte Heimstaden an, in Berlin eine eigene Hausverwaltung aufzubauen.

Finanzieren will Heimstaden den jüngsten Erwerb mithilfe von Eigen- und Fremdmitteln. Im August hatte Heimstaden über eine neue niederländische Finanzierungstochter eine Anleihe über 650 Millionen Euro emittiert. Der Kauf bedarf noch behördlicher Genehmigungen. Auch das Vorkaufsrecht der Stadt Berlin könnte den Umfang des Kaufs noch schmälern.

Berlin hatte vor einigen Jahren beschlossen, verstärkt Vorkaufsrechte nach dem Baugesetzbuch zu nutzen. Entscheidet die Stadt, ihr Recht wahrzunehmen, dann können städtische Wohngesellschaften, Genossenschaften oder Stiftungen die Wohnungen zu dem Preis übernehmen, den die Transaktionspartner zuvor verhandelt haben.

In Berlin macht derzeit eine solche Transaktion Schlagzeilen, an der die Genossenschaft ‚Diese eG‘ sich finanziell verhoben hatte. Das Bezirksamt Friedrichshain blieb auf 190.000 Euro sitzen. Aus dem Vorfall ist ein Politikum geworden. Im Zentrum steht Baustadtrat Florian Schmidt, zuständig für Friedrichshain-Kreuzberg. Gegen ihn laufen staatsanwaltliche Ermittlungen wegen des Verdachts auf Haushaltsuntreue, berichten Berliner Zeitung und Tagesspiegel.

Berater Heimstaden Bostad
Greenberg Traurig (Berlin): Dr. Christian Schede, Wencke Bäsler (beide Federführung; beide Immobilien/M&A), Claudia Stremel (Steuerrecht), Dr. Martin Hamer (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Christoph Enaux (Kartellrecht), Dr. Viola Bensinger, Dr. Niklas Conrad (beide Prozessführung), Sarah Moyles (Corporate/M&A), Masoud Zabeti (Prozessführung; beide London); Associates: Bineta Diambang, Alexandra Parascho, Justus Lünstedt, Tankred Freiberger, Maximilian Morgenthaler, Robert Suess, Irina Kuznecova (alle Immobilien/M&A), Dr. Johann-Frederik Schuldt (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Lucas Wüsthof (Kartellrecht)

Jens Ortmanns

Jens Ortmanns

Berater Verkäufer
McDermott Will & Emery (Düsseldorf): Dr. Jens Ortmanns, Thomas Beisken (beide Federführung; beide Immobilienrecht), Dr. Kian Tauser, Dr. Heiko Kermer (beide Steuerrecht); Christoph Coenen (Finanzrecht; alle drei Frankfurt), Dr. Thomas Ammermann, Ellie West (London; beide Corporate), Dr. Thomas Hauss, Arne Fuchs (Frankfurt; beide Konfliktlösung), Daniel von Brevern (Kartellrecht), Marcus Fischer (Steuerrecht; Frankfurt); Associates: Dr. Sara Brinkmann, Lisa Feth, Sakai Shabo (alle Immobilienrecht), Dr. Florian Schiefer (Steuerrecht; Frankfurt), Mirjam Büsch (Öffentliches Recht), Matthias Distler (Konfliktlösung)

Notariat
BMH Bräutigam & Partner (Berlin): Dr. Johannes Meinel − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die nicht namentlich bekannte Verkäuferseite setzte nach JUVE-Recherchen auf die immobilienrechtliche Praxis von McDermott. Partner Ortmanns ist vor allem für seine umfangreiche Beratung von Galeria Karstadt Kaufhof bekannt, die er im Insolvenzverfahren zuletzt gegenüber den Gläubigern erfolgreich vertrat.

Auf Käuferseite bereit ein Team von Greenberg Traurig um Managing-Partner Schede und Immobilienrechtspartnerin Bäsler. Das Team hatte den Immobilieninvestor mit Hauptsitz in Malmö in diesem Jahr erstmals im Mai 2020 unterstützt.

Als Heimstaden Bostad Ende vergangenen Jahres knapp 600 Wohnungen in Berlin und Bielefeld erwarb, setzte das Unternehmen noch auf die Berliner Sozietät Bottermann Khorrami. BRL Boege Rohde Luebbehuesen beriet zunächst zu den steuerlichen Fragen der Transaktion. Der federführende Partner Oliver Ehrmann wechselte jedoch im Laufe der Transaktion zu Friedrich Graf von Westphalen und schloss das Mandat unter neuer Flagge ab.

Als Notar für die umfangreiche Transaktion kam hier nach Marktangaben der Corporate- und Immobilienrechtler Meinel zum Einsatz.

In den Vorgang um die Genossenschaft ‚Diese eG‘ hat sich laut Presseberichten auch Rechtsanwalt Johannes Eisenberg von der Kanzlei Eisenberg König Schork eingeschaltet. Der Mitbegründer der Sozietät ist regelmäßig in strafrechtlichen Mandaten in der Hauptstadt zu sehen. (Sonja Behrens)

Wir haben den Artikel nachträglich ergänzt.

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