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25.09.2020

Stammzellenforschung: Bird & Bird-Mandantin verkauft Nabelschnurblutbank Eticur

Das US-Unternehmen InGeneron hat die private Nabelschnurblutbank Eticur mit Sitz in München an die Polski Bank Komórek Macierzystych (PBKM) verkauft. Das polnische, börsennotierte Unternehmen baut seine europaweite Präsenz auf dem Gebiet der Stammzellenforschung derzeit stark aus.  Hinter dieser Expansion steht die  Investmentgesellschaft Active Ownership Capital.

Bernhard Maierhofer

Bernhard Maierhofer

Mit Laboren in Houston und München entwickelt InGeneron zellbasierte Technologien für das Gesundheitswesen und die biowissenschaftliche Forschung.  Mit Eticur verkauft sie einen der in Deutschland führenden Anbieter von Tests, Verarbeitung und Lagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut, das ausschließlich bei der Geburt gewonnen werden kann. Diese Zellen können Menschen helfen, die an Leukämie oder anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden.

Die Käuferin betreibt unter dem Namen FamiCord die nach eigenen Angaben größte Nabelschnurblutbank Europas mit Sitz in Warschau. Mit dem Kauf aller Anteile an Eticur sichert sie sich nun Marktanteile in Deutschland. Die Transaktion ist Teil eines groß angelegten Fusionsvorhabens zwischen dem polnischen Unternehmen und Vita 34, der größten privaten Nabelschnurbank hierzulande. An beiden Unternehmen hält die Luxemburger Investmentgesellschaft Active Ownership Capital über die Gesellschaft AOC Health signifikante Anteile. Ihr erklärtes Ziel ist ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen, wodurch die mit Abstand größte Stammzellbank Europas entstehen würde.  

Berater Polski Bank Komórek Macierzystych
Von Boetticher Rechtsanwälte (München): Dr. Bernhard Maierhofer, Jens Horstkotte (beide Corporate; beide Federführung), Dr. Claudia Böhm, Dr. Oliver Stöckel; Associate: Regina Stadler (Berlin; alle IP/Medizinrecht)
Gessel (Warschau): Maciej Kożuchowski; Associates: Piotr Rysiak, Anna Haciuk (alle Corporate)

Berater InGeneron:
Bird & Bird (München): Stefan Münch (Federführung); Associate: Daniel Gloor (beide Corporate)

Hintergrund: Der Kontakt zwischen von Boetticher und PBKM kam über die polnische Kanzlei Gessel zustande. Beide kooperieren im Rahmen des globalen Kanzleinetzwerks Lawyers Associated Worldwide miteinander. Gessel ist dem Vernehmen nach bereits seit Längerem für PBKM tätig. Bei dem Deal unter Federführung der Partner Maierhofer und Horstkotte war neben dem Corporate-Teil vor allem auch die Zusammenarbeit mit den Medizinrechtlern um die angesehene Claudia Böhm wichtig. Denn die Stammzellenforschung mit Nabelschnurblut ist ein Nischenthema, das viel regulatorisches Fachwissen erfordert.

Stefan Münch

Stefan Münch

Bird & Bird und InGeneron arbeiten bereits seit mehreren Jahren immer wieder zusammen. Durch die guten Kontakte kam auch die aktuelle Mandatsbeziehung zustande. Corporate-Partner Münch hat viel Erfahrung bei Transaktionen im Life Sciences-Bereich und beriet 2018 unter anderem ein chinesisches Konsortium bei der Übernahme des Spezialpharmaunternehmens AMW und dessen Tochtergesellschaft Endomedica. Den aktuellen Deal koordinierten er und Associate Gloor gemeinsam mit InGeneron-Gründer Eckhard Alt und seinem Sohn Fabian, der bei dem Biotechunternehmen als CFO tätig ist.

Das Zusammengehen des Leipziger Unternehmens Vita 34 mit dem polnischen Wettbewerber PBKM wird rechtlich von DLA Piper flankiert. Auf der deutschen Seite hat der Frankfurter DLA-Partner Andreas Füchsel die Federführung, der die Fonds von Active Ownership regelmäßig berät. (Johanna Heidrich)

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