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02.09.2020

Refinanzierung: Noerr und Taylor Wessing helfen Modeunternehmen Bogner

Das Münchner Modeunternehmen Bogner hat sich eine neue Finanzbasis geschaffen: Mithilfe seiner Hausbanken und der Landesförderanstalt Bayern (LfA Förderbank Bayern) erhält das Familienunternehmen einen syndizierten Kreditrahmen im oberen zweistelligen Millionenbereich. Daneben werden Verhandlungen zum Verkauf des Firmengeländes geführt.

Torsten Wehrhahn

Torsten Wehrhahn

Der neue Konsortialkreditvertrag für die Willy Bogner GmbH & Co. KG läuft über drei Jahre. Er wird gewährt von der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB), der Bayerischen Landesbank (BayernLB) sowie der Commerzbank und ist zum Teil abgesichert durch eine Bürgschaft der LfA Förderbank Bayern. Diese greift – im Namen des Freistaates Bayern und über die jeweiligen Hausbanken – den Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise mit Krediten und Risikoübernahmen unter die Arme.

Die Sport- und Luxusmodefirma,1932 von Willy Bogner Senior gegründet, erzielte im vergangenen Jahr noch einen Umsatz von rund 163 Millionen Euro. Allerdings belasteten sie schon länger hohe Verbindlichkeiten. Willy Bogner Junior, ein früherer Skirennfahrer und inzwischen 78 Jahre alt, hatte daher seine Gesellschafterrolle an den erfahrenen Restrukturierer Arndt Geiwitz als Treuhänder weitergegeben. In den Aufsichtsrat war kurz zuvor die Tochter Florinda Bogner als Gesellschafterin eingezogen, sowie der bekannte Münchner Strafverteidiger Klaus Volk als Chefaufseher.

Unterschiedliche Maßnahmen

Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatte das Bogner-Management die Unternehmensberater von EY engagiert. Im Zuge dessen werden Prozesse optimiert und voraussichtlich Arbeitsstellen abgebaut und Logistikbereiche ausgelagert. Zudem möchte Bogner die Firmenzentrale und das dazugehörige große Grundstück im Münchner Ortsteil Berg am Laim verkaufen. Mit diesen Maßnahmen verschafft sich die Gruppe Luft für neue Investitionen und das internationale Wachstum.

Juliane Drerup-Hero

Juliane Drerup-Hero

Willy Bogner
Inhouse Recht (München): Juliane Drerup-Hero (General Counsel), Olga Dobriian
Noerr (Frankfurt): Dr. Torsten Wehrhahn, Andreas Naujoks (beide Federführung; beide Finanzierung), Annette Pospich (Immobilienrecht; München); Associates: Pinar Turkac (Finanzierung), Manuel Lomb (Immobilienrecht; München)

Berater Familie Bogner
Sernetz Schäfer (München): Dr. Ferdinand Kruis − aus dem Markt bekannt

Arndt Geiwitz

Arndt Geiwitz

Berater Treuhänder
SGP Schneider Geiwitz & Partner (Neu-Ulm): Arndt Geiwitz (Restrukturierung/Treuhänder), Stephan Schraudner (Corporate), Oliver Brückner (Restrukturierung/Steuerrecht)

Berater Banken
Taylor Wessing (Frankfurt): Clemens Niedner (Federführung), Maike Schöber (beide Bank- und Finanzrecht), Dr. Hendrik Boss (Insolvenzrecht; München), Michael Sinhart (Corporate); Associates: Jacqueline Arbogast, Stella Diez (beide Finanzrecht)

Notar
Ruhland & Ruhwinkel (München): Sebastian Ruhwinkel − aus dem Markt bekannt

Clemens Niedner

Clemens Niedner

Hintergrund: Mit den Verhandlungen war unternehmensintern zunächst primär Co-CEO Gerrit Schneider sowie Director Finance Frank Wiesner befasst. Zudem war Chefjuristin Drerup-Hero Teil des Verhandlungteams.

Noerr war schon früher für das Modeunternehmen tätig und kam hier mit einem finanzierungs- und restrukturierungsrechtlichen Team um Partner Wehrhahn zum Einsatz. Gemeinsam mit Partner Naujoks hatte er jüngst auch die Banken zu einer Konsortialfinanzierung zugunsten der Adler Modemärkte beraten.

Das Taylor Wessing-Team unter der Federführung von Partner Niedner hatte sich in einem Pitch bei den Banken für die Verhandlungen bei Bogner durchgesetzt. (Sonja Behrens)

 

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