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14.10.2020

Bier-Deal: Carlsberg übernimmt mit Paul Hastings Wernesgrüner von CMS-Mandantin Bitburger

Die Bitburger Braugruppe trennt sich von der Wernesgrüner Brauerei. Carlsberg Deutschland übernimmt den Standort im sächsischen Vogtland und die Marke Wernesgrün zum Januar 2021. Die Wernesgrüner Brauerei gehörte seit 2002 zu Bitburger. Das Bundeskartellamt muss der Transaktion noch zustimmen.

Jan Gernoth

Jan Gernoth

Der Verkauf ermögliche der Bitburger, sich in Ostdeutschland künftig stärker auf die Schwarzbierbrauerei und den Logistikstandort in Bad Köstritz sowie die Marke Köstritzer zu fokussieren, teilte die Brauerei mit. Der dänische Braukonzern Carlsberg kauft die Wernesgrüner Brauerei über seine deutsche Tochter. Die rund 100 Wernesgrüner-Mitarbeiter will Carlsberg übernehmen, den Standort langfristig weiter ausbauen. 

Zu der Eifler Braugruppe Bitburger zählen weiterhin die Marken Bitburger, König, Königsbacher, Köstritzer, Licher und Nette. Das Familienunternehmen zählt rund 1.700 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 ein Umsatz von 792 Millionen Euro.

Carlsberg, mit Hauptsitz in Kopenhagen, gehört zu den größten Braukonzernen der Welt. In Deutschland ist er vor allem mit den Marken Holsten, Astra, Duckstein, Lübzer und Gatzweilers Alt präsent. Zuletzt setzte das Unternehmen knapp neun Milliarden Euro um. In den Schlagzeilen war Carlsberg hierzulande zuletzt wegen des sogenannten Bierkartells. Das Bundeskartellamt hatte wegen mutmaßlicher Preisabsprachen in den Jahren 2007 bis 2009 hohe Bußgelder von insgesamt 338 Millionen Euro verhängt, unter anderem gegen Carlsberg, aber auch gegen Bitburger. Die dänische Brauerei konnte ihr Bußgeld wegen Verjährung von 62 Millionen Euro auf null reduzieren. Doch nun entschied der Bundesgerichtshof, dass der Streit zwischen der dänischen Brauerei und dem Bundeskartellamt neu entschieden werden muss.

Berater Carlsberg Deutschland
Paul Hastings (Frankfurt): Dr. Jan Gernoth (Federführung; Corporate/Immobilienrecht), Dr. Christian Mock (Corporate), Dr. Fritz Kleweta (Finanzrecht), Uwe Halbig (Steuerrecht); Associates: Sebastian Ens (Corporate), Hannes Riedel, Marc Soltau (beide Immobilienrecht)
Inhouse Recht (Hamburg): Matthias Restorff (Leiter Rechtsabteilung) 
Baker & McKenzie (Düsseldorf): Christian Horstkotte (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Ernst & Young (Hamburg): Jörg Brodersen (Transaktionssteuern) – aus dem Markt bekannt

Hendrik Hirsch

Hendrik Hirsch

Berater Bitburger Braugruppe
CMS Hasche Sigle (Frankfurt): Dr. Hendrik Hirsch (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Angela Emmert (Arbeitsrecht), Stefan Lehr (Kartellrecht), Christian Schubert, Dr. Tobias Kilian; Associates: Maxine Notstain, Dr. Christoph Vaske, Dr. Berrit Roth-Mingram (alle Corporate/M&A)
Inouse Recht (Bitburg): Dr. Stefan Schmitz (Leiter HR, Corporate und Compliance)
Inhouse Steuern (Bitburg): Ralf Herbener (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Paul Hastings steht Carlsberg regelmäßig bei Transaktionen zur Seite, etwa als Carlsberg die Getränkegesellschaft Nordic an die Berliner Firma Splendid Drinks verkaufte. Auch beriet die US-Kanzlei den Brauereikonzern beim Verkauf des großen Holsten-Areals in Hamburg-Altona. Für das jetzige Mandat setzte sie sich in einem Pitch durch.

Für die kartellrechtlichen Fragen holte Carlsberg erneut Rat bei Baker ein. Partner Horstkotte steht auch seit Beginn der Auseinandersetzung mit dem Bundeskartellamt um das Bierkartell an der Seite der Brauerei. 

Die Mandatsbeziehung zwischen Bitburger und dem Frankfurter CMS-Partner Hirsch besteht bereits seit vielen Jahren. Er beriet die Brauerei-Gruppe schon 2003 bei der Übernahme von Wernesgrüner und stand ihr auch 2009 zur Seite, als sie sich um die Übernahme von Bionade bemühte. Auch als Bitburger die Marken- und Vertriebsrechte für die Koblenzer Biermarken Königsbacher und Nette von der saarländischen Brauerei Karlsberg übernahm, setzte sie auf CMS. (Helena Hauser)

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