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23.10.2020

Stück für Stück: Centerbridge-Gesellschaft gewinnt Rennen um US-Geschäft von Wirecard

Wirecard-Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé verkauft die US-Tochter Wirecard North America an die US-Holding Syncapay, eine Gesellschaft mehrerer Investoren. Deren Mehrheitseigentümerin ist das Private-Equity-Haus Centerbridge. Der Kaufpreis liegt nach Medienberichten bei rund 300 Millionen Euro.

Sascha Leske

Sascha Leske

Wirecard North America gibt Prepaid-Kreditkarten heraus und war bis 2016 Teil der Citibank-Gruppe. Zukünftig soll das Unternehmen aus Philadelphia unter dem Namen North Lane Technologies am Markt agieren.

Käuferin ist die US-Holding Syncapay, der mehrere Zahlungsdienstleister gehören, darunter der 2017 gekaufte Dienstleister daVinci. Finanziert wurde der Kauf von einem Fonds von Centerbridge Partners. Dieser sicherte sich in einer zweiten Transaktion auch die Mehrheitsanteile an Syncapay, an der auch Bain Capital, Silversmith Capital, MissionOG und NYCA beteiligt sind. 

Nach JUVE-Informationen gab es noch zahlreiche weitere Kaufinteressenten für die Wirecard-Tochter, unter ihnen J.C. Flowers, HIG und Paysign.

Der Verkauf der Wirecard-Teile geht Stück für Stück voran. Im August wurden beispielsweise das brasilianische und das englische Geschäft verkauft, und auch die Veräußerung des deutschen Kerngeschäfts der AG soll sich auf der Zielgeraden befinden.

Berater Syncapay/Centerbridge
Kirkland & Ellis (New York): Maggie Flores (Federführung), Peter Martelli, Robert Pohlus, Dr. Benjamin Leyendecker (München; alle Corporate /M&A), Wolfgang Nardi (München), Judson Oswald (beide Finanzierung), Michael Beinus, Polina Libermann (Chicago; beide Steuerrecht); Associates: Ann-Kathrin Ziegler (Restrukturierung; München), Dr. Sebastian Häfele (München), Jonathan Dhanawade (Chicago; beide Corporate/M&A)

Benjamin Leyendecker

Benjamin Leyendecker

Berater Insolvenzverwalter Wirecard AG Dr. Michael Jaffé
Jaffé (München): Dr. Michael Schuster, Dr. Lothar Czaja (beide Insolvenzrecht)
Noerr (München): Dr. Florian Becker (Corporate/M&A), Dr. Sascha Leske (New York; beide Federführung), Prof. Dr. Christian Pleister (Berlin; beide Private Equity), Dr. Torsten Kraul (IT; Berlin), Dr. Christoph Rieken (IP), Dr. Kathrin Westermann (Kartellrecht; Berlin), Robert Korndörfer; Associates: Johannes Pfeiffer, Aleksandra Vujinovic (Frankfurt; alle Corporate/M&A), Hannes Butz (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Hannah Lee-Wunderlich (Private Equity; New York) 
Ropes & Gray (New York): Bob Rivollier (Private Equity), Matt Jacobson; Associate: Tristan Evans-Wilent (Steuerrecht)

Hintergrund: Käuferberaterin Kirkland beriet nach JUVE-Informationen gleich mehrere Kaufinteressenten und so auch Centerbridge, die gleichzeitig die Mehrheitsanteile an Syncapay erwarb. Aufgrund der Vorwürfe gegen die Wirecard AG fiel die Due Diligence bei der amerikanischen Tochter sehr umfangreich aus, dabei wurde Kirkland in regulatorischen Fragen von der amerikanischen Boutique Schulte Roth & Zabel unterstützt.

Auch Noerr setzte auf eine grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ihrer Büros in Deutschland und den USA. Der Kaufvertrag wurde zwar nach deutschem Recht geschlossen, trägt jedoch starke amerikanische Züge, weshalb sich Noerr zusätzlich Anwälte der US-Kanzlei Ropes & Gray hinzuholte.

Kaufinteressent J.C. Flowers wurde nach Marktinformationen von Hengeler Mueller und Weil Gotshal & Manges beraten, HIG Capital setzte auf ein Team von Skadden Arps Slate Meagher & Flom und Paysign mandatierte Greenberg Traurig. (Michael Forst, Christiane Schiffer; mit Material von dpa)

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